Kein Schacht mehr für die Karte: Wenn das neue Handy nur noch digital kann
Polizei.news Redaktion Beitrag
Du packst dein neues Smartphone aus, tastest am Rahmen nach dem kleinen Loch für die Büroklammer und findest keins. Bei manchen Modellen ist das kein Fertigungsfehler, sondern Absicht.
Apple verkauft das iPhone in den USA seit dem iPhone 14 ohne Kartenfach, dort funktioniert Mobilfunk nur noch über die eSIM. Mit dem iPhone Air kam 2025 ein Modell hinzu, das auch in Europa ohne Schacht ausgeliefert wird. Andere Hersteller halten bisher an der Plastikkarte fest, bieten aber fast durchgehend beides an. Die Richtung ist trotzdem klar.
Der Umstieg mit deiner bestehenden Nummer
Für deinen laufenden Vertrag ändert sich erstaunlich wenig. Deine Nummer, dein Tarif und dein Anbieter bleiben gleich. Nur das Trägermedium wechselt.
In der Praxis gibt es zwei Wege. Entweder du forderst bei deinem Anbieter ein eSIM-Profil an, meist im Kundenportal oder in der App, und erhältst einen QR-Code. Oder du überträgst die bestehende Karte direkt vom alten auf das neue Gerät, was viele aktuelle Telefone bei der Einrichtung anbieten. Welcher Weg bei dir funktioniert, hängt vom Anbieter ab. Manche verlangen für den Tausch eine Gebühr, andere nicht.
Ein Tipp aus der Praxis: Kümmere dich darum, solange das alte Gerät noch funktioniert. Ist es bereits defekt oder verkauft, wird die Übertragung umständlicher, weil der Anbieter dann ein komplett neues Profil ausstellen muss und dafür häufig eine Identitätsprüfung verlangt.
Was sich auf Reisen verändert
Spannend wird es, sobald du verreist. Mit einem Gerät ohne Kartenfach kannst du im Ausland keine lokale Plastik-SIM mehr einlegen. Der klassische Weg über den Kiosk am Flughafen fällt damit weg.
Stattdessen läuft alles über zusätzliche digitale Profile, die du neben deinem Heimtarif installierst. Das klingt komplizierter, als es ist, denn der Speicherchip im Telefon kann mehrere Profile verwalten. Du wählst dann in den Einstellungen, welches für Anrufe und welches für mobile Daten zuständig ist.
Falls dir das Prinzip noch nicht ganz klar ist, lies diesen Artikel von Holafly, bevor du das erste Mal mit einem solchen Gerät ins Ausland fährst. Dort sind die Grundlagen der Technik und die Unterschiede zur klassischen Karte verständlich zusammengefasst.
Der Vorteil dieser Arbeitsweise zeigt sich unterwegs. Deine gewohnte Nummer bleibt aktiv, SMS mit Bestätigungscodes deiner Bank kommen weiter an, und für das Surfen nutzt du einen Datentarif, der zum Reiseland passt. Zwei Plastikkarten, die du abwechselnd einlegst und dabei eine verlierst, gibt es nicht mehr.
Bevor du dich für ein reines eSIM-Gerät entscheidest
Ganz ohne Fallstricke ist der Wechsel nicht. Ein paar Punkte solltest du vor dem Kauf geklärt haben.
Prüfe, ob dein Mobilfunkanbieter eSIM überhaupt unterstützt. Bei den grossen Netzbetreibern ist das Standard, bei kleineren Discountern nicht immer. Prüfe ausserdem, ob dein Tarif eine Zusatzkarte für eine Smartwatch oder ein Tablet vorsieht, falls du so etwas nutzt.
Achte auf die Netzsperre. Ein Telefon, das an einen bestimmten Anbieter gebunden ist, nimmt keine fremden Profile an. Bei Neugeräten aus dem freien Handel ist das selten ein Thema, bei vergünstigten Vertragshandys schon eher.
Und überlege, wie oft du das Telefon wechselst. Wer jedes Jahr ein neues Gerät kauft oder Telefone häufig verleiht, merkt den Unterschied zur Plastikkarte stärker als jemand, der sein Gerät vier Jahre lang nutzt. Beim Verkauf eines alten Geräts solltest du die Profile vorher bewusst entfernen, damit der Käufer nicht an deine Daten kommt und du keinen Ärger mit deinem Tarif bekommst.
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