Schweiz: Heftige Unwetter ziehen durchs Land – Hagel, Überflutungen und Sturmschäden

Eine kräftige Gewitterfront hat am Freitagmorgen, 28. August 2026, weite Teile der Schweiz getroffen.

Besonders betroffen waren Regionen entlang des Juras, im Mittelland sowie später in der Nordostschweiz.

Die Gewitter brachten Sturmböen, sehr grossen Hagel, Starkregen und Zehntausende Blitze.

Am Vormittag zogen mehrere kräftige Gewitterzellen vom Westen und Nordwesten in Richtung Nordosten. Bis gegen Mittag wurden rund 46’000 Blitze registriert. Lokal fielen Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern.

Hagel vom Seeland bis an den Bodensee

Eine besonders kräftige Gewitterzelle zog vom Seeland über den Kanton Aargau und das Zürcher Unterland bis in Richtung Bodensee. Aus mehreren Regionen wurden teils sehr grosse Hagelkörner gemeldet.

Der Hagel bedeckte mancherorts Strassen und Grundstücke innerhalb kurzer Zeit. Gleichzeitig sorgte intensiver Regen lokal für Überflutungen. Auch kräftige Windböen richteten Schäden an.

Aufnahmen aus Remigen AG und Oeschgen AG zeigen eindrücklich, wie heftig die Gewitter im Aargau ausfielen. Auch aus Bachenbülach ZH liegen Videoaufnahmen der Unwetterlage vor.

Video: Unwetter in Ursenbach BE



Video: Unwetter in Remigen AG



Video: Heftiges Gewitter in Oeschgen AG



Video: Unwetter über Bachenbülach ZH



Mehr als 200 Schadensmeldungen im Kanton Solothurn

Besonders stark getroffen wurde der Kanton Solothurn. Dort gingen am Vormittag bei der Kantonspolizei weit über 200 Schadensmeldungen ein.

Nach ersten Angaben lagen keine Hinweise auf verletzte Personen vor. Die Einsatzkräfte waren noch damit beschäftigt, sich einen Überblick über das Ausmass der Schäden zu verschaffen.

Auch im Kanton Zürich und in Schaffhausen richteten die Gewitter Schäden an. Bei Schutz & Rettung Zürich gingen kurz nach dem Sturm ebenfalls zahlreiche Meldungen ein.

Strommasten knicken um – Turnhallendach beschädigt

Im Kanton Aargau führte der Sturm zu erheblichen Schäden. In der Region Birrfeld/Birrhard knickten mehrere Strommasten um. Einer davon stürzte auf ein Haus.

Auf der A1 von Bern in Richtung Zürich kippte zudem ein Lastwagen auf einen Lieferwagen. Nach ersten Angaben wurde niemand verletzt.

In Aarau wurden Teile des Dachs einer Turnhalle abgedeckt. Auch Stromausfälle wurden aus mehreren Gemeinden gemeldet.

Bahnverkehr teilweise unterbrochen

Das Unwetter beeinträchtigte auch den öffentlichen Verkehr.

Die Bahnstrecke zwischen Biel BE und Olten SO musste wegen Unwetterschäden zeitweise gesperrt werden. Auch auf weiteren Strecken kam es zu Einschränkungen.

Mit dem Weiterziehen der Gewitterfront verlagerte sich der Schwerpunkt im Verlauf des Vormittags zunehmend in Richtung Zürich, Schaffhausen und Ostschweiz.

Weitere kräftige Gewitter möglich

Auslöser der Unwetter ist eine markante Kaltfront, die schwül-warme Luft über der Schweiz verdrängt.

Auch im weiteren Tagesverlauf sind regional noch kräftige Gewitter möglich. Dabei können erneut Starkregen, Hagel und starke Windböen auftreten.

Besonders bei langsam ziehenden Gewitterzellen sind lokal grössere Regenmengen möglich.


Vorsicht bei Hagel, Sturm und überfluteten Strassen

Bei starken Gewittern sollte insbesondere auf umstürzende Bäume und Äste, Hagel sowie überflutete Strassen geachtet werden.

Unterführungen und tief liegende Strassenabschnitte können sich bei Starkregen innerhalb kurzer Zeit mit Wasser füllen. Fahrzeuge sollten bei deutlich überfluteten Fahrbahnen nicht weiterfahren.

Auch nach dem Durchzug eines Gewitters können abgebrochene Äste, beschädigte Dächer oder lose Gegenstände eine Gefahr darstellen.

Weitere Informationen und aktuelle Sturmwarnungen unter: www.sturmwarnung.ch


 

Bildquelle und Videos: Leserreporter aus der Facebook-Gruppe „Dein Wetter in der Schweiz

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