Abblendlicht statt Tagfahrlicht: Sicher durch den Tunnel
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Seit 2014 müssen Motorfahrzeuge in der Schweiz auch tagsüber mit Licht fahren. Viele moderne Fahrzeuge nutzen dafür automatisch das Tagfahrlicht. Für eine Tunnelfahrt reicht diese Beleuchtung jedoch nicht aus. Im Seelisbergtunnel ist Abblendlicht vorgeschrieben.
Der folgende Beitrag erklärt, warum im Tunnel andere Anforderungen an die Fahrzeugbeleuchtung gelten, worin sich Tagfahrlicht und Abblendlicht unterscheiden und was bei automatischen Lichtsystemen zu beachten ist.
Warum im Tunnel Abblendlicht erforderlich ist
Die Beleuchtung des Seelisbergtunnels sorgt dafür, dass Fahrbahn, Markierungen und Verkehrszeichen gut erkennbar bleiben. Sie ersetzt jedoch nicht das Licht am Fahrzeug, das die Sicht des Fahrers und die Wahrnehmbarkeit des Fahrzeugs für andere Verkehrsteilnehmende verbessert.
Besonders wichtig sind dabei die Rücklichter. Sie erleichtern es dem nachfolgenden Verkehr, vorausfahrende Fahrzeuge und deren Position zu erkennen. Bei dichterem Verkehr oder unterschiedlichen Geschwindigkeiten trägt eine gut sichtbare Fahrzeugbeleuchtung zusätzlich zur Orientierung bei.
Das Abblendlicht sollte deshalb bereits vor der Einfahrt eingeschaltet sein. So ist die Beleuchtung von Beginn der Tunnelfahrt an richtig eingestellt und die Aufmerksamkeit kann sich auf Signalisation, Geschwindigkeit und Verkehr richten.
Unterschiede von Tagfahrlicht und Abblendlicht
Tagfahrlicht wurde für Fahrten bei Tageslicht entwickelt. Seine Hauptaufgabe besteht darin, Fahrzeuge von vorne besser sichtbar zu machen. Zur ausreichenden Ausleuchtung der Fahrbahn bei Dunkelheit oder eingeschränkten Lichtverhältnissen ist es dagegen nicht vorgesehen.
Auch die Beleuchtung am Heck unterscheidet sich. Je nach Fahrzeug können die Schlusslichter zusammen mit dem Tagfahrlicht eingeschaltet sein, vorgeschrieben ist diese Kombination jedoch nicht. Bei manchen Modellen bleibt das Fahrzeugheck deshalb unbeleuchtet, solange nur das Tagfahrlicht aktiv ist.
Mit dem Einschalten des Abblendlichts wird die reguläre Fahrzeugbeleuchtung aktiviert. Dazu gehören auch die Schlusslichter. Damit erfüllt das Abblendlicht die Anforderungen einer Tunnelfahrt, während Tagfahrlicht allein nicht genügt.
Automatische Lichtsysteme erleichtern die Bedienung
Bei zahlreichen neueren Fahrzeugen übernimmt eine Lichtautomatik die Umschaltung. Sensoren messen die Helligkeit der Umgebung und aktivieren das Abblendlicht, sobald es dunkler wird. Bei der Einfahrt in einen Tunnel geschieht dies in der Regel automatisch.
Trotzdem lohnt sich ein kurzer Blick auf die Kontrollanzeige. Abhängig von Fahrzeug und Sensorik kann das System unterschiedlich schnell auf veränderte Lichtverhältnisse reagieren. Auch ein beleuchtetes Cockpit ist kein zuverlässiger Hinweis darauf, dass das Abblendlicht tatsächlich eingeschaltet ist.
Bei manueller Bedienung empfiehlt es sich, den Lichtschalter schon vor dem Tunnel entsprechend einzustellen. Dadurch entfällt die Suche nach dem richtigen Schalter während der Fahrt. Gerade beim Einfahren in den Seelisbergtunnel sollten die Hände am Lenkrad und der Blick auf der Strasse bleiben.
Nach der Ausfahrt übernimmt eine vorhandene Automatik in der Regel wieder die Anpassung an das Tageslicht. Bei manueller Steuerung lässt sich die Einstellung entsprechend ändern.
Kein Fernlicht im Tunnel
Eine stärkere Beleuchtung verbessert die Sicht nicht in jeder Situation. Fernlicht ist für eine normale Fahrt durch den Seelisbergtunnel ungeeignet. Vorausfahrende Personen können über die Rück- und Seitenspiegel geblendet werden. Bei einer Verkehrsführung mit Gegenverkehr würde starkes Licht zudem entgegenkommende Fahrer beeinträchtigen.
Abblendlicht ist so ausgerichtet, dass die Fahrbahn ausreichend beleuchtet wird, ohne den übrigen Verkehr unnötig zu blenden. Genau darin liegt der Unterschied zum Fernlicht.
Auch Nebellichter dienen einem anderen Zweck. Sie sind für besondere Sichtverhältnisse vorgesehen und ersetzen das vorgeschriebene Abblendlicht im Tunnel nicht.
Fahrzeugcheck für funktionierende Leuchten
Die richtige Einstellung nützt wenig, wenn ein Scheinwerfer oder Rücklicht ausgefallen ist. Eine regelmässige Kontrolle der Fahrzeugbeleuchtung gehört deshalb zur Vorbereitung auf eine sichere Fahrt.
Neben den Frontscheinwerfern sollten Schlusslichter, Bremslichter und Blinker zuverlässig funktionieren. Viele moderne Fahrzeuge erkennen einen Defekt und zeigen eine entsprechende Meldung im Cockpit an. Eine gelegentliche Sichtkontrolle ist insbesondere bei älteren Fahrzeugen sinnvoll.
Auch Verschmutzungen können die Wirkung der Beleuchtung beeinträchtigen. Nach Fahrten bei Regen, Schnee oder auf winterlichen Strassen setzen sich Schmutz und Salz schnell auf den Leuchten ab. Eine Reinigung verbessert die Lichtausbeute und sorgt dafür, dass andere Verkehrsteilnehmende die Signale des Fahrzeugs gut erkennen können.
Besonders vor längeren Fahrten lohnt sich deshalb ein kurzer Rundgang um das Fahrzeug. Dabei lassen sich neben der Beleuchtung auch Reifen und andere leicht erkennbare Auffälligkeiten kontrollieren.
Lichtfunktionen des eigenen Fahrzeugs kennen
Moderne Lichtsysteme bieten immer mehr Komfort, unterscheiden sich aber je nach Hersteller und Modell. Neben der automatischen Aktivierung des Abblendlichts verfügen manche Fahrzeuge über weitere Funktionen wie adaptives Licht oder automatische Fernlichtassistenten.
Wie diese Systeme im Einzelnen arbeiten, lässt sich der Betriebsanleitung entnehmen. Sinnvoll ist es, sich mit den wichtigsten Einstellungen vertraut zu machen, bevor sie tatsächlich benötigt werden. Dann genügt vor dem Seelisbergtunnel ein kurzer Blick, um sicherzustellen, dass die passende Beleuchtung aktiv ist.
Gerade bei einem Fahrzeugwechsel oder einem Mietwagen ist das nicht selbstverständlich. Lichtschalter, Anzeigen und Automatikfunktionen können sich deutlich unterscheiden. Einige Minuten vor Fahrtbeginn ersparen später unnötige Ablenkung.
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