Basel BS: Legionellen-Ausbruch fordert ein Todesopfer – über 20 Personen im Spital
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Aktuell besteht im Kanton Basel-Stadt eine aussergewöhnliche Häufung von Krankheitsfällen, die durch Legionellen verursacht werden. Über 20 Personen mussten oder müssen im Spital behandelt werden.
Die wahrscheinlichste gesundheitsgefährdende Ansteckungsquelle konnte gemäss aktuellem Stand eruiert und eliminiert werden, weitere werden untersucht. Das Gesundheitsdepartement führt seine Kontroll- und Prüftätigkeit weiter, bis gesichert ist, dass die Gesundheitsgefährdung vollständig behoben ist.
Die Medizinischen Dienste des Gesundheitsdepartements stellen aktuell ein gehäuftes Auftreten der sogenannten Legionärskrankheit fest. Es handelt sich dabei um Lungenentzündungen, die durch das Bakterium Legionella pneumophila verursacht werden. Die Ansteckung erfolgt über das Einatmen von zerstäubten Wassertropfen, die Legionellen enthalten.
Die Krankheit wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Legionellen können sich besonders gut in Wassersystemen vermehren, in denen das Wasser nicht konstant erneuert wird und sich die Temperatur zwischen 25°C und 45°C bewegt. Solche Bedingungen finden sich u.a. in Wasserleitungen, Wasserhähnen, Duschköpfen, Whirlpools und Kühltürmen von Kälte- und lüftungstechnischen Anlagen, die mit Wasser betrieben werden. Klimaanlagen und Wärmepumpen, die in Privathaushalten gebräuchlich sind, sind nicht betroffen.
Aktueller Stand der Erkrankungen
Nach aktuellem Stand wurden im Kanton Basel-Stadt 26 Krankheitsfälle nachgewiesen. Davon wurden 25 Personen hospitalisiert; aktuell befinden sich noch neun in stationärer Behandlung. Bei sieben Personen war eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig. Eine Person ist leider verstorben, eine Person befindet sich noch auf der Intensivstation.
Vorgehen und Massnahmen der Behörden
Die epidemiologischen Befunde und die Befragung der betroffenen Patientinnen und Patienten zeigen ein gehäuftes Auftreten von Infektionen im mittleren Kleinbasel. Einzelne Fälle sind auch in weiteren Quartieren aufgetreten. Das Auftreten des Clusters legt eine oder mehrere gemeinsame Ansteckungsquellen nahe. Der Fokus der Untersuchungen liegt daher prioritär auf Anlagen mit Reichweite im öffentlichen Raum, nicht auf privaten Räumen.
Im Fokus der Untersuchungen standen respektive stehen Kühltürme, die mit Wasser betrieben sind. Sind solche Kühltürme mit Legionellen kontaminiert, kann der durch die Anlage ausgestossene Wasserdampf ansteckende Wassertröpfchen enthalten. Diese können sich je nach Wetterlage und Windverhältnissen in einem grösseren Umkreis in der Luft verbreiten. Wenn Anwohnende die Wassertröpfchen einatmen, können sie sich anstecken.
Das Kantonale Laboratorium nahm in den vergangenen Tagen an unterschiedlichen Orten Beprobungen vor. Von den zehn beprobten Anlagen im Umkreis des Clusters zeigten acht eine Überschreitung des Grenzwerts für Legionellen. In zwei dieser Anlagen wurde die Legionellenart Legionella pneumophila, die für die meisten Infektionen beim Menschen verantwortlich sind, in erhöhter Menge festgestellt. Dieser Nachweis führte dazu, dass die beiden betroffenen Anlagen auf Betreiben der Medizinischen Dienste am vergangenen Freitagvormittag, 31. Juli 2026 komplett ausser Betrieb genommen wurden. Beide Anlagen befinden sich auf dem Dach eines Bürogebäudes an der Rebgasse und werden zurzeit saniert. Bei den sechs weiteren kontaminierten Anlagen wurden bisher nur Legionellen anderer Arten nachgewiesen, die für Menschen nicht krankmachend sind. Bei diesen Anlagen wurden ebenfalls Massnahmen angeordnet, um allfällige Legionellen-Emissionen zu stoppen. Diese Anlagen stellen aktuell keine Gefährdung für die öffentliche Gesundheit dar.
Das Gesundheitsdepartement führt seine Kontroll- und Prüftätigkeit weiter. Es empfiehlt der Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt, bei Verdacht auf eine Lungenentzündung (Atemnot, Fieber, starker Husten) den Hausarzt oder die Hausärztin aufzusuchen.
Hinweise
Aufruf an Betreiberinnen und Betreiber von Kühltürmen mit Wasserkühlung
Das Gesundheitsdepartement bittet Betreiberinnen grösserer industrieller Anlagen, die mit einem Rückkühler mit Nasskühlung betrieben werden, sich beim Kantonalen Laboratorium (sekr.kantonslabor@bs.ch) zu melden, damit die weiteren Abklärungen und Beprobungen koordiniert werden können. Da diese Anlagen nicht meldepflichtig sind, fehlt eine systematische Übersicht.
Quelle: Gesundheitsdepartement Basel-Stadt
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