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«Wir wollen keine Hetzjagd gegen Huskys»

Trogen/Region Wil. Innerhalb eines Jahres ist zum zweiten Mal ein Hund vom Huskygespann des Besitzers aus Trogen angegriffen worden - diesmal mit tödlichem Ausgang für den Cairnterrier.

Der erste Vorfall ereignete sich am 16. November 2005 in Züberwangen. Albert Grüninger begab sich abends um halb acht mit seinen vier Sheltis auf einen Spaziergang. «Auf einem freien Feld sah ich dann ein Licht und hörte Gesang – ich nahm an, es handle sich um einen betrunkenen Velofahrer. Ich habe mich mit meinen Hunden etwa 15 Meter vom Weg entfernt», sagt Grüninger. Zur Sicherheit wollte er seine Hunde anleinen; dazu sei er nicht mehr gekommen: «Ich wurde von sechs Huskys überrannt.» Drei seiner Hunde ergriffen die Flucht, der jüngste, ein neun Monate alter Welpe, suchte Schutz bei ihm – dies wurde ihm zum Verhängnis. «Die ersten sechs Huskys im Gespann vergingen sich an meinem Welpen und verletzten ihn sehr schwer. Den Musher hat es mit dem Wagen überschlagen.»

Adressen ausgetauscht

Nachdem Grüninger die sechs Huskys von seinem Hund getrennt hatte, half er dem Musher, der mit Mühe seine restlichen vier Hunde halten konnte, das Huskygespann auf die Strasse zu bewegen. Am Schützenhaus an der Thurau tauschte man Adressen aus, nachdem Grüninger den Transport seines Hundes zum Tierarzt organisiert hatte. Dieser konnte den Welpen mit zwei Operationen retten. Der Hund sei zwar soweit wieder in Ordnung, aber die psychischen Folgen seien bei allen vier Sheltis noch bemerkbar.

Fall nicht abgeschlossen

Die Anzeige, die Grüninger erstattet hat, wurde aus Gründen, die er nicht nachvollziehen kann, nicht weiter verfolgt. Durch eine Zivilklage wurde erreicht, dass der Besitzer aus Trogen für den Schaden aufkommen muss, anscheinend ist dieser seinen Verpflichtungen bis heute nicht nachgekommen. Polizeilich wurde ihm untersagt, ohne die entsprechenden Bewilligungen der Gemeinden seine Trainingsfahrten mit den Huskys in der Region Wil, Züberwangen und Zuzwil fort zu führen. «Für mich ist der Fall aber nicht abgeschlossen. Die aktuellen Unfälle sind nur ein kleiner Anteil der Zwischenfälle, die dieser Musher verursacht hat. Er hat sich über alle Anweisungen und Verbote der Behörden hinweggesetzt und ist trotz allem weiterhin in dieser Gegend gefahren. Darum gehört er aus dem Verkehr gezogen, damit alle anderen seriösen Musher ihren Sport weiterhin mit Freude und Anerkennung ausüben können.» In der heutigen Zeit, in der es die Hundehalter und -sportler ohnehin schwer hätten, bräuchte es solche Leute nicht.

Unfallhergang

Ernst Sonderegger, Besitzer der Terrierhündin «Diva», die den Angriff des Huskygespanns nicht überlebt hat, schildert den Tathergang wie folgt: Das Ehepaar Sonderegger ging am 2. Dezember mit ihrem neun Monate altem Grosskind im Hohrainwald und ihren zwei Cairnterrier spazieren. Rund 200 Meter weiter vorne sahen sie ein Hundeschlittengespann auf sich zukommen. «Wir waren gerade an einer Wegkreuzung und so begaben wir uns zirka 20 bis 25 Meter von dem diesem Weg weg», sagt Ernst Sonderegger. Sie hätten dann einen Befehl von einem Mann gehört, der «Rechts!» rief, doch die Huskys liefen nach links.

Hund musste eingeschläfert werden

Was danach folgte, war ein mehrminütiger Kampf – insgesamt fünf Hunde bissen sich in Sondereggers Hündin fest. Sonderegger: «Den Besitzer haben wir nicht gesehen, ich vermute, er ist vom Gespann heruntergestürzt.» Als der Mann dann schliesslich die Situation erfasste, hätte er mit einem Vierkantholz, auf dem Bau sagt man Doppellatte, auf seine Hunde eingeschlagen. Während «Fiona», der zweite Hund von Sonderegger, völlig unversehrt blieb, musste «Diva» zum Tierarzt gebracht werden. «Die Hunde haben daumendicke Löcher in ihren Körper gebissen und der Tierarzt musste unseren Terrier schliesslich einschläfern», sagt Sonderegger. Den Unfall mit an zu sehen, sei ein Schock gewesen – von dem sich seine Frau noch immer nicht erholt hätte.

Keine Aussage

Der Besitzer der Huskys hätte sich per SMS entschuldigt. Das Ehepaar Sonderegger hat indes Strafanzeige erstattet und nun wartet ein Verfahren gegen den Besitzer aus Trogen. «Wir wollen keine Hetzjagd auf Huskys machen – doch es kann nicht angehen, dass so etwas noch einmal geschieht», sagen Sonderegger und Grüninger einstimmig.

Aufgrund des laufenden Verfahrens gegen den Hundehalter aus Trogen war dieser nicht bereit, sich über die Vorfälle zu äussern.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 28.12.2006 - 14:30:00