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«Das ist ein Befehl!»

AR/AI. Dass das Militär kein Zuckerschlecken wird, haben unsere künftigen Rekruten schnell zu spüren gekriegt. In den letzten beiden Wochen mussten sich täglich 40 Jungs dem Orientierungstag stellen.

Im Appenzellischen Ausbildungszentrum für Bevölkerungsschutz (AZB) treffen sich seit knapp zwei Wochen – noch bis am 1. Dezember – zukünftige Rekruten aus dem Appenzellerland zum Orientierungstag. Täglich kamen 40 Jugendliche zusammen – montags bis donnerstags die Ausserrhoder, freitags diese aus dem Innerrhoden.

1988-Jahrgänger werden stellungspflichtig
Als Schweizer Bürger des Jahrgangs 1988 werden die Jugendlichen im 2007 stellungspflichtig. In welcher Form die persönliche Dienstpflicht erfüllt wird, wird an der Rekrutierung in Mels entschieden. Insgesamt 435 Jugendliche aus dem Appenzellerland mussten sich am Orientierungstag einfinden: «Dies ist keine Einladung, sondern ein Befehl!», wie der Innerrhoder Kreiskommandant Franz Büsser am vergangenen Freitag schnell festhielt.

Pünktlichkeit ist gefragt
Um 9 Uhr fanden sich die angehenden Rekruten im AZB in Teufen ein; Pünktlichkeit hat im Militär oberste Priorität; dies wird den Jugendlichen sogleich klar gemacht. Der Appell von Büsser macht klar, was erlaubt ist und was nicht – bereits am Orientierungstag wird eine klare Linie gefahren, was einen kleinen Vorgeschmack auf die Rekrutenschule gibt.

«Der Orientierungstag soll fünf Ziele erfüllen: Die Erklärung des Armee- und Bevölkerungsschutzes, die Rechte und Pflichten, die Anforderungen des Zivildienstes, die Karrieremöglichkeiten sowie den waffenlosen Dienst», erklärt Büsser. Die Jugendlichen wurden in verschiedene Gruppen eingeteilt. Nachfolgend wurde der Film «In einer guten Zeit aufgewachsen» gezeigt. Was bedeutet für verschiedene Menschen frei sein? Welche Berufe gibt es im Militär? Wie funktioniert der Zivilschutz? Wie sieht es mit der Sicherheit der Schweiz aus? All diese Fragen wurden im Abspann näher erläutert.

Wirkungsvolle Bilder
Als erstes Thema der Gruppe «blau» wurde der Bevölkerungsschutz behandelt. «Wer die richtige Antwort weiss, erhält ein Biberli», sagt der Zivilschutzkommandant Benedikt Geel. So wurde die Motivation der Jugendlichen erhöht und die Fragen gemeinsam geklärt. Der Kern der Stunde war der Zivilschutz an sich, welche Hauptaufgaben er beinhaltet sowie Gründe für Armeedienstuntauglichkeit. «Dies entscheidet unter anderem auch die Grösse. Wenn man allzu gross ist, wird es schwierig. Obwohl hier im Innerrhoden eher das Gegenteil einzutreffen ist», meint Geel. Hin und wieder müssten sich die Innerrhoder eben einen Spruch gefallen lassen; dies trug auch zu einer lockeren Stimmung untereinander bei. [space2[ Verschiedene Berufe des Zivildienstes wurden vorgestellt, anschliessend wurde ein Film gezeigt, der über das Unwetter von Appenzell Ausserrhoden im Jahre 2002 im August/September gedreht wurde. Eindrückliche Bilder verdeutlichten die Aufgaben des Militärs.

Neu – alt
Die angehenden Rekruten wurden mit den Worten: «Weiter geht?s in drei Minuten», in den nächsten Vortrag entlassen. Hier erläuterte der Chef des Koordinatenstabes Detlef Eberhard wie es in der Rekrutierung in Mels zu und her geht, wie auch den Unterschied von früher zu heute. Gesamthaft finden sich pro Jahr 4300 Jugendliche zur Aushebung ein. «Die Leute dort kennen also die Ticks und Tricks, die angewendet werden, um dem Militär auszuweichen», stellt Eberhard klar.

Mit Tests wie beispielsweise dem Standtest, wie lange man auf einem Bein stehen kann, wurde ein kleiner Einblick gegeben, wie die drei Tage in Mels ablaufen werden. Eberhard: «Es ist sehr anstrengend, den ganzen Tag solche Tests zu machen. Doch eines der Ziele ist, eure Grenzen herauszufinden.»

Armeeaufträge
Als Abschluss des Morgens informierte Florian Hunziker vom Amt und Bevölkerungsschutz über die Armee selber, deren Aufträge und Truppengattungen. «Braucht die Schweiz eine Armee?», diese Frage stellte Hunziker in die Runde. «Es ist gut, wenn es eine hat – nützen tut sie aber nichts, weil sie einfach zu klein ist», war die erste Antwort. Schliesslich einigte man sich darauf, dass eine Armee doch nützlich ist. Die Funktionen der Gattungen wurden zugeordnet; die Infanterie macht mit 25 Prozent den grössten Teil der Rekruten aus, die Militärische Sicherheit mit 0.5 Prozent den kleinsten. Nach dem Film über den möglichen Durchdiener wurden die angehenden Rekruten in den Mittag entlassen.

Wunsch: Motorfahrer
Nach dem gemeinsamen Mittagessen konnten die Jugendlichen anhand eines Computers testen, welcher Beruf ihnen am meisten zusagt. Der meist geäusserte Wunsch ist derjenige des Motorfahrers. Zum Abschluss informierte Büsser über die Rechte und Pflichten der Wehrpflichtigen wie beispielsweise das Post- und Arztgeheimnis, die Meinungsfreiheit, die Versicherung – aber auch, dass jeder fünfte der Rekruten weiter machen muss. «Rechte und Pflichten sind das eine, die Umsetzung das andere», gab Büsser seinen Schützlingen mit auf den Weg. Um 15.30 Uhr wurden die Jugendlichen schliesslich verabschiedet.


Zur Bildergalerie der Rekrutierungstage

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 30.11.2006 - 08:20:00