ORT Zürich
Europa Mi. 1. November 2006 - 11:37 Uhr / PN

Kinderopfer zum Winterbeginn

Halloween ist für viele eine schaurig schöne Angelegenheit - die Wurzeln liegen aber ganz wo anders.
Halloween ist für viele eine schaurig schöne Angelegenheit - die Wurzeln liegen aber ganz wo anders.
Die Darstellung eines «Wickerman», einer Weidengeflecht-Figur, in die der Sage nach Leute eingeschlossen und verbrannt wurden. (Bild: Hulton Getty, Tony Stone)
Die Darstellung eines «Wickerman», einer Weidengeflecht-Figur, in die der Sage nach Leute eingeschlossen und verbrannt wurden. (Bild: Hulton Getty, Tony Stone)

polizeinews.ch

Früher war es die Nacht der lebenden Toten, der Kinderopfer und Ritualmorde - heute laufen bunt maskierte Kinder auf der Suche nach Süssigkeiten fröhlich von Haus zu Haus. - PN

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November, also vor dem Allerheiligenfest, wird auch bei uns immer öfters Halloween gefeiert. An dem schaurigen Fest, das früher vor allem in den USA bekannt war, findet man seit ein paar Jahren auch in unseren Breitengraden vermehrt Gefallen, obwohl nur die Wenigsten wissen, was denn da überhaupt gefeiert wird.


Halloween, das Fest der Toten
Die Ursprünge von Halloween reichen weit zurück bis zur Zeit der Kelten, die in Gallien, England, Schottland und Irland heimisch waren. Das neue Jahr begann bei ihnen am 1. Oktober, welcher mit dem Samhain-Fest gefeiert wurde. Der Überlieferung nach glaubten die Kelten, dass an diesem Tag Saman, der Gott der Toten, den Seelen der Toten erlaubte zurückzukehren. Um diese Geister zu besänftigen oder gar abzuwehren, entfachten die religiösen Würdenträger der Kelten, die Druiden, die der Sage nach gefürchtete und mächtige Männer waren, grosse Feuer. In diesen Feuern wurde der Sage nach in einem Weidenkorb als Opfergabe für den Totengott ein Kind bei lebendigem Leib verbrannt.

Im Jahre 835 verschob die katholische Kirche Allerheiligen, den Tag, an dem man als Fürbitte für Verstorbene betet, vom ersten Sonntag nach Pfingsten auf den 1. November - angeblich, um einen Gegenpol zum heidnischen Fest zu setzen.


Kürbise: Todesurteil oder Fluch?
Der alte Halloween-Brauch hat heute noch einen Kult-Status, das zeigen die vielen verschiedenen Symbole wie zum Beispiel Knochenmänner, Hexen oder Dämonen. Und auch der heutige Brauch des Kürbisschnitzens (in den USA «Jack-O-Lantern» genannt) wurde schon damals praktiziert. Über seinen Ursprung gibt es aber unterschiedliche Meldungen. Die einen glauben, dass alles auf den Hufschmied Jack O., seines Zeichens ein streitsüchtiger Trunkenbold, zurückgeht. Jack O. soll dem Teufel im Tausch dafür der beste Hufschmied im ganzen Land zu werden, seine Seele verkauft haben - um allen sein neues Können zu verkünden hängte Jack O. darauf hin einen ausgehöhlten, beleuchteten Kürbis am Eingang seiner Schmiede auf. Der Teufel hat aber natürlich nicht Wort gehalten, sondern Jack O. dazu verdammt bis ans Ende aller Zeiten mit seiner Laterne durch die Welt zu ziehen - bis heute.

Die andere Variante der Geschichte zum Ursprung des Kürbisschnitzens, die sich mehr auf den Ursprung von Halloween als heidnisches Fest bezieht, besagt, dass die Druiden einen ausgehöhlten Kürbis auf die Schwelle des Hauses stellten, in dem das Kind wohnte, das sie für das Menschenopfer ausgewählt hatten. Wurde ihnen das Opfer verweigert, töteten sie bis zum Morgen alle Hausbewohner.


Entsetzte Kirche
Was meint also die Kirche zum erwiesenermassen heidnischen Brauch der Halloween-Feier? Das Fest, das in den letzten Jahren immer populärer wurde, wird von kirchlichen Kreisen meist scharf verurteilt - auch wenn heute niemand mehr verbrannt wird, sondern nur noch kleine Kinder in bunten Kostümen durch die Strassen laufen um «Süsses oder Saures» zu fordern.

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1 KOMMENTARE

Es wird nicht süsses oder saures gefordert sondern: süsses sonst gibts saures...z bsp.Rohe Eier an die Hausfassade....Wir wurden von unseren Eltern noch gelehrt dass man anständig um etwas bitten soll....
Schmid Johannes sagte am 30. Okt 2018 18:25:05 #
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