Saanen Di. 21. Januar 2020 - 12:38 Uhr / pkb/PN

Update: Serben beuten Landsleute wie Sklaven aus, drei Personen in Haft

Skandalöse Zustände: Die Serben beuteten die Arbeitskräfte aufs Übelste aus. (Symbolbild)
Skandalöse Zustände: Die Serben beuteten die Arbeitskräfte aufs Übelste aus. (Symbolbild)

polizeinews.ch Saanen, Obersimmental-Saanen, Bern (BE), Espace Mittelland

Saanen/BE Im Nachgang zu der koordinierten Aktion gegen die Ausbeutung von Arbeitskräften sind drei tatverdächtige Personen in Untersuchungshaft versetzt worden. - pkb/PN

Die zwei Frauen und der Mann, welche am Dienstag, dem 14.01.2020 bei einer koordinierten Aktion gegen die Ausbeutung von Arbeitskräften in Saanen und Gstaad (Gemeinde Saanen) angehalten und festgenommen worden sind (polizeinews.ch berichtete), wurden in Untersuchungs- haft versetzt.

Der dringende Tatverdacht, dass die drei Personen - allesamt serbischer Herkunft - ausländische Arbeitskräfte illegal beschäftigt und vor allem in Bezug auf den Arbeits- umfang und die Entlöhnung massiv ausgebeutet haben, hat sich nach den ersten Einvernahmen weiter erhärtet.

Im Zuge der Aktion waren auch sieben Frauen serbischer Nationalität angehalten worden, welche mutmasslich Opfer der Ausbeutung geworden sind. Für die Betroffenen wurden teilweise Schutzmassnahmen eingeleitet. Gemäss den bisherigen Erkenntnissen waren die Frauen von den Tatverdächtigen in die Schweiz geholt und auf Mandats- basis vorab als Reinigungskräfte und Haushälterinnen an Dritte vermittelt worden.

Es muss davon ausgegangen werden, dass sie - ohne Freizeit und Ruhetage - regelmässig überlange Arbeitstage leisten mussten, in ihrer Bewegungsfreiheit teilweise eingeschränkt und zu Konditionen massiv unter dem branchenüblichen Mindestgehältern entlöhnt wurden.

Auslöser für die Ermittlungen, welche bislang fast ein Jahr in Anspruch genommen haben, waren Hinweise aus der Bevölkerung sowie Erkenntnisse aus polizeilichen Abklärungen, wonach ausländische Frauen mutmasslich illegal angestellt und zu Konditionen deutlich unter dem Mindestlohn als Reinigungskräfte vermittelt würden.

Die kantonale Staatsanwaltschaft für besondere Aufgaben eröffnete in der Folge Verfahren wegen Verdachts auf Menschenhandel zwecks Ausbeutung der Arbeitskraft, Wucher, Erpressung, Nötigung und Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG).

Die Ermittlungen, bei denen nebst den Tatverdächtigen und mutmasslichen Opfern auch zahlreiche Auskunftspersonen einvernommen werden, gestalten sich aufwändig und entsprechend zeitintensiv und sind weiterhin im Gang.
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