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Boécourt Do. 6. August 2015 - 06:24 Uhr / Rega-Mediendienst/PN

Gleitschirmpilot aus Hochspannungsleitung gerettet

Der Schirm eines Gleitschirmpiloten hatte sich in einer Hochspannungsleitung verfangen. (Blld: Rega-Mediendienst)
Der Schirm eines Gleitschirmpiloten hatte sich in einer Hochspannungsleitung verfangen. (Blld: Rega-Mediendienst)
Die Rettungsspezialisten wurden zum Verunglückten geflogen. (Bild: Rega-Mediendienst)
Die Rettungsspezialisten wurden zum Verunglückten geflogen. (Bild: Rega-Mediendienst)
Der Gleitschirmpilot konnte schliesslich mit einem Messer vom Schirm getrennt werden. (Bild: Rega-Mediendienst)
Der Gleitschirmpilot konnte schliesslich mit einem Messer vom Schirm getrennt werden. (Bild: Rega-Mediendienst)
Google Maps: Boécourt, Delémont, Jura (JU), Espace Mittelland

polizeinews.ch Boécourt, Delémont, Jura (JU), Espace Mittelland

Séprais/JU. Mittwoch, 5. August 2015. In einer mehrstündigen Aktion rettete die Rega am frühen Mittwochabend bei Séprais einen Gleitschirmpiloten, dessen Schirm sich in einer Hochspannungsleitung verfangen hatte. Um ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien, mussten die Retter aus der Luft zusammen mit den Rettungsspezialisten des Schweizer Alpen-Club SAC zu einer ungewöhnlichen Massnahme greifen. - Rega-Mediendienst/PN

Der Gleitschirmflieger wurde kurz nach dem Start vom zunehmenden Wind in eine Hochspannungsleitung in der Nähe von Séprais getrieben. Sein Schirm verfing sich in der obersten Leitung, ca. 50 Meter über Boden. Geistesgegenwärtig konnte der Mann noch seinen Notschirm einmal um die Leitung wickeln.

Dieser vom Wind aufgeblasene Schirm, der auf der einen Seite der Leitung herunterhing, verhinderte einen Absturz des 26-Jährigen, der sozusagen als Gegengewicht auf der anderen Seite im Gleitschirmsitz hing. Mit seinem Mobiltelefon konnte er gegen 15.30 Uhr die Polizei alarmieren, die daraufhin die Rega, die Sanität und die Feuerwehr aufbot sowie die Abschaltung des Stroms veranlasste.

Vor Ort entschied die Rega-Crew der Einsatzbasis Lausanne zusammen mit den zusätzlich alarmierten Rettungsspezialisten des SAC sowie einem Experten der zuständigen Elektrizitätswerke, dass ein Abseilen eines Retters entlang der Leitung aufgrund der geringen Tragfähigkeit derselben nicht möglich war.

Als letzte Möglichkeit blieb der Versuch, einen Retter aus dem über der Leitung schwebenden Helikopter mittels Rettungswinde zum Verunglückten hinunterzulassen. Aufgrund des Abwindes des Helikopters versucht man ein direktes Schweben über einem verunglückten Gleitschirmpiloten im Normalfall zu vermeiden, da der Abwind den Schirm weiter aufblasen und so zum Absturz führen könnte.

Um die direkte Rettung mittels Rettungswinde zu ermöglichen, flog der Rega-Pilot darauf die vier Rettungsspezialisten des SAC zum nächsten, höhergelegenen Strommasten. Von dort konnten sie Sicherungsmaterial und ein Funkgerät zum Gleitschirmpiloten abseilen, damit dieser sich selber an der Leitung sichern und mit den Rettern kommunizieren konnte.

Schliesslich wurde ein SAC Rettungsspezialist mittels Rettungswinde zum Verunglückten hinuntergelassen. Während dem 10-minütigen Schwebeflug konnte dieser unterhalb des Helikopters hängend den Gleitschirmpiloten mit einem Messer vom Schirm trennen.

Der Rega-Pilot Jacques-André Dévaud setzte dann um ca. 18.45 Uhr beide Personen unverletzt auf dem Boden ab.

„Das war eine aussergewöhnliche Rettung, die nur dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit aller Beteiligten zu einem glücklichen Ende führte.“, kommentierte er die Aktion.
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