ORT Zürich -2°
Europa Mo. 14. Mai 2007 - 12:02 Uhr / PN

Ist Ursula Herrmanns Mörder ein Schweizer?

-
Wurde vor 26 Jahren in der Nähe vom Ammersee (Bayern) in einem Verliess tot aufgefunden: Ursula Herrmanns Mörder ein Schweizer?
Wurde vor 26 Jahren in der Nähe vom Ammersee (Bayern) in einem Verliess tot aufgefunden: Ursula Herrmanns Mörder ein Schweizer?

polizeinews.ch

Fast 26 Jahre nach der Tat steht die Entführung und Tötung der zehnjährigen Ursula Herrmann möglicherweise vor der Aufklärung. Der mutmassliche Mörder könnte ein Schweizer sein. - PN

Fast 26 Jahre nach der Tat steht die Entführung und Tötung der zehnjährigen Ursula Herrmann möglicherweise vor der Aufklärung. Wie die Bayerische Polizei bestätigt, suchen Münchner Ermittler nach einem unbekannten Mann aus der Schweiz. Am 15. September 1981 war das Mädchen entführt worden. Das Kind erstickte in einem Verlies in einem Wald am Ammersee.


Millionärin erschlagen
Auf die Spur des gesuchten Mannes kam die Polizei durch Zufall. Vor einem Jahr sicherten die Beamten Spuren im Penthouse einer Münchner Millionärin. Die 59-jährige Parkhausbesitzerin war erschlagen worden. Ihr heute 32-jähriger Neffe wurde als Täter angeklagt.

Doch in der Spülmaschine der Toten fand sich an einem Glas eine weitere DNA-Spur von einem Unbekannten, ebenso an einer Schublade im Wohnzimmer. Die identische DNA war vor wenigen Monaten an einer Schraube der Kiste gesichert worden, in der Ursula Herrmann erstickt war. Der Mordprozess gegen den Neffen wurde deshalb kürzlich überraschend unterbrochen.


Affäre mit Mörder?
Die Staatsanwaltschaft München hatte am vergangenen Freitag, 11. Mai 2007, mitgeteilt, dass die gefundene DNA-Spur keinesfalls von einem Polizeibeamten oder Mitarbeiter stammt, der mit beiden Fällen zu tun gehabt haben könnte. Die Fahnder bestätigten, dass der gesuchte Mann im Fall Herrmann als Täter in Frage kommt und sich 25 Jahre später in der Wohnung der Millionärin aufhielt.

Eine Freundin der vor einem Jahr getötenen Münchner Parkhausbesitzern soll berichtet haben, sie habe eine Beziehung zu einem Mann aus der Schweiz mit einem dubiosen Vorleben unterhalten. Den Namen des Bekannten habe die Münchner Millionärin jedoch nie verraten. Der Mordprozess gegen den Neffen wird am heutigen Montag in München fortgesetzt. Ihm wird vorgeworfen, seine Tante erschlagen zu haben, was er jedoch vehement bestreitet. Hat Ursula Hermanns Mörder auch die Millionärin getötet?



Einer der brutalsten Fälle
Die Entführung und der Tod der zehnjährigen Schülerin Ursula Herrmann aus Eching (Bayern) ging als einer der brutalsten Fälle in die bayerische Kriminalgeschichte ein. Die Entführer hatten eine 1,60 Meter hohe Kiste mit Belüftung, Beleuchtung und Toiletteneimer präpariert, die im Waldboden versenkt wurde. Mit Essensvorräten und Comic-Heften wurde die Schülerin in dieses Gefängnis gesperrt. Offenbar wollten die Kidnapper das Mädchen zunächst nicht töten. Nasses Laub verstopfte jedoch die Luftzufuhr zu der Kiste verstopfte. Ursula erstickte qualvoll und war bereits wenige Stunden nach ihrer Entführung tot.

Dennoch richteten die Täter an die Eltern ein Erpresserschreiben und forderten in einem Brief, der aus Zeitungsausschnitt zusammengesetzt war, zwei Millionen Mark Lösegeld. Dann ließen die Erpresser nichts mehr hören.

19 Tage später fanden erschütterte Polizeibeamte die Leiche des Mädchens. Wenig später wurde ein verschuldeter Mechaniker aus Utting festgenommen. Die Polizei ging zunächst davon aus, daß Utensilien aus der Kiste von dem Verdächtigen stammen. Der Mechaniker wurde jedoch kurz darauf wieder auf freien Fuß gesetzt.
Haben Sie Bilder von diesem Ereignis? Hier teilen
Artikel drucken Artikel versenden

0 KOMMENTARE

KOMMENTAR SCHREIBEN