
Zwei Schulprojekte ausgezeichnet
Die WWF-Sektionen SG, TG und AR/AI verleihen seit 2003 jährlich den Ostschweizer Umweltpreis, den «Grünen Zweig».
Dieses Jahr teilen sich die 1.-3. Klasskinder des Alleeschulhauses Wil und die Energie-Agenten aus Frauenfeld den 6. Ostschweizer Umweltpreis. Die Helvetia Versicherungen St. Gallen unterstützen den Umweltpreis als Sponsoringpartner.
1.-3. Klasskinder Alleeschulhaus Wil: Projekt «Baumschule»
Die Lehrer Achim Arn und Patrick Mathis haben vor vier Jahren mit ihrer Klasse eine nicht mehr genutzte Baumschule in der Nähe von Wil zu neuem Leben erweckt. In drei Beeten werden aus Samen kleine Bäume gezogen, die später in den Wald gepflanzt und weiter gepflegt werden, bis die Bäume alt genug sind, um sich selbst überlassen zu werden. Die Kinder steigen so in einen aktiven und längerfristigen Lernprozess ein und sehen, dass wir heute sorgsam mit den natürlichen Ressourcen umgehen müssen. Die Kinder erwerben sich in der freien Natur ein systematisches Wissen und grundlegende Fertigkeiten sowie Werthaltungen bezüglich unserer Lebensgrundlage Wald. Schön ist, wie das Wissen der Kinder auf ihr soziales Umfeld ausstrahlt, und wie als weiterführendes Projekt bereits Workshops geplant sind, in denen die Kinder ihr Wissen an interessierte andere Kinder weitergeben möchten.
Der Grüne Zweig ist als Anreiz für die vielen ökologischen Leistungen gedacht, die in der Öffentlichkeit wenig Beachtung finden. Im Alltag kaum wahrgenommene, aber dennoch wichtige umweltschützende Leistungen sollen mit dem Preis nach dem Motto „Viele kleine Schritte führen zum Ziel“ anerkannt werden. Neben der Arbeit und dem Engagement der 1.-3. Klasskinder des Alleeschulhauses Will haben auch die Energie-Agenten aus Frauenfeld überzeugt.
Energie-Agenten Frauenfeld
16 SchülerInnen (13-16 Jahre) der SBW Haus des Lernens engagieren sich mit ihrem Coach Matthias Vogel seit dem Jahr 2007 für die „Rettung“ des Klimas. Die Energie-Agenten haben sich zum Auftrag gemacht, über die Klimaveränderung zu berichten und auch aktiv etwas dagegen zu tun. Sie bieten deshalb Energieüberprüfungen sowie Beratungen bei interessierten Personen und Firmen an. Ebenso beteiligen sie sich aktiv am Bau von Solar- und Sonnenkollektoranlagen. Um Kunden zu gewinnen, haben die Jugendlichen selber eine Website (www.energy-agents.ch.vu) gestaltet. Bereits haben sie einige konkrete Aufträge erhalten und durchgeführt. Sie haben Haushalte auf Energiefresser untersucht und jeweils einen Bericht verfasst. Der Auftrag der Stadt Frauenfeld, das Sozialamt auf Energiefresser zu überprüfen, war eine grosse Herausforderung. Durch ihr Tun veränderten die Schüler ihr eigenes Verhalten und haben ebenso ihr Umfeld für das Thema Energiesparen sensibilisiert. Die durchgeführten Projekte haben grosse Beachtung bei der Bevölkerung und der Presse erhalten und so das Thema Klimaschutz in die Öffentlichkeit getragen. Das Projekt ist nicht abgeschlossen, die Energie-Agenten forschen weiter und erarbeiten Lösungsvorschläge zur Klimarettung.