• Aargau
  • Appenzell Ausserrhoden
  • Appenzell Innerrhoden
  • Basel-Landschaft
  • Basel-Stadt
  • Bern
  • Freiburg
  • Genf
  • Glarus
  • Graubünden
  • Jura
  • Luzern
  • Neuenburg
  • Nidwalden
  • Obwalden
  • Schaffhausen
  • Schwyz
  • Solothurn
  • St.Gallen
  • Stadt Winterthur
  • Stadt Zürich
  • Tessin
  • Thurgau
  • Uri
  • Waadt
  • Wallis
  • Zug
  • Zürich

Zwei Drittel der Bevölkerung fühlen sich von Lärm gestört

St. Gallen. Der 29. April ist der internationale Tag gegen Lärm. Lärm ist die am häufigsten wahrgenommene Umweltbelastung.

In Städten wie St.Gallen gibt es mannigfaltige Lärmquellen. Strassen- und Bahnverkehr, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft sowie Freizeit- und Sportaktivitäten verursachen dauernden oder gelegentlichen Lärm und können so zur gesundheitlichen Belastung werden. In St.Gallen leben und arbeiten rund 21’000 Menschen unter Strassenlärmpegel, die über dem Immissionsgrenzwert liegen.

Bei rund 23 Prozent der betroffenen Gebäude wurden vom Staat Schallschutzfenster eingebaut. Massnahmen wie z.B. Lärmschutzwände sind im städtischen Raum schwierig zu realisieren, und der Verkehr nimmt weiterhin zu. Durch ein gut ausgebautes ÖV-Netz, temporeduzierte Zonen, Verflüssigung und Kanalisierung des Verkehrs sowie Velorouten versucht die Stadt St.Gallen, diese Lärmimmissionen zu reduzieren. Da diese Massnahmen alleine nicht ausreichen, sind der Kanton und die Stadt als Strasseneigentümer verpflichtet, weitere Sanierungsmassnahmen vorzunehmen.

Auswirkungen auf die Gesundheit
Lärm beeinflusst die Lebensqualität und kann die Gesundheit schädigen. Die Beeinträchtigung von Wohlbefinden und Konzentration sowie nächtliche Schlafstörungen und erhöhter körperlicher Stress sind ernstzunehmende Auswirkungen. Dennoch ist es oft schwierig, etwas gegen Lärm zu unternehmen, denn das Lärmempfinden ist subjektiv und für Opfer und Verursacher naturgemäss stark unterschiedlich.

Auch wenn der Strassenlärm den grössten Anteil ausmacht, wird er dennoch geduldet. Die meisten Lärmklagen beziehen sich auf Musik- und Verhaltenslärm von gastronomischen Betrieben, insbesondere Donnerstag bis Samstag. In der Innenstadt prallen Nachtruhe und Nachtleben aufeinander: In den letzten Jahren haben diese Klagen um mehr als 25 Prozent zugenommen.

Bahn- und Fluglärm

Weitere Lärmquellen sind Gewerbe, Bahn und Flugverkehr. Der Gewerbelärm ist kein zentrales Problem. Meist können einfache Lärmschutzmassnahmen getroffen werden. Die Sanierung des Bahnlärms ist Sache der SBB. Die öffentliche Auflage für die geplanten Lärmschutzmassnahmen erfolgte im 2008. Neben dem Einsatz moderneren Rollmaterials sind einzelne Lärmschutzwände geplant. Der Fluglärm über St.Gallen ist eine vergleichs-weise neue Erscheinung. Unter dem veränderten Flugregime des Flughafens Zürich ist er tagsüber, jedoch vor allem in den Abend- und Morgenstunden, gut wahrnehmbar.

Da die Überflughöhe über Stadtgebiet jedoch mindestens 4’000 Meter beträgt, werden die für den Flugverkehr geltenden Grenzwerte der eidgenössischen Lärmschutzverordnung klar eingehalten. Die Stadt St.Gallen engagiert sich in der Region Ost, einer Vereinigung der Behörden¬ von 85 Gemeinden aus der Ostschweiz, welche sich gegen eine einseitige Lärmbelastung unserer Region wehrt.

Lärm vermeiden

Wir alle leiden unter Lärm, doch wir verursachen ihn auch. Der Internationale Tag gegen Lärm soll Anlass sein, zu mehr Sensibilität auch im eigenen Verhalten anzuregen und einen Beitrag zu einer leiseren Umgebung zu leisten:

– Leise Gartengeräte verwenden. Elektrische Rasenmäher beispielsweise verursachen weniger Lärm als benzinbetriebene. Beim Kauf neuer Geräte auf Lärmangaben achten.
– Kurze Wegstrecken zu Fuss gehen, und das Auto stehen lassen.
– Weitsichtig Auto fahren und brüske Brems- und Beschleunigungsmanöver vermeiden.
– Bei Partys und Grillfesten die Nachbarschaft nicht vergessen.
– Die Stereoanlage nur auf Zimmerlautstärke laufen lassen.
– Bei Freizeitaktivitäten im Freien Rücksicht auf die Nachbarschaft nehmen, insbesondere in der Nacht und übers Wochenende.

St.GallenSt.Gallen / 27.04.2009 - 09:26:38