Zusammenlegung zugestimmt

Fischingen. An der Gründungsversammlung haben die Grundeigentümer aus dem Gebiet Schurten der geplanten Güterzusammenlegung zugestimmt.

Dieser Entscheid ist für die Gemeinde Fischingen von grosser Bedeutung. So können nun die im Vorprojekt erarbeiteten Massnahmen in den nächsten Jahren realisiert werden.

Über eine Fläche von zirka 750 Hektaren im Gebiet Schurten der Gemeinde Fischingen wurde noch nie eine Grundbuchvermessung durchgeführt. Die Eigentumsgrenzen und die Grundstücksflächen sind nicht genau bekannt. Neben dieser unbefriedigenden Situation wird die Gemeinde Fischingen in diesem topografisch stark gegliederten Gebiet mit der Einzelhofstruktur durch den Unterhalt eines grossen Netzes von Gemeindestrassen finanziell stark belastet. Mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft, der durch die Aufgabe von Betrieben sowie der Zupacht und den Zukauf von Kulturland durch bestehende Betriebe gekennzeichnet ist, haben sich die Arrondierungsverhältnisse verschlechtert. Um diese strukturellen Probleme zu beheben, entschied der Gemeinderat im Jahr 1999, die Durchführung einer Güterzusammenlegung zu prüfen. Dieser Entscheid wurde gestärkt durch die positiven Reaktionen bei den verschiedenen Informationsveranstaltungen für die betroffenen Grundeigentümer. Das Gesuch um Einleitung des Güterzusammenlegungsverfahrens wurde vom Regierungsrat am 13. März 2001 positiv beantwortet.

Vorprojekt
In den folgenden Jahren erarbeitete das Landwirtschaftsamt des Kantons Thurgau mit dem Ingenieur- und Vermessungsbüro geotopo ag in enger Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern ein generelles Projekt (Vorprojekt). Ein wichtiger Teil des Projektes umfasst das Strassennetz. Es sind 22 Kilometer neue oder zu sanierende Hofzufahrten geplant. Um den Anforderungen der heutigen Mechanisierung gerecht zu werden, müssen zudem 20 Kilometer neue Bewirtschaftungswege und 8 Kilometer neue Waldstrassen erstellt werden. Für die Beurteilung der Umweltverträglichkeit wurde eine entsprechende Prüfung durchgeführt (UVP). Für die ökologische Begleitplanung wurde Walter Kradolfer aus Salmsach beigezogen. Auf Grund des eingereichten Berichtes über die Umweltverträglichkeit stufte das Departement für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau das Vorhaben als umweltverträglich ein und genehmigte den Bericht am 26. Mai 2006. Nach der öffentlichen Auflage des Beizugsgebietes wurde am 30. Oktober 2007 mit Beschluss des Regierungsrates das Gesamtprojekt „Güterzusammenlegung Schurten“ genehmigt. Die umfangreichen Vorarbeiten konnten damit abgeschlossen werden.

Gesamtkosten betragen 15 Millionen Franken
Für das gesamte Güterzusammenlegungsverfahren ist mit 15 Millionen Franken Gesamtkosten zu rechnen. Davon entfallen alleine auf den Strassenbau 11,7 Millionen Franken. Erfreulich ist, dass Bund, Kanton und Gemeinde in der Flur total 93% und im Wald 75% Beiträge ausrichten. Es werden somit über 13 Millionen Franken öffentliche Gelder sinnvoll zum Nutzen der Landwirtschaft investiert. Die Restkosten von zirka 1’500 Franken pro Hektar in der Flur und von 3’000 Franken pro Hektar im Wald werden durch die Grundeigentümer finanziert.

Überwältigendes Ja an der Gründungsversammlung
Am 21. August 2008 orientierte die Gemeinde zusammen mit Alex Hasler vom Landwirtschaftsamt die Grundeigentümer nochmals umfangreich über das Projekt „Güterzusammenlegung Schurten“. Die mehrheitlich positive Stimmung unter den Grundeigentümern zeigte sich an der Gründungsversammlung vom 4. November 2008 sehr deutlich. Unter der Leitung des Tagespräsidenten Bernhard Kohler wurde die Güterzusammenlegung mit überwältigendem Ja-Stimmen-Anteil von über 80% gut geheissen.

Thurgau / 19.11.2008 - 06:56:00
Exit mobile version