Zusammenarbeit verstärkt
Walzenhausen/Lutzenberg. Die Gemeinderäte haben sich auf eine engere Zusammenarbeit im Bereich der Oberstufe geeinigt. Der Vertrag gilt ab dem nächsten Schuljahr.
Der Gemeinderat Lutzenberg hat sich seit dem Jahr 2005 regelmässig Gedanken über das Oberstufenangebot gemacht und ist zum Schluss gekommen, dass eine flexiblere Handhabung des Schulortes für Kinder in der Oberstufe wünschenswert sei. Es wurden deshalb mit den Oberstufen Rheineck und Thal Verhandlungen geführt. Ziel dieser Verhandlungen war es, dass die Oberstufen zustimmen, dass nicht mehr zwingend alle Schüler vom Ortsteil Haufen-Brenden in Rheineck, beziehungsweise alle Schüler aus Wienacht in Thal beschult werden müssen.
Die Verhandlungen mit der Oberstufe Rheineck sind aber gescheitert. Im gleichen Zeitraum konnte mit der Oberstufe Thal vereinbart werden, dass grundsätzlich sämtliche Schülerinnen und Schüler der ganzen Gemeinde Lutzenberg an der Oberstufe Thal unterrichtet werden könnten.
Damit echte Wahlalternativen geschaffen werden konnten, hat der Gemeinderat Lutzenberg entschieden, mit Walzenhausen über eine engere Zusammenarbeit zu verhandeln. Die Anfrage ist bei der Gemeinde Walzenhausen auf offene Ohren gestossen. Ziel der nachfolgenden Verhandlungen war, dass Schülerinnen und Schüler aus Lutzenberg in Walzenhausen im integrativen System unterrichtet werden können. Es sollte für Eltern auf Gesuch hin möglich werden, ihr Kind in Thal oder in Walzenhausen unterrichten zu lassen.
Walzenhausen führt, im Gegensatz zu Rheineck oder Thal, eine so genannte kooperative Sekundarschule. Dies bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler in Stammklassen mit grundlegenden (Sek. G) oder erhöhten Anforderungen (Sek. E) eingeteilt werden. Die Schulfächer Mathematik, Deutsch, Französisch und Englisch werden jedoch in Niveaukursen angeboten. Das heisst Schülerinnen und Schüler aus der Stammklasse können, je nach ihrer Leistungsfähigkeit, auch Kursen mit erhöhtem Niveau zugeteilt werden und umgekehrt. Verschiedene Fächer wie Werken, Sport und Wahlfachkurse werden ebenfalls kooperativ geführt. Die von der Primarschule her bekannte integrative schulische Förderung wird auch auf der Sekundarstufe angeboten.
Mittlerweile konnten sich die beiden Gemeinden auf einen Vertrag einigen. Die Hauptpunkte sind, dass Schülerinnen und Schüler der Gemeinde Lutzenberg in Walzenhausen unterrichtet werden können. Gleichzeitig verpflichtet sich die Schule Walzenhausen, alle zugewiesenen Schülerinnen und Schüler zu unterrichten. Schülerinnen und Schüler, die im den Ortsteilen Hellbüchel, Haufen, Brenden und Hof wohnen, werden der Sekundarschule Walzenhausen zugewiesen. Schülerinnen und Schüler des Ortsteiles Wienacht-Tobel werden der Oberstufe Thal zugewiesen. Auf Gesuch der Erziehungsberechtigten kann die Schulkommission Lutzenberg andere Zuweisungen beschliessen. Die Gemeinde Lutzenberg wiederum verpflichtet sich, an die Kosten der Sekundarschule Walzenhausen im Verhältnis der zugewiesenen Schülerinnen und Schüler einen Beitrag zu leisten.
Die Vereinbarung tritt auf den 1. August 2008 in Kraft und ist bis 31. Juli 2013 fest abgeschlossen. Sie verlängert sich stillschweigend um ein weiteres Jahr, wenn sie nicht unter Einhaltung einer 24-monatigen Kündigungsfrist auf Ende Schuljahr gekündigt wird.
Die Gemeinderäte sowie die Schulbehörden von Walzenhausen und Lutzenberg freuen sich, dass eine gemeinsame, vertiefte Zusammenarbeit gefunden werden konnte. Beide Parteien sind überzeugt, dass diese Vereinbarung zu einer Win-Win-Situation führt. Während Lutzenberg bei der Zuteilung der Schülerinnen und Schüler flexibler wird, wird gleichzeitig der Standort der Schule Walzenhausen gestärkt.



























