Zuerst zu kalt, dann zu warm
Herisau. Die Gaswerk Herisau AG hat einen Absatzrückgang zu beklagen. Schuld daran waren auch die Wetterkapriolen - ausser dem August war es fast immer zu warm.
Der Gasabsatz der Gaswerk Herisau AG ging im Jahr 2006 um knapp vier Prozent von 141.7 Millionen kWh auf 136.4 Millionen kWh zurück. Der Jahresgewinn bildete sich um 100’000 Franken auf 662’000 Franken zurück. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass gut 200’000 Franken der Gaspreisreserve zugewiesen wurden, um die Volatilität der Weltmarktpreise und die eingegangenen Verpflichtungen aus langfristigen Beschaffungsverträgen etwas abzufedern.
Zu heiss oder zu kalt
Zu Beginn des Jahres gab es längere Perioden mit sehr tiefen Temperaturen. Das bedeutete, dass die bivalenten Heizungsanlagen auf die Ersatzenergie ausweichen mussten und die monovalenten die gesamte Leistung für sich beanspruchten. In der zweiten Jahreshälfte waren mit Ausnahme des August alle Monate deutlich wärmer als im Mittelwert, so dass weitere Absatzeinbussen in Kauf genommen werden mussten. Die Situation hat sich in den ersten Monaten des laufenden Jahres nicht geändert, so dass kaum damit gerechnet werden kann, dass der Jahresabsatz sich wieder erhöhen wird.
Störungslose Versorgung trotz Neuerungen
Zwei Drittel des im Versorgungsgebiet Herisau und Waldstatt verkauften Erdgases dienen Heizzwecken und ein Drittel wird von der Industrie in den Fertigungsprozessen eingesetzt. Das zum Kochen verwendete Gas macht weniger als ein Prozent aus. Sämtliche Anlagen arbeiteten ohne Störung und die unterbruchslose Versorgung der Kunden war jederzeit und mit ausreichender Kapazität gewährleistet.
Im Quartier Rietwis wurde im Zusammenhang mit einer neuen Wohnüberbauung die Gasversorgung erneuert. Im gesamten Leitungsnetz wurden – meist gleichzeitig mit anderen Werkerneuerungen – insgesamt 1.5 km Hauptleitungen erneuert oder erweitert. Zu erhöhten Unterhaltsaufwendungen führte die Kontrolle des gesamten Niederleitungsnetzes durch eine Spezialfirma.
Tixi mit Gasfahrzeug beschenkt
Im letzten Jahr feierte die Erdgas Ostschweiz AG (EGO), die von den zwölf Ostschweizer Gasversorgungsunternehmen zur gemeinsamen Beschaffung des Erdgases und zum Betrieb der Hochdruckleitungen gegründet worden war, ihr vierzigjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde bei jedem Aktionär eine wohltätige Institution mit einem Erdgasfahrzeug beschenkt. In Herisau war es der Behindertentransportdienst Tixi, der das Geschenk in Empfang nehmen durfte. Eine Gastankstelle gibt es in Herisau allerdings nicht, doch liegt die nächste mittlerweile in unmittelbarer Nähe im TCS-Zentrum Winkeln.
Zuversichtlicher Blick in die Zukunft
Die spürbare Klimaerwärmung und die sich abzeichnende Stromlücke in unserem Land haben der Energiepolitik neuen Schub verliehen. Die Gaswirtschaft ist zuversichtlich, dass Erdgas als umweltfreundlicher Brenn- und Treibstoff einen gewichtigen Beitrag zur Entschärfung der bedrohlichen Situation leisten kann.
Weitere Artikel zu diesem Thema:
– «Neues Taxi für Tixi», (02.03.2007)



























