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Zoll und Bundesamt für Veterinärwesen beschlagnahmen Shahtoosh-Schals

Basel/BL. Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) und die Zollfahndung der Zollkreisdirektion Basel haben sechs Shatoosh-Schals beschlagnahmt.

Diese waren an der Mustermesse in Basel entdeckt worden. Ein indischer Händler bot die Schals, die aus der streng geschützten Tibet-Antilope gewonnen werden und deren Handel international verboten ist, an seinem Stand an. Gegen den Mann wurde eine Hinterlage von 10 000 Franken verfügt. Ein entsprechendes Strafverfahren ist eingeleitet.

Aufgrund eines Hinweises haben Mitarbeitende des BVET und der Zollfahndung der Zollkreisdirektion Basel vergangene Woche eine Kontrolle an der Mustermesse in Basel durchgeführt. Dabei haben sie am Stand eines indischen Ausstellers sechs Shatoosh-Schals sicher gestellt.

Bis zu fünf Tiere für einen Schal
Bei den Shahtoosh-Schals handelte es sich um illegal eingeführte Luxusaccessoires. Die Shahtoosh-Wolle wird aus dem Fell der vom Aussterben bedrohten Tibet-Antilope gewonnen. Der Handel mit Shahtoosh-Wolle ist seit 1979 international verboten. Um die Wolle für einen einzigen Schal zu gewinnen, müssen bis zu fünf dieser Wildtiere getötet werden. Die TibetAntilope wird deshalb seit 1979 – als vom Aussterben bedrohte Tierart – durch CITES* geschützt. Der gesamte Handel mit Shahtoosh ist weltweit verboten.

Ermittlungen der Basler Zollfahndung
Erste Ermittlungen der Zollfahndung ergaben, dass die verbotenen Gegenstände via Luftfracht über den internationalen Flughafen von Paris-Charles de Gaulle nach Europa gelangt sind. Dort waren sie mit einer falschen Deklaration an den Zollbehörden vorbei und über den Landweg in die Schweiz geschmuggelt worden.

Hinterlage von 10 000 Franken
Das BVET hat gegen den indischen Händler eine Hinterlage von 10 000 Franken verfügt. Der Mann muss sich wegen Verstosses gegen das CITES-Abkommen verantworten. Zusätzlich hat die Basler Zollfahndung ein Zollstrafverfahren gegen den indischen Aussteller eröffnet.

*Das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen strebt den Schutz frei lebender Tiere als unersetzlichen Bestandteil des natürlichen Systems der Erde an und soll durch internationale Zusammenarbeit sicherstellen, dass gefährdete oder von der Ausrottung bedrohte Tierarten durch den internationalen Handel nicht übermässig ausgebeutet werden.

Was ist Shahtoosh?
Das persische Wort Shahtoosh heisst so viel wie: „von der Natur gemacht für den König.“ Shahtoosh wird oft auch als „king of wools“ bezeichnet. Die Wolle wird aus dem feinen Haarkleid der Tibet-Antilope (Pantholops hodgsonii) gewonnen. Die feinen Shahtoosh-Schals lassen sich durch einen Fingerring hindurch ziehen, weshalb sie auch als Ring-Schals bezeichnet werden.

Hinter diesen Luxusaccessoires verbirgt sich jedoch der Tod von tausenden von TibetAntilopen. Um die Wolle für einen einzigen Schal zu gewinnen, müssen drei bis fünf dieser scheuen Wildtiere getötet werden. Gemäss Schätzungen wurde dadurch der Bestand im Laufe der letzten hundert Jahre von über eine Million auf weniger als 75 000 Tiere dezimiert. Die Tibet-Antilope wird deshalb seit 1979 – als vom Aussterben bedrohte Tierart – im Anhang I des internationalen Artenschutzabkommens CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) aufgeführt.

Basel-LandschaftBasel-Landschaft / 05.03.2013 - 14:05:10