Zoff um Schulvorlagen in Sicht
Herisau. Die neuen Schul- und einer Anstellungsverordnung für Lehrkräfte: Opposition ist programmiert.
Der Ausserrhoder Kantonsrat berät die Schulvorlagen am 5. Mai. Gemäss der Schulverordnung werden Frühenglisch ab dem 3. Schuljahr und Französisch spätestens ab dem 5. Schuljahr eingeführt.
In der Oberstufe wird die Berufswahlvorbreitung ab der Sekundarschule verstärkt. Das 9. Schuljahr wird gezielter auf die Schul- und Berufslaufbahn der Schüler ausgerichtet.
Kürzere Lektionen
Es sollen verbindliche Blockzeiten eingeführt und die Unterrichtszeit in Stunden pro Jahr statt wie bisher in Lektionen pro Woche festgelegt werden. Die Dauer der Lektionen wird von 50 auf 45 Minuten verkürzt. Die musikalische Grundschule wird integriert, der Deutschunterricht im Kindergarten und auf der Unterstufe gestärkt.
Verkürzt werden die Unterrichtsblöcke in Werken und Hauswirtschaft. Die Wahlfächer Geometrisches Zeichnen, Italienisch und Zusatzwerken fallen weg. Die neuen Stundentafeln sollen zu Beginn des Schuljahrs 2009/2010 in Kraft treten.
Die Bandbreiten der Klassengrössen werden von bisher 16 bis 28 Schüler auf 18 bis 24 verringert. Bei Über- oder Unterschreitungen braucht es keine Bewilligung mehr.
Durch die Änderungen wird die Unterrichtzeit im Kindergarten und in der 1. bis 3. Primarklasse deutlich erhöht, in der Oberstufe leicht reduziert. Insgesamt resultiert eine Erhöhung der Gesamtunterrichtszeit von rund einem Prozent.
Bei der Lehrerbesoldung ist eine zusätzliche Entschädigung für Lehrkräfte mit Klassenverantwortung von 3000 Franken pro Jahr vorgesehen. Die Lehrenden sollen künftig nach Ausbildung statt wie bisher nach Unterrichtsstufe entlöhnt werden.
Gesetzes-Regelung gefordert
Die Kritik der SVP richtet sich vor allem gegen die Regelung in Verordnungen ohne Mitsprache des Volkes. Sie fordert eine Regelung auf Gesetzesstufe, wie SVP-Präsident Edgar Bischof in einer Medienmitteilung schreibt.
Die künftige Regelung der Oberstufe werde mit keinem Wort erwähnt, kritisiert er. Die Schülerzahlen gingen zurück: In einigen Gemeinden werde es in den nächsten Jahren erschreckend kleine Klassen geben. Es sei höchste Zeit, über eine Kantonalisierung oder Regionalisierung der Oberstufe nachzudenken.
Die SVP hegt den Verdacht, die Revision diene dazu, die Reduktion der Schülerzahlen mit Zusatzangeboten aufzufangen – mit kürzeren Lektionen und kleineren Klassen. Im Fokus sei die Erhaltung der Stellen aller Lehrkräfte.
Gegen Zusatzentschädigungen
Die SVP sträubt sich gegen die Zusatzentschädigung von 3000 Franken für Lehrer mit Klassenverantwortung und gegen die Entlöhnung nach Ausbildung statt nach Unterrichtsstufe: Das wäre, als ob ein Wirt einer Serviceangestellten mit Hochschuldiplom weit über 6000 Franken bezahlen würde, heisst es.
Die Opposition der SVP ist Teil der gesamtschweizerischen Gegnerschaft der Partei gegen das Harmos-Projekt. Das geltende Schulgesetz erfülle die Vorgaben von Harmos weitgehend – mit einem Unterschied: Heute könne Ausserrhoden das Gesetz noch selbständig anpassen. Bei der Einführung von Harmos sei dies nur noch auf Bundesebene möglich, heisst es.



























