Zielgerichtete Entwicklung
AR. Der Regierungsrat hat verschiedene Revisionen der Volksschule dem Kantonsrat überwiesen. Zudem wurde die Einführung des Englischunterrichts geregelt.
Der Ausserrhoder Regierungsrat hat die Botschaft mit der Totalrevision der Anstellungsverordnung Volksschule und einer Teilrevision der Schulverordnung an den Kantonsrat überwiesen.
Darin werden die Rahmenbedingungen geschaffen, um wichtige Entwicklungen in der Volksschule zielgerichtet umzusetzen. Gleichzeitig hat der Regierungsrat die Einführung des Englischunterrichts ab der 3.Klasse im Rahmen einer Übergangsstundentafel auf den Beginn des Schuljahres 08/09 hin beschlossen.
Rege Beteiligung an der Vernehmlassung
Die Vernehmlassung zu den Verordnungen hat ein breites Echo ausgelöst. Die inhaltlichen und strukturellen Veränderungen haben breite Unterstützung gefunden. Verschiedene Forderungen wurde in die Verordnungen aufgenommen, wie beispielweise eine stärkere Berücksichtigung der kommunalen Ausgestaltung der Schulorganisation (zum Beispiel bei Klassengrössen).
Ebenso aufgenommen wurde die Möglichkeit für Gemeinden, auf der Kindergartenstufe zwischen zwei Modellen auswählen zu können. Anstellungsrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Arbeitszeiten, Besoldungen und Umsetzung des Berufsauftrags der Lehrpersonen wurden teilweise kontrovers beurteilt. Forderungen, die im Widerspruch zu geltendem Recht stehen oder Regelungen auf der Gesetzesstufe betreffen, konnten nicht berücksichtigt werden.
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick
Die Teilrevision der Schulverordnung schafft insbesondere die Grundlage für die Einführung von Blockzeiten und bedarfsgerechte Tagesstrukturen. Neu sind weiter Bestimmungen zu den Klassengrössen, zum Schulgeld beim Besuch der Volksschule ausserhalb der Aufenthaltsgemeinde und zur Finanzierung beim Besuch von Schulen für Hochbegabte.
Die Revision der Anstellungsverordnung für Lehrpersonen betrifft folgende Bereiche: • Im Rahmen der Blockzeiten können die Gemeinden – für Kindergarten und Primarschule einheitlich – den Unterrichtsbeginn zwischen 8.00 und 8.30 Uhr festlegen. Für den Kindergarten können die Gemeinden aus zwei Organisationsmodellen auswählen.
• Die Festlegung von Wochen- bzw. Jahresunterrichtszeiten für die Lernenden in den einzelnen Fachbereichen ermöglicht auf allen Schulstufen zeitlich neu strukturierte Lerneinheiten als Ergänzung zu einem starren Lektionenplan.
• Die Unterrichtszeit der Lernenden wird im Kindergarten und auf der Primarstufe leicht angehoben. Bezogen auf die Gesamtunterrichtszeit während der Volksschule liegt Appenzell Ausserrhoden damit im schweizerischen Durchschnitt.
• Im 9. Schuljahr werden die bereits ab Beginn der Sekundarschule einsetzenden Anstrengungen zur Berufs- und Schullaufbahnvorbereitung konsequent fortgesetzt. Die Jugendlichen lernen verstärkt nach individuellen Zielsetzungen in Formen des begleiteten Lernens und von Projektarbeiten.
• Am Arbeitszeitmodell mit einer Jahres-Gesamtarbeitszeit für Lehrpersonen wird festgehalten. Den Gemeinden bleibt aber ein Spielraum, um auf individuelle Situationen und Rahmenbedingungen eingehen zu können.
• Die Klassenlehrerinnen und -lehrer werden künftig mit 3’000.- Franken pro Jahr zusätzlich entschädigt. Die Löhne für alle Lehrpersonen werden um 1 bzw. 1.5% angehoben.
• Das ordentliche Pensionierungsalter beträgt 65 Jahre für Lehrer und 64 Jahre für Lehrerinnen.
Finanzielle Auswirkungen
Die vorgeschlagenen Massnahmen führen zu Mehraufwendungen von insgesamt 2,47 Millionen Franken pro Jahr. Die Mehrausgaben für die bereits vom Regierungsrat beschlossenen Anpassungen der Besoldungseinstufungen aufgrund veränderter Ausbildungsgänge der Lehrpersonen betragen 0,85 Millionen. Der Regierungsrat ist überzeugt, dass diese Investition in unsere Volksschule zur Steigerung der Qualität beiträgt. Ebenso wird die Attraktivität der Ausserrhoder Schulen damit weiter gestärkt. Die vorgeschlagenen Massnahmen sind aber auch notwendig, um im interkantonalen Vergleich konkurrenzfähig und attraktiv zu sein. Der Regierungsrat beabsichtigt, die Massnahmen auf das Schuljahr 2009/2010 hin umzusetzen.
Englischunterricht
Wie schon früher vermeldet, hat der Regierungsrat zudem die definitive Einführung von Englisch ab der dritten Klasse mit Schuljahresbeginn 2008/2009 beschlossen. Er folgt damit den Empfehlungen der Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren bei der Umsetzung des Gesamtsprachenkonzepts.



























