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Ziel erreicht, Schwachstellen erkannt

Urnäsch. Feuerwehr und Gemeindeführungsstab Urnäsch übten bei der Chronbachbrücke den Ernstfall.

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Mit der grossangelegten Übung am Samstag um die Mittagzeit wurde die Einsatzbereitschaft von Feuerwehr und Führungsstab getestet und die Zusammenarbeit geprobt. Nach Abbruch des rund zweistündigen Einsatzes zeigte sich die Übungsleitung mit dem Einsatz sehr zufrieden, auch wenn sich vereinzelt Schwachstellen gezeigt hatten.

Die Ernstfallübung mit dem Namen «Katapult II» für Feuerwehr und Gemeindeführungsstab war von Verantwortlichen der Feuerwehr Urnäsch zusammen mit dem Amt für Militär und Bevölkerungsschutz vorbereitet worden.

«Solche Übung sind für alle Beteiligten wichtig, weil so Schwachstellen erkannt und angegangen werden können», sagt Detlev Eberhard vom Amt für Militär und Bevölkerungsschutz.

Der Feuerwehrteil der Übung war von Marcel Rechsteiner von der Feuerwehr Urnäsch organisiert worden, für die Beübung des Gemeindeführungsstabs war das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz mit Kreiskommandant Hans Saxer und Detlev Eberhard verantwortlich.

Die Übungsannahme
Das Übungsszenario ging davon aus, dass auf der Chronbachbrücke zwischen Urnäsch und Gonten ein mit mehreren Personen besetzter Kleinbus ins Schleudern geraten und gegen das Brückengeländer geprallt war. Ein nachfolgender Wagen fuhr auf den Bus auf und ein entgegenkommendes Fahrzeug geriet beim Ausweichmanöver ins Schleudern, kam von der Stras-se ab und überschlug sich.

Beim folgenschweren Unfall, so die Übungsannahme weiter, wurden zwei Personen getötet, zwölf Personen verletzt, zwei davon schwer. Zahlreiche Figuranten kamen zum Einsatz, damit die Übung möglichst realitätsnah abgewickelt werden konnte.

Die direkte Strassenverbindung zwischen Urnäsch und Gonten blieb während der Übung für den motorisierten Verkehr und für Fussgänger gesperrt.

Wegen der Schwere des Unglücks auf der Chronbachbrücke trat auch der Urnäscher Gemeindeführungsstab (GFS) unter der Leitung von Gemeindepräsident Stefan Frischknecht in Aktion. Dieser hatte sich mit verschiedenen, mit dem Rettungseinsatz zusammenhängenden Aufgaben, zu befassen: Führungsstandort im Gemeindehaus einrichten, Kommunikation nach allen Seiten sichern, Verletztenliste erstellen, Hotline einrichten, Care-Team aufbieten, Medienkonferenz organisieren usw.

Grosseinsatz auf Chronbachbrücke
Bereits wenige Minuten nach der Alarmauslösung trafen die ersten Urnäscher Feuerwehrleute beim Unfallplatz auf der Chronbachbrücke ein. Bald folgten die Rettungssanität und die vom Urnäscher Feuerwehrkommandanten Emil Stricker im Rahmen der Nachbarschaftshilfe ebenfalls aufgebotenen Feuerwehren von Waldstatt und Herisau.

Nicht vorgesehen war – aber um diese Jahreszeit nicht unrealistisch -, dass unmittelbar nach Alarmauslösung ein Senntum zu Tale zog und die Ausfahrt aus dem Urnäscher Feuerwehr-depot ebenso erschwerte wie die rasche Anfahrt der Nachbarfeuerwehren.

Trotzdem waren die Feuerwehrleute und Samariter innert kürzester Zeit vor Ort und machten sich, aufmerksam beobachtet von den Übungsleitern, zielgerichtet an die Arbeit: Strasse sperren, Verletzte bergen und im Verwundetennest versorgen, Brand- und Explosionsgefahr eindämmen, eine Ölsperre erstellen usw.

Beim von der Strasse abgekommen Fahrzeug musste ein «Toter» mit Spezialwerkzeugen aus dem demolierten Wagen befreit werden. Insgesamt waren rund 100 Männer und Frauen von Feuerwehr (inkl. Samariter) und Rettungssänität (Nr. 144) des Spitals Herisau im Einsatz.

Lob für guten Einsatz
«Ihr habt alle gut gearbeitet», sagte Übungsleiter Marcel Rechsteiner bei der Übungsbesprechung. Die einzelnen aufgetretenen Schwachstellen könnten nun gezielt angegangen werden. Nachdem der Urnäscher Feuerwehrkommandant Emil Stricker kurz das Vorgehen erläutert hatte, zogen die Mitglieder der erweiterten Übungsleitung – Andreas Gantenbein von der Feuerwehr Waldstatt, Thomas Oberer von der Strassenrettung der Feuerwehr Herisau, sowie Jürg Lieberherr von der Rettungssanität – aus ihrer Sicht zufrieden Bilanz über die Übung.

Andreas Gantenbein wies daraufhin dass es wichtig sei, die in den ersten Minuten normale «Chaosphase» möglichst kurz zu halten, damit der Einsatz effizient und zielgerichtet erfolgen könne. Eine positive Bilanz zog auch Hans Saxer vom Amt für Militär und Bevölkerungsschutz, der die Arbeit des Gemeindeführungsstabs zu beurteilen hatte. Der Urnäscher Gemeindepräsident Stefan Frischknecht dankte abschliessend allen, die sich für das gute Gelingen der Übung im Vorfeld und während des Einsatzes engagiert hatten.


Offene Türen im Feuerwehrdepot
Die Verantwortlichen der Urnäscher Feuerwehr nutzen die samstägliche Ernstfallübung der Bevölkerung ab 15 Uhr Gelegenheit zu geben, einen Blick hinter die Kulissen der Feuerwehr und der gemeindeeigenen Sicherheitsstruktur zu tun. Im und vor dem Depot wurden die modernen Einsatzgeräte der Feuerwehr präsentiert, daneben waren aber auch Gerätschaften aus vergangenen Zeiten zu sehen. Die Kinder konnten sich mit Eimerspritzen im zielgerichteten Einsatz versuchen und schwindelfreie hatten Gelegenheit, mit dem Hubretter Urnäsch für einmal aus der Vogelschau zu betrachten. In der Festwirtschaft war gleichzeitig gemütliches Verweilen bei Speis und Trank angesagt.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 30.09.2007 - 13:37:00