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Zeughaus soll Treffpunkt werden

Teufen. Vor einem Jahr hat die Projektgruppe Zeughaus vom Gemeinderat den Auftrag erhalten, Grundlagen für eine Abstimmung über einen Baukredit zu erarbeiten.

Im folgenden Interview äussert sich der Präsident, Martin Wettstein, zur Bedeutung des Zeughauses für Teufen, über eine mögliche zukünftige Nutzung des geschichtsträchtigen Gebäudes und über seine persönliche Motivation in der Projektgruppe mitzuarbeiten.

Martin Wettstein, die Gebäudeversicherung des Kantons Appenzell Ausserrhoden verbietet ab Mitte 2009 eine weitere Nutzung des Zeughauses, weil wichtige sicherheitstechnische Vorgaben nicht erfüllt sind. Woran mangelt es insbesondere?
Martin Wettstein: Die Assekuranz hat wegen den fehlenden brandschutztechnischen Installationen eine Verfügung erlassen, welche bis 2009 nur noch eine sehr beschränkte Nutzung zulässt und ab 2010 eine Nutzung des Zeughauses total ausschliesst. Es ist aber auch die Substanz des Gebäudes, welche nicht mehr richtig intakt ist. So sind zum Beispiel das Dach, das nur notdürftig repariert wurde, der Sockel und die Fassade, welche Schäden aufweisen oder auch die Fenster, bei denen die Rahmen teilweise morsch sind, dringend zu renovieren.

Es besteht offensichtlich Handlungsbedarf. Zu welchen Erkenntnissen ist die Projektgruppe in der Zwischenzeit gekommen, damit auch in Zukunft Veranstaltungen im Zeughaus stattfinden können?
Die Projektgruppe wurde eingesetzt um das Nutzungskonzept, welches der Gemeinderat bereits lange zuvor verabschiedet hatte, in diesem Haus umzusetzen. Im Parterre des Zeughauses soll die Nutzung gleich bleiben wie bis anhin, dass heisst die grosszügige Halle soll möglichst erhalten bleiben, ergänzt jedoch mit einer modernen Infrastruktur. Das erste Obergeschoss soll die kulturelle Mitte bilden. Hier sollen Wechselausstellungen, kulturelle Anlässe aller Art, Aktivitäten, welche sich auf Baukultur oder Bauhandwerk beziehen, stattfinden. Im Dachgeschoss des Zeughauses wird in einem grosszügigen, sehr schönen Dachstuhl die Grubenmannsammlung ausgestellt werden.

Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die Durchführung eines Wettbewerbes, der nach den Sommerferien ausgeschrieben wird. Ein wichtiges Element dieses Projektwettbewerbs ist das Raumprogramm, das von der Projektgruppe bereits verabschiedet wurde. Welche sind die Eckpfeiler dieses Raumprogramms?
Die grosszügigen Räume des Zeughauses sollen mehrheitlich bestehen bleiben. Zu diesen Räumen kommen jedoch die Infrastrukturräume wie Toiletten, Lift, Putzräume, Heizung, etc. hinzu. Das Raumprogramm muss erstellt werden um beim Wettbewerb diese Elemente wieder zu finden.

Einen weiteren Bestandteil des Wettbewerbs bildet das Betriebskonzept…
Das Betriebskonzept soll die Aktivitäten im und um das Zeughaus beschreiben. Hier geht es darum den Wettbewerbsteilnehmern aufzuzeigen, wie das Haus mit den künftigen Nutzungen betrieben werden soll, wie die Stockwerke erschlossen sein müssen. Dieses Betriebskonzept beschränkt sich aber auf das für die Renovation und Umbau des Zeughauses Notwendige. Das eigentliche Betriebskonzept wird in einer späteren Phase detailliert definiert.

Das Zeughaus wurde vor mehr als 150 Jahren als kantonales Artillerie-Zeughaus gebaut. Heute wird es im Zonenplan als Kulturobjekt definiert. Wie wichtig ist das Zeughaus als Kulturobjekt der Gemeinde Teufen?
Das Zeughaus ist das Beispiel Appenzellischer Militärgeschichte des 19. Jahrhunderts und bildet heute einen gesellschaftlichen Treffpunkt der Teufner Bevölkerung. Zudem sind Bauten gemäss Baugesetz so zu gestalten, dass Kulturobjekte nicht beeinträchtigt werden und in ihrer optischen Wirkung dem Schutzziel nicht widersprechen. Die Eigentümer dieser Objekte haben dafür zu sorgen, dass die Bauten in ihrer schutzwürdigen Substanz erhalten blieben.

Voraussichtlich in anderthalb Jahren haben die Stimmberechtigten über einen Baukredit zu befinden. Können Sie uns heute schon sagen, mit welchen Kosten für den Umbau des Zeughauses in etwa zu rechnen ist?
Für den Umbau und die Renovation des Zeughauses ist im Finanzplan eine Summe von 6.5 Mio. Franken reserviert. Der genaue Kostenvoranschlag wird ermittelt nachdem das Siegerprojekt feststeht. Im Edikt zur Abstimmung werden dann die zu erwartenden Kosten ausgewiesen.

Welches ist Ihre Motivation als Präsident der Projektgruppe mitzuarbeiten? Haben Sie persönliche Erinnerungen im Zusammenhang mit dem Zeughaus?
Als Offizier habe ich zwar einen starken Bezug zu Zeughäusern. Die Motivation in diesem Projekt mitzuarbeiten basiert aber nicht auf der militärischen Vergangenheit, sondern in der Schönheit und der Eleganz dieses Hauses. Vor allem aber ist es wichtig diesem Haus neues vielseitiges Leben zu ermöglichen. Hier soll ein Zentrum entstehen, wo sich Teufnerinnen und Teufner immer wieder treffen.

Interview: Richard Fischbacher

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 02.06.2008 - 07:58:00