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Zahl der Diebstähle erneut gestiegen

Neuchâtel/NE. Im Jahr 2012 wurden in der polizeilichen Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) 750'371 Straftaten erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Straftaten gegen das Strafgesetzbuch um 9 Prozent zugenommen (+52'026 Straftaten).

Bei den Diebstählen war die Zunahme besonders ausgeprägt (+11%, +24'276). Ebenfalls angestiegen sind die Verzeigungen aufgrund von Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz (+15%, +4687) sowie, in geringerem Ausmass, gegen das Betäubungsmittelgesetz (+2%, +1651).

Vermögensdelikte nehmen weiter zu
82 Prozent der 750'371 polizeilich registrierten Straftaten sind Straftaten gegen das Strafgesetzbuch (StGB), 12 Prozent Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG), 5 Prozent Straftaten gegen das Ausländergesetz (AuG) und 1 Prozent Straftaten gegen weitere strafrechtlich relevante Bundesnebengesetze. Bei der Mehrheit der Straftaten gegen das StGB (73%) handelt es sich um Vermögensdelikte (444'039). Diese sind im Vergleich zu 2011 um 8 Prozent gestiegen (+17% seit 2010). Zunahmen wurden insbesondere bei den Fällen von Diebstahl (+24'276 Straftaten), Betrug (+1759 Straftaten), betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (+803 Straftaten)
und Raub (+490 Straftaten) verzeichnet, während die Zahl der Fahrzeugdiebstähle abgenommen hat (-4182 Straftaten).

Erneuter Rückgang der Zahl der minderjährigen Beschuldigten
Die Gesamtzahl der Beschuldigten wegen Straftaten gegen das StGB (81'862) ist im Unterschied zu den vergangenen Jahren um 5,2 Prozent gestiegen (-1,9% im Jahr 2011). Während sich bei den minderjährigen Beschuldigten erneut ein Rückgang um 8,3 Prozent zeigt (-27,7% seit 2010), ist bei den Erwachsenen eine Zunahme um 7,4 Prozent festzustellen. Am deutlichsten war der Anstieg bei den 20- bis 34-Jährigen (+9,7%). Die Beschuldigten setzen sich aus 9759 Minderjährigen, 17'344 jungen Erwachsenen und 54'314 Erwachsenen zusammen.

Zunahme der Zahl der Beschuldigten aus der nichtständigen Wohnbevölkerung
Eine Analyse der Aufteilung der Beschuldigten nach Nationalität und Aufenthaltsstatus ergibt, dass 75 Prozent der wegen Widerhandlungen gegen das StGB Beschuldigten zur ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz gehören, 7 Prozent aus dem Asylbereich stammen und 18 Prozent ausländische Staatsangehörige aus der nichtständigen Wohnbevölkerung sind. Werden nur die Beschuldigten aus der ständigen Wohnbevölkerung berücksichtigt, ist die Verteilung ähnlich wie 2011: Bei 62 Prozent handelt es sich um Schweizer Staatsangehörige, 38 Prozent sind ausländische Staatsangehörige mit einer Niederlassungsbewilligung oder einer Jahresaufenthaltsbewilligung.

Betrachtet man die Zahlen unter dem Blickwinkel der Nationalität und des Aufenthaltsstatus, zeigt sich, dass sich bei Straftaten gegen das StGB die Zahl der Beschuldigten aus der ständigen Wohnbevölkerung bei Schweizer Staatsangehörigen kaum verändert (-0,1%, -37 Beschuldigte) und dass sie bei ausländischen Staatsangehörigen (+3,0%, +668 Beschuldigte) nur leicht zugenommen hat. Gestiegen ist die Zahl der Beschuldigten aus dem Asylbereich (+38,7%, +1638 Beschuldigte) und aus der nichtständigen Wohnbevölkerung (+13,9%, +1776 Beschuldigte). Diese Zunahmen betreffen insbesondere Diebstähle, namentlich Ladendiebstähle bei den Beschuldigten aus dem Asylbereich und Einbruchdiebstähle bei den Beschuldigten aus der nichtständigen Wohnbevölkerung.

Zahl der Gewaltstraftaten steigt auf den Wert von 2010
Die Zahl der Gewaltstraftaten ist um 4 Prozent (+1776 Straftaten) gestiegen und entspricht mit 46'809 Verzeigungen dem Wert aus dem Jahr 2010. Die deutlichsten Zunahmen sind bei den Fällen von schwerer Körperverletzung (+23%, +110 Straftaten), Gewalt und Drohung gegen Beamte (+17%, +438 Straftaten), Raub (+16%, +490 Straftaten) und Nötigung (+12%, +238 Straftaten) zu beobachten. Die Zahl der Tötungsdelikte (auch versuchte) blieb mit 229 Straftaten stabil.
Für das Jahr 2012 wurden in der Schweiz 15’810 Straftaten häuslicher Gewalt – meistens Gewalt in der Partnerschaft – registriert (2011: 14'881). Dies entspricht einem Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem ihre Zahl seit 2009 stetig zurückging. Da nicht all diese Straftaten verzeigt werden, müssen diese Zahlen als Minimalwerte gesehen werden.

Straftaten im Zusammenhang mit Besitz und Sicherstellung von Betäubungsmitteln nahmen erneut zu Mit 48 Prozent der verzeigten Widerhandlungen gegen das BetmG stellen die Straftaten wegen Betäubungsmittelkonsums den grössten Anteil dar, gefolgt von Straftaten wegen Besitzes und Sicherstellung von Betäubungsmitteln mit einem Anteil von mehr als 41 Prozent.
Im Jahr 2012 ist die Gesamtzahl der Widerhandlungen gegen das BetmG um 2 Prozent gestiegen (+2% im Jahr 2011), was einer Zunahme von 1651 Straftaten entspricht. Während beim Betäubungsmittelkonsum eine Zunahme zu beobachten ist (+2%, +1078 Straftaten), ist bei der Sicherstellung von Betäubungsmitteln ein Rückgang festzustellen (-2%, -685 Straftaten). Cannabisprodukte wurden mit einem Anteil von 68 Prozent weiterhin am häufigsten konsumiert.

Starke Zunahme der Verstösse gegen das Ausländergesetz
Rund 67 Prozent der Straftaten gegen das AuG sind den Fällen von illegaler Einreise und unrechtmässigem Aufenthalt in der Schweiz zuzuordnen (24'521 Straftaten) und 14 Prozent betreffen die illegale Ausübung oder Beschaffung einer Erwerbstätigkeit (5105 Straftaten).
Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein erneuter Anstieg um 15 Prozent der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz (+26% seit 2010). Dieser lässt sich hauptsächlich auf die Zunahme der illegalen Einreisen sowie auf Fälle von unrechtmässigem Aufenthalt in der Schweiz zurückführen (+15%, +3157 Straftaten).

NeuenburgNeuenburg / 25.03.2013 - 13:45:47