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Ylenia: Mit Nitroverdünner vergiftet

AI/SG. Ylenia wurde mit Nitroverdünner vergiftet. Dies gaben die Untersuchungsbehörden bekannt. Gleichzeitig erklärten sie, dass Urs Hans von Aeschs Motiv sexueller Natur war.

Wochenlang standen zahlreiche Fragen im Raum. Anfangs dieser Woche präsentierten die Untersuchungsbehörden Antworten. «Ylenia ist infolge einer Toluol-Vergiftung verstorben», erklärte Daniel Eisenhart vom Institut für Rechtsmedizin in St.Gallen. Toluol kommt in hoher Konzentration in Nitro-Verdünner vor.

Tat über mehrere Wochen geplant
«Von Aesch plante eine Straftat über mehrere Wochen hinweg. Am 10. Juli kaufte er im Glattzentrum bei Zürich den Nitroverdünner, den er bei der Entführung von Ylenia verwendete. Am 11. Juli erstand er im Zürcher Letzipark eine Schwanenhalsschaufel und eine Nestsäge. Es muss zudem davon ausgegangen werden, dass von Aesch im Juli aus seinem Schrankfach bei der Thurgauer Kantonalbank den Revolver entnahm, mit dem er am 31. Juli auf den Zeugen im Hartmannswald schoss», führte Untersuchungsrichter Erich Feineis aus.

Am Tattag hatte von Aesch laut Roland Hübner von der Kapo AI eine selbstkonstruierte Schusswaffe, einen Revolver, ein Elektroschockgerät und einen Pfefferspray dabei. «Fest steht, dass hier ein ausgesprochen gefährlicher, berechnender und kaltblütiger Täter am Werk war», so Feineis. Und fest stehe auch, dass von Aesch töten wollte.

Obwohl die Tat geplant war, hatte sich von Aesch Ylenia nicht bereits im Vorfeld als Opfer ausgesucht, hielt Hübner fest. In drei weiteren Fällen hatte von Aesch laut Feineis Mädchen in den Kantonen St.Gallen und Zürich fotografiert.

Sexuell motivierte Tat
Laut Untersuchungsrichter Feineis liegen der Tat sexuelle Motive zu Grunde: «Das Entkleiden des Opfers sowie weitere Indizien sprechen für eine sexuell motivierte Tat. Sie ändern jedoch nichts daran, dass im Fall Ylenia mit Ausnahme des Entkleidens des Opfers keine konkreten sexuellen Handlungen nachgewiesen werden können.»

Trotzdem: Berührungen oder weitergehende Handlungen, die keine gröberen Spuren hinterliessen, hätten aufgrund der langen Lagezeit des Körper nicht mehr festgestellt werden können, führte der Untersuchungsrichter weiter aus.» Feineis wies zudem daraufhin, dass ein sexueller Missbrauch vielleicht auch deshalb nicht stattgefunden hatte, weil der vorzeitige Tod des Opfers dies aus Sicht des Täters verhindert habe.

Ein weiteres Indiz spricht für eine sexuell motivierte Tat: Von Aesch hatte pädophile Neigungen. «Dies geht aus den in Spanien sichergestellten Kinderfotos am Strand hervor», so Feineis. Laut dem Untersuchungsrichter verbarg von Aesch diese Neigungen jedoch gezielt – auch vor seiner Ehefrau.

Suizid als Ausweg
Laut den Untersuchungsbehörden hatte von Aesch zwar die Absicht, jemanden zu töten. Sein Selbstmord aber sei nicht geplant gewesen. «Vor seinem Suizid hatte sich von Aesch von Verwandten und Bekannten verabschiedet und dabei sinngemäss jeweils erklärt, dass etwas schief gelaufen sei und er einen Blödsinn gemacht habe», so Feineis.

Ob sich diese Aussage auf den Tod von Ylenia bezog oder eher auf die fehlgeschlagene Beseitigung des Zeugen, welcher ihn im Wald beim Vergraben von Ylenias Kickboardes erwischt hatte, sei unklar. Fest stehe aber, dass von Aesch nach der gescheiterten Tötung des Tatzeugen seine Pläne änderte. «Wir gehen davon aus, dass er erst dann Suizid-Absichten hatte», so Feineis. Vor der Entdeckung durch den Zeugen habe von Aesch sämtliche Spuren verwischt, nachdem er vom Zeugen erwischt worden war, hätte er den Rucksack direkt beim Wegkreuz niedergelegt.

«Warum musstest du schon sterben?»
Viele Fragen wurden anfangs Woche beantwortet. Schlimme Vermutungen bewahrheiteten sich. Eine Frage, die sich auch Ylenias Familie in der Todesanzeige stellt, bleibt: «Warum musstest du schon sterben?» «Diese Frage wird nie beantwortet werden können, denn sie stösst in eine unendliche Sinnlosigkeit, die sich gedanklich nicht fassen lässt», so Staatsanwalt Christoph III. Alle Artikel zum Fall Ylenia im Überblick

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 19.11.2007 - 17:04:00