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Wushu – auch als Gewaltprävention

Herisau. Eine Herisauer Schulklasse nimmt an einem Pilotprojekt der chinesischen Kampfkünste teil.

Der chinesische Ausdruck «Wushu» steht nicht nur für Kampfkunst und gesundheitsfördernde Bewegungen, sondern auch für Gewaltprävention: Ein «Shifu» (Meister) führt seit Februar eine Herisauer Schulklasse durch dieses Projekt.

Turnhalle Waisenhaus: Die Sechstklässler aus dem Landhaus sind mit Lehrerin Angela Stefani zu Gast. Die Schülerinnen und Schüler tragen einheitliche weisse Shirts. Die Anweisungen kommen von einem Mann in roter Kleidung.

Die Knaben und Mädchen sprechen ihn als «Shifu» an (= Meister): Shaofan Zhu stammt aus Südchina und lebt seit Mitte der Achtzigerjahre in der Schweiz. Er ist Gründer und Leiter des China Wushu Institutes St.Gallen, einer der führenden Ostschweizer Schulen chinesischer Kampfkünste.

Neben seiner Wettkampf- und Lehrtätigkeit amtiert Shaofan Zhu auch als Trainer des Schweizer Nationalkaders. Beim Training mit der Herisauer Klasse assistiert ihn Philippe Binder, Mitglied des Nationalteams.

«Soziale Komponenten»
Die Swiss Wushu Federation ist der schweizerische Dachverband für alle Kampfkünste chinesischer Abstammung wie Kung Fu oder Taijiquan. Integriert in dieses Pilotprojekt, zu dem die Schulleitung ihr Einverständnis gegeben hat, ist auch die Qi Gong Gruppe Herisau.

«Es geht um soziale Komponenten, um das Verhalten mit sich selber und mit anderen Leuten», sagt Shaofan Zhu. Ziele: die Auseinandersetzung mit «seinem Selbst» und dem Umfeld; der respektvolle Umgang mit dem Gegenüber, die kampflose Konfliktlösung, die Körper- und Selbstbeherrschung, die Entwicklung von Fürsorge und Vertrauen.

Drachen: für das Team
Es werden nicht nur Angriffs- und Abwehrbewegungen, Schreie, Sprünge und schnelle Drehungen demonstriert. Ein grosser, bunter Drachen rückt in den Mittelpunkt, er wird auf Stangen getragen und bewegt, rollt sich ein, macht sich gross.

«Ich habe den Drachen als Symbol ausgewählt: Wir sind ein Team; dies ist der Grundgedanke», erzählt der Meister in einem Moment, als die Begleitmusik leiser wird. Die grossen Trommeln werden auch von Schülern der Klasse geschlagen. Die Bewegungen des Drachens können nur funktionieren, wenn die Jugendlichen aufeinander schauen.

Die Klasse ist mit Interesse und Einsatz dabei. «Der Zusammenhalt konnte gesteigert werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen, mit den Kräften vielleicht auch einmal anders als sonst umzugehen», sagt die Lehrerin.

Neunmal traf sich die Klasse mit den Leitern zum Training. Es folgten zwei Schlussproben im Hinblick auf eine Aufführung während des Schulhaus-Festes am Donnerstag, 29. Mai: Bei schönem Wetter wird der «Drachen-Tanz» auf dem Platz vor dem Landhaus aufgeführt (17.15 Uhr), ansonsten zeigt die Klasse wenigstens einen Teil des Programms im Estrich.

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Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 24.05.2008 - 09:45:00