«Wirtschaftliche Entwicklung fördern»

Leserbrief. Regula Streckeisen, thurgau24.ch-Leserin und Präsidentin der EVP TG, äussert sich zur Abstimmung über die Personenfreizügigkeit.

Lebt der Mensch nur für Brot und Geld? Fast könnte man es meinen. Denn über die wirtschaftlichen, finanziellen und arbeitsmarktlichen Aspekte der Personenfreizügigkeit schreiben sowohl Befürworter als auch Gegner fleissig und ausführlich. Ich wähle deshalb einen anderen Aspekt: Rumänien und Bulgarien sind vorwiegend christliche Länder. Ihre Armut und Arbeitslosigkeit sind sehr gross, was erfahrungsgemäss zu erhöhter Kriminalität und Korruption führt. Kriminelle Menschen halten sich nicht an Verträge. Deshalb hielten sich rumänische Diebesbanden in unseren Wäldern auf lange bevor Rumänien der EU beitrat. Daran wird ein Nein in der kommenden Abstimmung nichts ändern. Sie gibt uns aber die Möglichkeit, mit einem Ja die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Ländern zu fördern durch zusätzliche wirtschaftliche Beziehungen.

Ich betrachte deshalb die Personenfreizügigkeit auch als einen Akt christlicher Solidarität mit diesen armen EU-Ländern. Vielleicht werde ich nun als naiver Gutmensch belächelt. Damit kann ich leben, denn der christliche Auftrag zur Solidarität ist mir wichtiger. Zudem bin ich überzeugt, dass diese Länder ihre Armut und Kriminalität eher in den Griff bekommen, wenn wir uns nicht abschotten von ihnen, sondern zu ihrer Entwicklung in Bildung und Wirtschaft beitragen. Das nützt dann auch uns. Deshalb: Stimmen Sie Ja zur Personenfreizügigkeit!

Thurgau / 19.01.2009 - 08:35:00
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