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«Wir würden einen Sponsor verlieren»

AR. Wenn die Stimmbürgerschaft das Gesundheitsgesetz am nächsten Sonntag gutheissen, bedeutet dies das Aus für die Tabak- und Alkoholwerbung.

Das neue Gesundheitsgesetz kommt am kommenden Sonntag, 25. November, in Ausserrhoden zur Abstimmung. Wird es vollumfänglich angenommen, darf künftig in Gaststätten nicht mehr geraucht werden. Das geplante Rauchverbot ist äusserst umstritten. Ebenfalls grosse Wellen schlug das geplante Werbeverbot für Tabak- und Alkohol, welches mit einem Ja zum Gesundheitsgesetz Wirklichkeit werden würde. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt der Präsident des FC Herisau, was dies für einen Verein wie den Fussballclub auch in finanzieller Hinsicht bedeuten würde.

Herr Wäspi, warum wehren Sie sich gegen das geplante Werbeverbot für Tabak- und Alkohol?
Marc Wäspi: Meiner Meinung nach differenziert die Werbung grundsätzlich zwischen den einzelnen Alkohol- und Tabak-Produkten. Jedoch fördert diese nur gering den Konsum. Verbote sollten direkt und spezifisch beim Erwerb dieser Produkte ausgesprochen werden. Die Werbeverbote treffen die Vereine auf finanzieller Ebene. Nicht die Werbung, sondern der übermässige Konsum ist das Problem. Vernunft kann man nicht mit Verboten regeln.

Was wäre das Schreckensszenario, wenn Tabak- und Alkoholwerbung verboten werden würde?
Es gibt kein Schreckenszenario. Für uns würde wieder ein Sponsor mehr verloren gehen. Das tut selbstverständlich weh. Verbote sind auch nicht die Lösung aller Probleme. Ich glaube nicht, dass durch diese Massnahme der Konsum von Alkohol und Tabak verringert wird.

Den Vereinen bliebe, sofern die Regierung die Erlaubnis erteilt, auch nach Annahme des Gesetzes die Möglichkeit, Ausnahmen zu gestatten. Könnten Sie damit nicht leben?
Ich beuge mich selbstverständlich dem Volkswillen und akzeptiere jegliche Entscheidung. Das ist direkte Demokratie, wie ich sie mir für alle wünsche. Jedoch halte ich nicht viel von anschliessenden Ausnahmebewilligungen für Einzelne. Wir alle sollten mit den gleichen «Spiessen» bestückt werden.

Mit welchen finanziellen Einbussen müssten sie rechnen?
Die Einbusse liegt nicht nur im finanziellen Rahmen, sondern auch in unserer liberalen Tradition, die durch Verbote und Einschränkungen beschnitten wird. Der Ausserrhoder ist mündig genug, um sich selber Grenzen zu setzen und um dem Markt die Chance zu geben, sich selber zu regeln.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 22.11.2007 - 07:52:00