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«Wir wollten keine Zwitterlösung»

Waldstatt. Der Gemeinderat hat beschlossen, in öffentlichen Gebäuden das Rauchen zu verbieten - bisher sind noch keine grossen Rückmeldungen eingegangen.

67 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz sind Nichtraucher. Das Passivrauchen bringt nicht nur viele Gesundheitsrisiken mit sich, sondern es wird von den meisten auch als lästig empfunden. Der Gemeinderat Waldstatt lässt diesen Tatsachen nun Taten folgen und hat beschlossen, dass ab dem 1. Januar 2007 in sämtlichen öffentlichen Gebäuden der Gemeinde ein Rauchverbot gilt. Inbegriffen sind also die Schulhäuser, mit Ausnahme einer Raucherecke im Freien, die Kindergärten, die Mehrzweckanlage, die ARA und das Gemeindehaus.

Reaktionen werden erwartet
Die Umsetzung der Kampagne «rauchlos glücklich» ist in diesen Tagen gestartet. «Die Flyer dazu wurden verteilt. Vorgängig informierten wir die direkten Betroffenen, also das Personal der Institutionen mit einem Brief», sagt Hermann Meiler, Gemeindeschreiber von Waldstatt. Bis anhin habe man nur wenige Reaktionen auf das Rauchverbot erhalten. Und wenn, dann seien diese positiver Natur gewesen. «Es ist jedoch anzunehmen, dass wir in nächster Zeit sicher noch Rückmeldungen bekommen werden.» Beispielsweise das Rauchverbot im Mehrzweckgebäude löse wahrscheinlich heftige Reaktionen aus. Allgemein geht es dem Gemeinderat darum, ein gesundheitsförderndes Klima – das auch im Leitbild definiert ist – zu schaffen und den Schutz der Nichtrauchenden zu gewährleisten.

Neue Weisungen für den Jugendtreff
Auch das Reglement des Jugendtreffs hat einige Neuerungen erfahren. Im und um den Jugendraum gilt ein absolutes Rauch-, Drogen- und Alkoholverbot für Jugendliche. «Wir sahen uns gezwungen, Verschärfungen vorzunehmen. Also wurde die Raucherecke abgeschafft», sagt Meiler. An und für sich hätte diese Raucherecke funktioniert, doch wollte man keine «Zwitterlösung», sondern eine einheitliche Linie fahren.

Lösung konsequent durchziehen
Die über 16-Jährigen hätten geraucht; die Jüngeren mussten darauf verzichten. Meiler: «Wir sind uns bewusst, dass die älteren Jugendlichen eine gewisse Vorbildfunktion haben. Darum mussten wir eine solche Lösung durchziehen.» Dies hätte zwar Diskussionen mit den Jugendlichen mit sich gezogen, doch eine verschärfte Formulierung im Benutzungsreglement sei die konsequente Fortsetzung der bisherigen Praxis für den Jugendtreff.

«Es braucht alle»
Verstärkt werden soll in diesem Zusammenhang auch die Prävention. Dem Gemeinderat ist klar, dass damit keine Suchtprobleme gelöst werden, ihre Entstehung kann verhindert oder allenfalls gebremst werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Suchtprävention im Alltag ansetzt: In der Familie, in der Schule, im Jugendtreff, im Sportclub aber auch im Dorfladen und im Restaurant. «Für eine wirksame Suchtprävention braucht es alle», wie Meiler sagt.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 30.11.2006 - 14:01:00