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«Wir sind relativ spät eingestiegen»

Teufen. Seit mehr als 30 Jahren ist die media swiss ag aktiv. Während der Firmenname einer breiten Öffentlichkeit wenig bekannt sein dürfte, sind es ihre Produkte umso mehr.

Das Unternehmen in Teufen steht hinter Internetportalen wie gate24.ch oder autoscout24.ch. Entstanden ist die media swiss ag aber vor einem ganz anderen Hintergrund. Ihr Gründer, Präsident und VR-Delegierter Dölf Früh im Gespräch.

Sie haben als 1984 als klassische Ein-Mann-Firma begonnen. Haben Sie damals schon davon geträumt, dass sich daraus jemals eine Firmengruppe entwickeln könnte?
Dölf Früh: Nein, in keiner Weise, das wäre vermessen gewesen. Man wächst langsam und sukzessive in eine solche Entwicklung hinein. Wer ein Unternehmen gründen will, tut das in der Regel einfach, gibt sein Bestes. Man kann nicht alle Entwicklungen voraussehen.

Grundidee waren damals werbefinanzierte Landkarten. Im Rückblick eine sehr einfache Idee – genial einfach?
Das war eines unserer ersten Produkte. Den meisten Gemeinden ging es damals finanziell nicht besonders gut, sie hatten nicht mehr länger die nötigen Mittel, um solche Karten auf eigene Kosten herzustellen. Also behalfen sie sich mit einfachen, selbst gedruckten Versionen auf einem A4-Blatt oder etwas ähnlichem, wie ich oft beobachten konnte. Ich habe danach den Kontakt zu den grossen Kartographen gesucht und ihnen eine Zusammenarbeit vorgeschlagen, aber sie blockten entweder ab oder verlangten sehr hohe Lizenzgebühren. Das zwang uns, mit damals noch ganz rudimentären Mitteln selbst Karten herzustellen. Damals war die Kartographie mit kostenintensiver Handarbeit verbunden und wir mussten günstigere Produktionsmethoden finden – so kamen wir auf die Herstellung mittels Computer. Damit waren wir relativ früh mit einer neuen Technik auf dem Markt und dadurch auch in der Lage, grössere Kartenwerke beispielsweise für die Stadt St.Gallen zu viel günstigeren Konditionen herzustellen.

Das heisst: Die Idee mit der Werbefinanzierung und der Alleingang führten letztlich sogar zu einem besseren Produkt?
Ich möchte nicht von besser oder schlechter sprechen, ich denke, wir haben uns ganz einfach im Markt schneller bewegt als andere. Und man muss klar sehen: Wir hatten auch einen Vorteil gegenüber den herkömmlichen Kartographen. Dadurch, dass wir ohne spezifischen Auftrag einzelner Gemeinden arbeiteten, konnten wir flächendeckend Karten herstellen und hatten nach einigen Jahren bereits 2000 Gemeinden lückenlos mit Karten erfasst.

Wie lange mussten Sie warten, bis der erste Mitbewerber die Idee kopierte?
Wir waren ja mit Sicherheit selbst auch nicht die ersten mit dieser Geschäftsidee, es gibt auch heute Dutzende von Anbietern in diesem Bereich. Aber wir unterscheiden uns in der Konsequenz, mit der wir die Idee verfolgt haben und konnten so zum Marktleader werden. Entscheidend ist auch die Aktualität der Produkte: Wir führen ein flächendeckendes Kartennetz im Turnus von drei Jahren à jour.

Werbefinanzierung von Drucksachen: Das wäre auch mit anderem möglich gewesen als mit Landkarten.
Natürlich, unser Produkt hätte auch ein völlig anderes sein können. Aber wir haben in erster Linie immer versucht, die Aufgabe, die wir im Fokus hatten, richtig zu machen und uns nicht zu verzetteln. Mit jeder Produktegeneration haben wir die Qualität verbessert und stets einen hohen Standard angestrebt.

Bei den Karten blieb es nicht, 1998 kam das Internet als weiterer Geschäftsbereich dazu. Brauchte es damals, als das Web noch nicht so selbstverständlich war wie heute, mehr Überzeugungskraft, Internet-Angebote zu verkaufen?
Im Gegenteil, das ist heute schwieriger. Wir sind 1998 relativ spät auf den Zug aufgestiegen und haben das Internetbusiness bis zu jenem Zeitpunkt von aussen genau beobachtet. Erst als wir das Gefühl hatten, dass die Zeit reif ist, sind wir mit einem ganz einfachen Modell in den Markt gegangen. Print war ausser Mode, online war angesagt. 2001 platzte die Internet-Blase, und viele haben gemerkt: Das Internet ist ein sehr interessantes Medium, aber es nicht alles. Heute sind auch die Kunde mündiger, man muss als Anbieter hervorragende Produkte bringen, es verkauft sich nicht einfach alles von selbst.

[space] Das ausführliche Interview können Sie unter leaderonline.ch nachlesen. [space] [space]


Über die media swiss group
Die media swiss group mit Hauptsitz in Teufen ist ein führendes Schweizer Kompetenzzentrum für die Verbindung von Online-Marktplätzen und Online-Verzeichnissen mit geografischen Informationssystemen. Die Print-Division der media swiss group erstellt das Kartenmaterial für über 2000 der Schweizer Gemeinden. Im Februar 2007 fusionierte die 1984 von Dölf Früh gegründete media swiss ag mit der in Flamatt ansässigen Xmedia AG zur media swiss group. Sie betreibt unter anderem das bekannte Branchenverzeichnis gate24 und die Online-Plattformen AutoScout24, MotoScout24, JobScout24, ImmoScout24 und FriendScout24. Die media swiss group beschäftigt derzeit 350 Mitarbeitende und will in den nächsten Jahren 100 weitere Arbeitsplätze schaffen.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 25.12.2007 - 08:27:00