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Wir sind Olma – ob wir wollen oder nicht

Olma ist dann, wenn die Stadt St.Gallen von Menschen belagert wird, die eigentlich gar nicht in die Stadt passen.

Ich darf das sagen, denn eigentlich bin ich einer von ihnen. Ein Auswärtiger, einer vom Lande.

Die eigentliche Faszination Olma habe ich erst kennen gelernt, als ich hierher gezogen bin. Erst damals wurde mir klar, was dieses Ereignis für die Stadt bedeutet. Ähnlich wie am Open-Air sind wir für ein paar Tage lang alle gleich – vereinigt innerhalb einer immer zu kleinen Fläche, eingehüllt von einer Nebelwolke und umgeben von eigenartigen Gerüchen, die uns im Normalfall zur Flucht bewegen würden.

Nicht aber an der Olma. Dort begibt man sich immer tiefer hinein, begegnet Freunden, Ex-Freunden, Bekannten und Personen, die wir doch irgendwo schon einmal gesehen haben. Es ist ein Aufeinandertreffen der verschiedensten Weltanschauungen und Schichten, die es nach Brot und Spielen dürstet.

Ich bin keiner, der sich das Datum der Olma rot im Kalender markiert. Trotzdem zieht es mich aber praktisch jedes Jahr wieder zu den Hallen. Wieso das so ist, kann man nur schwer beschreiben. Es dürfte wohl daran liegen, dass an der Olma alljährlich wieder die spannendsten Geschichten geschrieben werden.

– Ein Bekannte von mir hat an der Olma ihre Liebe kennen gelernt. Eine Liebe, die sie dieses Jahr mit dem Ja-Wort besiegelt haben. Solche herzerwärmenden Geschichten dürfte es einige geben – herzbrechende aber wohl ebenso.

– Ein Industriellensohn wollte sich – damals noch knapp über der Pubertät – zusammen mit einigen Kollegen an einem Weinstand kostenlos ein Vergnügen bereiten. Als er mit der Begründung, er kaufe ja doch nichts, weggeschickt wurde, erstand er am Nachbarsstand den halben Weinvorrat.

– Eine der absoluten Topgeschichten liegt aber schon rund 12 Jahre zurück, als Toni Brunner am Tag seiner Wahl in den Nationalrat an der Olma in eine Schlägerei verwickelt wurde. Für seinen Auftritt vor den Kameras erhielt er schliesslich spontan das Hemd von TV-Legende Walter Eggenberger.

Ich weiss, Sie warten auf versautere Geschichten. Aber solche sind mir keine zu Ohren gekommen. Glauben Sie mir. Oder können diese Augen lügen?

Wir alle bilden also ein Stück der Olma-Geschichte. Auch wenn manche das wohl gerne verdrängen würden.


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Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 19.09.2007 - 11:05:00