«Wir halten uns an Gesetze»
Im Wallis sorgt ein Erotikfilm «über» die Riederalp für Schlagzeilen. Was sagt der Ostschweizer Erotikproduzent Jvo Ganz zur Affäre?
Hochglanzprodukte aus den USA sind im gewinnträchtigen Markt der Pornoproduktionen nicht mehr so hoch im Kurs. Gefragt sind Aufnahmen, die «Nähe» versprechen. Der Goldacher Jvo Ganz, in der Schweiz eine der wichtigsten Figuren in diesem Geschäft, erwirtschaftet gute Zahlen mit Erotikfilmen, die den Eindruck vermitteln, in jeder Szene der eigenen Nachbarin begegnen zu können.
Auf diesen Zug ist nun auch die Firma Libosan aufgesprungen, wie «20 Minuten» schreibt (siehe Artikel). Der Film «Neues von der Riederalp» verspricht heisse Szenen direkt aus dem Wallis – was sich als kleine Notlüge entpuppt, denn gedreht wurde im Ausland. Doch auf der Riederalp, die als unfreiwillige Titelgeberin für den Streifen fungiert, findet man das trotzdem gar nicht witzig, befürchtet einen Imageschafden und hat rechtliche Schritte angedroht. Probleme, die Jvo Ganz nicht drohen, wie er im Interview erklärt.
Jvo Ganz, Libosan vermarktet einen «Heimatfilm-Porno» über das Wallis. Haben Sie mit der Produktion etwas zu tun?
Nein, wir sind eine Film-Produktionsfirma für Erotikaufnahmen, die wie es heisst „produziert“ und nicht ausländische Filme zusammenschneidet und mit dem „Schweizer Wappen» schmückt.
Hat man Ihnen da die Idee geklaut? Immerhin gelten Sie als Begründer des ländlichen Erotikfilms.
Es herrscht freie Marktwirtschaft. Wir kennen unsere Produkte und kennen das Branding, vor allem unsere Filmserie «Porno-Heidi» ist und bleibt der Kassenschlager.
Libosan hat in Salzburg gedreht und vermarktet das Ganze nun über die touristisch bekannte Riederalp. Haben Sie auch schon zu solchen Kniffen gegriffen oder sind Ihre Drehplätze authentisch?
Alle unsere Filme, die als Schweizer Filme in die internationalen Märkte kommen, sind auch Schweizer Filme, immer mit Schweizer Darstellern und Darstellerinnen und an Schweizer Orten oder Locations gedreht.
Auf die Firma wartet nun eventuell ein Rechtsstreit, weil die Gemeindeverwaltung den Titel des Films für geschäftsschädigend hält. Hatten Sie auch schon mit solchen Fällen zu kämpfen?
Nein, bislang noch nie, und wir werden sie auch nie haben, da wir unsere Produktionen immer mit Eigentümern, Verwaltungen und örtlichen Polizeiorganen absprechen, die auch schon einige Male am Dreh vertreten waren. Ebenfalls halten wir uns immer an die gesetzlichen Vorlagen und Bestimmungen.
Ist von Ihnen demnächst wieder eine Produktion mit Ostschweizer Touch zu erwarten?
Ja, aber mit gesamtschweizerischem Touch, Genf und Zürich, Livedrehs an den Erotikmessen. Die Erscheinung wird voraussichtlich im August erfolgen.



























