«Wir feiern bis in den Morgen»
Appenzell. Im 71er Jahrgängerverein wissen die rund 130 Mitglieder um den Wert der Erhaltung ihrer Freundschaft und zelebrieren diesen auch mal feuchtfröhlich.
Es war das Jahr zur internationalen Bekämpfung des Rassismus und der Rassendiskriminierung, das aktive und passive Wahlrecht für die Frau wurde eingeführt und Nadja Auermann kam gerade erst auf die Welt und hatte vom Mannequin-Dasein noch keine Ahnung. Doch das Jahr 1971 ist auch das Geburtsjahr vieler Bewohner aus dem kleinen, oft als urchig abgestempelten Appenzell Innerrhoden, die ihren Jahrgang mit einem Verein gewürdigt haben.
Die Tradition wird fortgesetzt
In Appenzell Innerrhoden ist es Tradition, dass mit der Jungbürgerfeier zugleich ein Jahrgängerverein gegründet wird, erklärt Willy Inauen, Präsident des 71er Jahrgängervereins. Mit blutjungen 20 Jahren traten daher alle Innerrhödler und Innerrhödlerinnen der Vereinigung bei und nach 17 Jahren Vereinsleben können sie sich wahrlich als treue Gefährten bezeichnen.
«Viele der Mitglieder sind im Verlaufe der Jahre weggezogen und nehmen nur noch passiv am Verein teil. Dadurch schwankt die Mitgliederzahl zwischen 100 und 130», so Inauen. Doch der Wunsch nach einer Möglichkeit, seine Freunde regelmässig zu treffen, nimmt von Jahr zu Jahr zu. «Mit etwa 30 Jahren wurde das Interesse für den Verein wieder grösser und die Zahl der Teilnehmer stieg an», sagt Inauen weiter.
Den Freundeskreis aufrechterhalten
Viele der eingeschworenen 71er-Jahrgänger sind zusammen in Appenzell zur Schule gegangen. Der Verein hat den Grundsatz alle mit dem Jahrgang 1971, die in Innerrhoden aufgewachsen sind, einmal dort gewohnt haben oder heute dort wohnhaft sind, aufzunehmen. Dadurch wurde der kleine Kreis aus Appenzell mit vielen Personen aus umliegenden Ortschaften erweitert. Laut Inauen ist der Jahrgängerverein der perfekte Ort, um Freundschaften über lange Zeit aufrechtzuerhalten.
«Wir treffen uns ein bis zwei Mal pro Jahr und unternehmen zusammen ganz Unterschiedliches: Im Winter organisieren wir zum Beispiel einen Skitag. Aber wir besuchen auch Museen und schauen uns Ausstellungen an». Der Vorstand wird jeweils alle fünf Jahre an den Hauptversammlungen gewählt, was immer mit einem grossen Fest gefeiert wird.
Feiern bis zum Morgengrauen
Auf die Frage, was das Besondere am 71er Jahrgang sei, antwortet Inauen lachend: «Wir sind natürlich der speziellste Jahrgang den es je gegeben hat. Was uns wirklich auszeichnet, ist unser wahnsinniger Zusammenhalt. An den zwei Vereinsanlässen im Jahr wird bis in den Morgen gefeiert – natürlich aus Freude ums Wiedersehen».
Die mittlerweile 37-jährigen Mitglieder werden sich auch weiterhin treffen, doch wie ihr 40. Geburtstag aussehen wird, wissen sie noch nicht: «Es wird bestimmt einen besonderen Anlass geben, aber der ist für uns noch in weiter Ferne».



























