Wildwasserfahrer beschliessen Bauprojekt
Pfyn. In ihrer ereignisreichen Generalversammlung entschieden die Thurgauer Wildwasserfahrer den Bau eines Obergeschosses auf das Clubhaus.
Ein Obergeschoss auf das bestehende Clubhaus an Stelle der beiden Holzbaracken mit einer Bausumme von rund 150 000 Franken beschlossen die Thurgauer Wildwasserfahrer (TWF) am letzten Freitag an ihrer Generalversammlung in Pfyn. In einer zweiten Abstimmung entschied die Mehrheit der anwesenden Vereinsmitglieder, das Projekt unverzüglich an die Hand zu nehmen und wenn möglich bereits diesen Herbst mit den Bauarbeiten zu beginnen. Wo immer es geht, wird selbst Hand angelegt und jedes Mitglied ist verpflichtet, durch tatkräftigen Einsatz an verschiedenen Arbeitseinsätzen seinen Teil dazu beizutragen. Den Zeitpunkt erachten die Wildwasserfahrer als günstig. Unmittelbar angrenzend an ihr Clubgelände wird gegenwärtig für über drei Millionen ein Sportplatz gebaut. So hofft man, bei der Gemeinde Pfyn ein offenes Ohr für das beschlossene Projekt zu finden. Sobald die Baubewilligung eingereicht ist, will man diesbezügliche Gespräche führen.
Die bewährten Aktivitäten mit Thurbummel im Mai, Kanupoloturnier im August, den beiden Kanuferienlagern – Südfrankreich im Frühling und Engadin im Sommer – sowie der Kanu-Anfängerkurs nach den Sommerferien waren unbestritten und schnell besprochen. Die Vorstandsmitglieder wurden ohne formelle Abstimmung, dafür mit kräftigem Applaus gewählt, ebenso wie die zahlreichen Freiwilligen für die verschiedenen Anlässe. Viel zu reden gab wie erwartet das vorgeschlagene Bauprojekt. Dass die beiden Baracken, die vor zwanzig Jahren der HERO abgekauft worden waren, sanierungsbedürftig seien, hatte die Versammlung bereits vor einem Jahr zur Kenntnis genommen und aus diesem Grund eine Baukommission gebildet. Diese hatte in einem knappen Jahr ganze Arbeit geleistet und bereits im Januar an einer Informationsveranstaltung eine zukunftsweisende Lösung vorgestellt. An der GV präsentierte Emmanuel Gerber, der neu auch in den Vorstand gewählt wurde, im Namen der Baukommission das grosszügige und sorgfältig ausgearbeitete Projekt nochmals allen Mitgliedern. Der Holzbaufachmann zeigte auf, dass die eine Baracke, die als Materialhütte genutzt wird, stellenweise bereits durchgefault ist, während die andere, die als Versammlungsraum dient, schätzungsweise noch ein bis vier Jahre halten würde. Als Ersatz solle bei der dritten, massiv gebauten Clubhütte das Dach entfernt und ein zusätzliches Geschoss errichtet werden.
Zu Diskussionen Anlass gab vor allem die Höhe der Bausumme. Obschon der Verein gut die Hälfte aus eigenen Mitteln aufzubringen vermöchte und der Rest voraussichtlich in zehn bis zwölf Jahren amortisiert werden könnte, taten sich viele Mitglieder schwer, einem solchen Vorhaben ihre Zustimmung zu geben. Knapp zwei Wochen vor der GV wurde deshalb ein Antrag für ein Alternativprojekt eingereicht, das für rund 100 000 Franken realisiert werden könnte. Nicht in erster Linie der Schutz vor einem möglichen Hochwasser gab den Ausschlag, dass die grosszügigere Variante schliesslich eine knappe Mehrheit fand. Es waren hauptsächlich langjährige Vereinsmitglieder, die sich für eine nachhaltige Lösung einsetzten: Der Verein brauche Visionen und jenen Pioniergeist, der ihn stark gemacht habe. Demgegenüber waren es eher Jüngere, die sich nicht für zehn Jahre festlegen wollten und denen eine kurzfristige und kostengünstigere Lösung lieber gewesen wäre. Einig waren sich alle, dass es nun darum geht, mit vereinten Kräften Gönner und Sponsoren zu suchen und so die Verschuldung möglichst gering zu halten.



























