Wie setzt man 1 Million ein?
Kreuzlingen. Gross war im Kreuzlinger Gemeinderat die Freude über den positiven Abschluss der Rechnungen der Stadt und Technischen Betriebe.
Die Rechnungen 2007 standen im Zentrum der Parlamentssitzung vom Donnerstag Abend. Die Rechnung der Stadt schliesst mit einem Ertragsüberschuss von CHF 3,568 Mio., budgetiert war ein Minus von CHF 0,293 Mio. Die Technischen Betriebe Kreuzlingen (TBK) hatten mit einem Plus von CHF 1,163 Mio. gerechnet, tatsächlich resultierte ein Überschuss von CHF 1,869 Mio. Für die TBK und ihren scheidenden Direktor Dieter Reichelt gab es viele lobende Worte im Gemeinderat. Besonders hervorgehoben wurde, dass das sehr gute Ergebnis in einem schwierigen Marktumfeld und trotz relativ tiefen Preisen erzielt worden sei. In der Schlussabstimmung passierte die Rechnung der TBK einstimmig.
Bei der Stadtrechnung hob der Präsident der Finanz- und Rechnungsprüfungskommission (FRK), Christian Lohr, die Ausgabendisziplin von Exekutive und Verwaltung heraus: Obwohl der durch die brummende Wirtschaft und den starken Zuzug von Steuerzahlern begründete Überschuss schon früh absehbar war, habe man sich nicht zu zusätzlichen Ausgaben verleiten lassen. Die finanzpolitischen Sprecher aller Fraktionen zeigten sich vom Ergebnis hoch erfreut. Angesichts der geplanten grossen Investitionen sei die Stadt «aber auch auf solche Abschlüsse angewiesen», sagte Jost Rüegg von der Freien Liste. «Anlauf holen» für künftige Investitionen hiess das bei Hanns Wipf (SP). «Etwas besorgt» zeigte sich die CVP angesichts der steigenden Sozialausgaben.
Stadtammann Andreas Netzle verwies auf ein paar positive Kennzahlen der Rechnung 2007, wie die um 3,0 % gewachsene Steuerkraft je Einwohner, die tiefe Staatsquote und die relativ geringe Verschuldung. Und würden die städtischen Liegenschaften zum Verkehrs- statt zum Buchwert bewertet, so wie dies andere Städte tun, würde Kreuzlingen diesbezüglich noch besser dastehen, rief Netzle in Erinnerung.
Eine Million – vier Anträge
Diskussionen gab es einzig bei der Verwendung des Gewinns oder genauer bei 1 Million davon. Der Stadtrat hatte beantragt, 1 Mio. in die Vorfinanzierung für ein neues Stadthaus einzulegen. Mit Plädoyers für ein neues Stadthaus unterstützten CVP, Freie Liste und SP den Antrag des Stadtrates. Die SVP wollte das Geld der Vorfinanzierung für die Zentrumsbildung zuweisen, legte aber gleichzeitig Wert darauf, dies sei nicht als Votum gegen das neue Stadthaus zu verstehen. Die FDP/EVP-Fraktion plädierte dafür, die Million ins Eigenkapital zu überführen, um die drohende Verschuldung einzudämmen. Schliesslich wollte die FRK das Geld der Vorfinanzierung für Spiel- und Sportanlagen zukommen lassen. Nach einem Abstimmungsmarathon blieb doch alles wie gehabt: Die Million geht in die Vorfinanzierung Stadthaus. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat daraufhin die Rechnung 2007.



























