Wie «grün» ist das Appenzellerland?
AR/AI. Um das «Grüne Appenzellerland» (GRAL) ist es recht still geworden. Ist die Partei überhaupt noch aktiv - und von Bedeutung?
Wer auf der Webseite des «Grünen Appenzellerland», kurz GRAL, auf «News» klickt, blickt tief in die Vergangenheit. Der letzte Eintrag stammt aus dem Sommer 2008 und zeigt ein Bild vom Höhenfeuer, das GRAL-Mitglieder entzündet hatten. Und der vorhergehende Eintrag ist ein Hinweis auf die Hauptversammlung von Ende April 2008, indem festgehalten wird, dass man «dringend auf die Mitarbeit weiterer Mitglieder» angewiesen sei – vor allem auch im Vorstand. Dieser seit im Moment «ziemlich passiv», und daran werde sich kaum etwas ändern, wie es wenig optimistisch heisst.
Das ist bald ein Jahr her. In dieser Zeit drangen auch kaum Aktivitäten der Grünen im Appenzellerland gegen aussen. Die Frage drängt sich auf: Existiert GRAL noch? Ja, sagt Samuel Büechi, einer der Vertreter der Partei. «Wir sind immer noch tätig. Die Mitgliederzahlen steigen langsam, aber kontinuierlich.» Eine mitgliederstarke Partei werde man allerdings nie werden, räumt Büechi ein.
Die Personalprobleme im Vorstand wurden inzwischen entschärft. Büechi: «Wir haben ein fachkundiges Vorstandsmitglied gefunden.» Der Student der Umweltwissenschaften soll an der kommenden Hauptversammlung gewählt werden, wenn die Mitglieder den Vorschlag absegnen.
Gerade aufgrund des geringen Outputs in der Region und die Tatsache, dass das GRAL in der öffentlichen Diskussion kaum eine Rolle spielt, drängt sich die Frage dennoch auf: Hat eine grüne Gruppierung im Appenzellerland überhaupt eine Chance? Es komme auf die Erwartungshaltung an, sagt Samuel Büechi. Zur Zeit sei das GRAL wohl tatsächlich nicht sehr bedeutend, «aber längerfristig werden die Grünen im Kanton ebenso wichtig werden wie andernorts.»
Kernthema der Grünen bleibe auch im Appenzellerland der Umweltschutz. Reagieren werde man als Partei, «wo wir es für nötig befinden.» Ein nächstes Lebenszeichen gibt es mit Sicherheit am zweiten August-Samstag. Dann wird wieder ein Feuer entfacht, «das gegen die schleichende Opferung der Alpen für kurzfristige betriebswirtschaftliche Interessen ein Zeichen setzen soll.»



























