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Wetter-Schweiz: Rauch statt Regen


Das hochdruckbestimmte Wetter hält nun schon seit einigen Tagen an. Damit verstärkt sich die Trockenheit von Tag zu Tag. Besonders heikel ist die Situation auf der Alpensüdseite, wo bereits die ersten Waldbrände ausgebrochen sind.

Im heutigen Blog schauen wir uns an, welche Auswirkungen die aktuelle Wetterlage auf diese Brände hat und wie umgekehrt diese Brände das Wetter beeinflussen können.

Wetterlage


Bodenwetterkarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
DWD


Ein Hochdruckgebiet zwischen der Nordsee und Grossbritannien bestimmt aktuell das Wetter über ganz Mitteleuropa. Die Schweiz lag heute am Südrand davon in einer schwachen Bisenströmung. Eine kleine Schikane in der Höhenwetterkarte führte dazu, dass die Atmosphäre gegenüber gestern etwas labiler geschichtet war. Eine kurze Welle mit etwas kühlerer Luft in 500 hPa verursachte diese Verstärkung der Labilität.

Das Wetter von heute als Bildershow


Blick auf den Sihlsee mit Willerzell.
Foto: D. Gerstgrasser


Satellitenbild von heute Mittag mit der Sonnenscheindauer über die letzten 10 Minuten. Praktisch wolkenlose Bedingungen während des ganzen Tages. Die verstärkte Labilität macht sich durch die zahlreichere Quellwolkenbildung über Jura, Schwarzwald und Vogesen bemerkbar. In der Schweiz messen alle Sonnenscheinmessgeräte volle Besonnung in den letzten 10 Minuten.
MeteoSchweiz


Der Fotografin gelang es, ein einzelnes Quellwölkchen über der Schesaplana einzufangen.
Foto: C. Hayoz


Nach klarer Nacht mit guten Abstrahlungsbedingungen konnte sich erneut Bodenfrost bilden. Dieser war insbesondere im Mittelland von starker Ausprägung. Aber auch in einzelnen Alpentälern, wie etwa im Haslital um Meiringen trat heute starker Bodenfrost auf.
MeteoSchweiz


Am wärmsten wurde es heute auf der Alpensüdseite mit rund 20 Grad. Auf der Alpennordseite wurde die 20-Grad-Marke einzig in Würenlingen (AG) am Nordrand der Schweiz überschritten. Ansonsten wurde es verbreitet um 19 Grad mild.
MeteoSchweiz


Waldbrand im Tessin

Der letzte grossflächigere Niederschlag fiel in der Westschweiz und auf der Alpensüdseite am 14. März. Ein Blick auf die Waldbrandgefahrenkarte macht deutlich, dass sich die Trockenheit beidseits der Alpen zunehmend bemerkbar macht. Auf der Alpensüdseite sind wiederum die ersten Waldbrände ausgebrochen.


Während der Nacht herrschen in Alpentälern talabwärts gerichtete Windströmungen (Bergwind). Tagsüber kehren sich diese um und führen zum sogenannten Talwind (Bild links).


Im Moment wütet ein Waldbrand im Centovalli. Trotz der grossen räumlichen Distanz war heute Morgen die Region Locarno zeitweise in Rauch gehüllt. Der Grund dafür liegt in der aktuellen Wetterlage. Das wetterbestimmende Hochdruckgebiet führt zu einer kräftigen Inversion auf ca. 1200 Meter. Der Rauch kann nicht höher als diese Sperrschicht aufsteigen. Stattdessen breitet er sich unterhalb der Inversion aus und bleibt dort gefangen. In der Nacht herrschte ein talauswärts gerichteter Wind (Bild oben). Dieser verfrachtete den Rauch bis in die Region Locarno.


Der Blick von der Cardada hinunter nach Locarno zeigt, dass sich unterhalb der, im Text beschriebenen Inversion Bewölkung gebildet hat. Die zusätzlichen, durch den Rauch eingebrachten Kondensationskeime führten sogar zur Wolkenbildung.
www.cardada.ch


Entspannung ist für die nächsten Tage nicht in Sicht. Das Wetter bleibt bis Mitte nächster Woche hochdruckbestimmt. Allerdings baut sich der Hochdruckeinfluss allmählich ab. Ab Mittwoch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es auf der Alpensüdseite zu Niederschlägen kommt. Mengenmässig scheint das Ganze aber noch nicht in einem Bereich zu liegen die Defizite der vergangenen Monate zu kompensieren.


Die Wahrscheinlichkeitsprognose des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) zeigt für Lugano ab dem Mittwoch einzelne Members, die etwas Niederschlag vorhersagen (mittlere Grafik). Jede blaue Linie entspricht einem Member (Berechnung mit leicht unterschiedlichen Anfangsbedingungen) des Wahrscheinlichkeitsmodells. ECMWF


Titelbild: Rauch über dem Lago Maggiore bei Locarno

Quelle: Bundesamt für Meteorologie MeteoSchweiz
Titelbild: L. Nisi


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News / 25.03.2022 - 21:54:18