Werkbiographie über Alfred Huggenberger erarbeiten
Der Regierungsrat hat beschlossen, eine breit angelegte, einfach verständliche Werkbiographie über den Thurgauer Schriftsteller Alfred Huggenberger erarbeiten zu lassen.
Eine Projektgruppe aus internen und externen Fachpersonen wird das Buch begleiten. Redaktion und Drucklegung übernimmt der Historische Verein des Kantons Thurgau. Der Aufwand von insgesamt 370 000 Franken wird hauptsächlich aus dem Lotteriefonds finanziert.
Die im Dezember 2006 durch die SBB abgesagte Taufe eines Intercity-Zuges auf den Namen Alfred Huggenberger hat die Diskussionen um das Leben und Wirken des Thurgauer Schriftstellers wieder aufflammen lassen. Insbesondere wurde Huggenbergers Haltung zum Dritten Reich kontrovers diskutiert. Mehrheitlich war man sich allerdings darüber einig, dass man über Huggenberger viel zu wenig wisse, nicht nur über seine politischen Ansichten, sondern über seinen Lebensweg und sein Werk überhaupt.
Eine von Staatsarchivar André Salathé abgefasste Projektskizze kommt zum Schluss, dass es angezeigt wäre, den «ganzen Huggenberger» ins Auge zu fassen und wissenschaftlich seinen äusseren sowie inneren Lebensgang zu erforschen und darzustellen. Dabei soll der Lyriker Huggenberger literatur- und geschichtswissenschaftlich ebenso untersucht werden wie der Verfasser von Erzählungen, Romanen und Schwänken. Zu beleuchten ist auch die Rolle Huggenbergers als phasenweise höchst erfolgreicher Autor mit Standbeinen im schweizerischen und im deutschen Verlagswesen. Ausserdem soll sein Stellenwert mit anderen Autoren der sogenannten Dorf-, Heimat- und Bauernliteratur im In- und Ausland verglichen werden. Dies sei zeitaufwendig, aber unabdingbar, wenn man auch in Bezug auf Huggenbergers Stellung zum Dritten Reich zu einem nüchternen, sachkundigen und gerechten Urteil kommen wolle, schreibt Salathé in seiner Projektskizze.
Die Werkbiographie über Alfred Huggenberger soll von einer ausgewiesenen Fachkraft erarbeitet werden. Die Arbeit wird von einer Projektgruppe begleitet werden; die wissenschaftliche Verantwortung für das Buch liegt bei der Autorschaft. Die Projektgruppe wird von Paul Roth, Generalsekretär des Departementes für Erziehung und Kultur, geleitet und setzt sich zusammen aus Werner Baumann, Historiker aus Basel, Professor Rémy Charbon, Präsident der Gesellschaft zur Erforschung der deutschsprachigen Schweizerliteratur von der Universität Genf, André Salathé, Staatsarchivar, sowie Tanja Stenzl, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kulturamt.
Erscheinen soll das Buch als Band der Reihe «Thurgauer Beiträge zur Geschichte», die vom Historischen Verein des Kantons Thurgau herausgegeben wird. Der Historische Verein beteiligt sich auch mit 50 000 Franken an den geschätzten Gesamtkosten von 370 000 Franken.



























