Wenn einer eine Reise tut, …..
Herisau/AR. … dann kann er was erzählen. Der Männerchor Frohsinn Herisau kann einiges erzählen, und zwar von seiner Vereinsreise, die er am 13. und 14. Juni unternommen hat.
Sie führte in die Heimat unseres Dirigenten Max Giselbrecht, ins Land Vorarlberg. Die Erlebnisse würden ein ganzes Buch füllen. Dies nicht allein wegen der schönen Landschaften oder eindrucksvollen Gebäude, sondern vor allem wegen der Menschen, die wir trafen.
Am Samstag fuhren wir nach Feldkirch, dann über Bludenz Richtung Arlberg über den Flexenpass nach Lech und über den Hochtannbergpass nach Au. Dort übernachteten wir.
Ein erstes Stimmungshoch erlebten wir am Samstagmittag. In der Gartenwirtschaft des Restaurants Schützenhaus, wo wir nach der Besichtigung der Schattenburg (Feldkirch) zu Mittag assen, spielte eine Musikkappelle aus dem Westerwald (D) auf. Zu den Gästen zählte auch eine Gruppe Kinder aus dem atomverseuchten Tschernobyl (Ukraine), die auf Einladung Vorarlberg besuchte. Als Antwort auf die Blasmusik sangen wir ein paar Lieder, worauf die Kinder aus Tschernobyl Lieder aus ihrer Heimat vortrugen. Es gab eine richtige Volksfeststimmung. Es fehlte nicht viel, und die Sänger hätten im Restaurant Schützenhaus Wurzeln geschlagen.
Auf der Weiterfahrt genossen wir die wunderschöne Landschaft. Die Berge, die bewaldeten Hänge und die in voller Blüte stehenden Bergwiesen nahmen uns gefangen. In Max Giselbrecht hatten wir einen fundierten Reisebegleiter, der uns vieles über Land und Leute erzählte.
Den krönenden Tagesabschluss bildete das Vatertagskonzert in Au. Wir waren vom Chor Audite Au-Schoppenau eingeladen worden, dabei mitzuwirken. Der Chor Audite Au-Schoppenau zählt 36 Frauen und Männer und steht ebenfalls unter der Leitung von Max Giselbrecht. Dritte Konzertpartnerin war die Gruppe Crazy Voices; fünf gesangsfreudige junge Frauen, die ihr Hobby sehr intensiv pflegen. Das Liederprogramm war aus naheliegenden Gründen breit gestreut. Lieder aus dem Bregenzerwald und aus dem Appenzellerland wechselten sich ab. Dazu gab es moderne Gesangsliteratur. Die gekonnt vorgetragenen, ansprechenden Lieder fanden beim zahlreich erschienenen Publikum grossen Anklang. Ein eigentliches Fest entstand dann im Anschluss ans Konzert, als die Sängerinnen und Sänger zusammensassen, um sich näher kennen zu lernen. Es gab lebhafte Gespräche und – wie könnte es anders sein – Gesang. Kaum jemand dachte ans Schlafen; und so hatten etliche Sängerinnen und Sänger eine (sehr) kurze Nacht.
Dass sich neue Freundschaften entwickelt haben, zeigte sich auch daran, dass Sängerinnen und Sänger von Audite am Sonntagmorgen zum Hotel kamen, um uns nach einem spontanen Frühschoppen zu verabschieden.
Der Sonntag verlief etwas ruhiger, aber nicht weniger interessant. Uns beeindruckte die Entwicklung der im Jahr 960 gegründeten Propstei St. Gerold. Die Ausführungen von Luzia Dünser, die uns durch die Anlage führte, zeigten auf, was ein Mensch mit Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen erreichen kann. Überrascht waren wir auch über das sehr moderne Innere der Kirche. Den Abschluss der Reise „feierten“ wir dann im Weinkeller der Propstei.
Die zweitägige Vereinsreise hat bei uns allen tiefe Eindrücke hinterlassen.



























