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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen

Schönenberg-Kradolf. Der Turnverein verbrachte am 6. und 7. September ein Trainings Weekend in Magglingen. Nun werden die Eindrücke geschildert.

Samstag Morgen 6:45; alle Teilnehmer des Trainings-Weekends treffen trotz früher Morgenstunde pünktlich ein. Alles wäre gepackt, der Tross zur Abfahrt bereit, wären da nicht die vergessenen Schutzbleche des Autors die noch eilig von einer guten Seele geholt werden und die Abfahrt verzögern.

Die Reise geht nach Magglingen, jener berühmten Sportlerschmiede im Herzen der Schweiz. Werden auch wir hier zu Sportikonen?

Nach endloser Zeit und 25 Minuten sind wir in Magglingen angekommen. Hier erwartet uns die Organisatorin des heutigen Tages: Claudia Harder. Sie ist eine «alte» Bekannte und hat Ihre Wurzeln ebenfalls in unserem TV. Claudia gleitet uns zur Sporttoto-Halle.

Aufwärmen ist angesagt! Nicole, die Co-Trainerin mit Fachrichtung Handball versucht uns spielerisch mit Handballspielen auf Betriebstemperatur zu bringen. Bereits nach wenigen Minuten ist es soweit. Aber zuerst will Nicole noch eine weitere Aufwärmübung machen. Endgültig am schwitzen teilen wir uns in 2 Gruppen. Die jungen Wilden werden von Nicole in Handballtechnik unterrichtet. Die Volleyballgruppe zieht sich mit Claudia hinter die nach unten fahrende Faltwand zurück und stellt das Volleyballnetz auf.

Am Schluss übernimmt Claudia das Zepter wieder und rundet das Training mit Kräftigungsübungen ab. Doch zuvor wird Nicole mit grossem Dankesbeifall verabschiedet. Aber nicht ohne ihr eine kleine Köstlichkeit aus der Ostschweiz zu übergeben. Beim abschliessenden Bodyforming stell der eine oder die andere fest, dass dies harte Arbeit bedeutet.

Eine einsame Trainingsjacke mit dem Vereinsaufdruck sucht vergeblich ihren Besitzer, beschliesst aber trotzdem bei uns zu bleiben. Angie erbarmt sich der Jacke und nimmt sich ihrer an.

Nach getaner Arbeit ruft der Körper nach Regeneration. Und so begeben wir uns ins ehemalige Grand Hotel und geniessen unser mitgebrachtes Essen. Von herzhaft kalorienreich bis vitamin- und carbo-loaded ist alles dabei! Auch der obligate Kaffee darf nicht fehlen!

Normalerweise ist die Aussicht hier atemberaubend, aber heute will bei den aufsteigenden Nebelschwaden keine Ferienstimmung aufkommen. Aber dafür sollten wir morgen entschädigt werden. Trotzdem folgen wir Claudia auf den Rundgang durch die verschienen Hallen der Sportanlagen Magglingen. Dabei können wir unter anderem bei einem Trampolin Wettkampf als auch bei einem Training der Fechter zuschauen.

Und schon heisst es Abschied nehmen. Gerne hätten wir noch mehr Zeit in dieser inspirierenden Umgebung verbracht, aber die Kanuten warten auf uns. Also wieder rein in die Busse und ab an den Bielersee.

Nach kurzer Vorstellungsrunde geht’s in medias res. In drei Gruppen aufgeteilt, stechen die junge Wilden wieder als erstes in See. Doch zuerst heisst es Material fassen. Spritzdecke, Regenjacke und Schwimmweste gehören zur Grundausstattung. Dann Kajak und Paddel fassen und los geht’s. Alle hatten viel Spass beim Kajakuntericht auf dem Bielersee. Der Regen hat dabei nicht gestört, den nass sind sie alle, unsere Kanuten.

Nachdem alle wieder in ihrer Alltagskleidung stecken und im gemütlichen Bootshaus des Kanu Klubs sitzen, ist auch schon wieder Zeit sich von den drei Leitern zu verabschieden. Stöff hat es sich zu Aufgabe gemacht den Bielern die Ostschweiz näher zubringen und übereicht abermals Gottlieber Hüppen.

Die einsame Trainingsjacke sucht wieder vergeblich ihren Besitzer.

Nach diesem ereignisreichen Tag geht’s in unsere Unterkunft. Einem Pfadiheim in den Hügeln um Biel. Nach kurzer Fahrt erreichen wir unser Ziel und der Regen seinen Höhepunkt. Die letzten Meter müssen wir zu Fuss in Angriff nehmen und so bekommen wir die Nässe nochmals richtig zu spüren. Doch das ist im gemütlichen Pfadiheim schnell vergessen. Viel Holz, ein grosser Kamin und ein Nachtessen à la Andy Zehner bringen uns auf andere Gedanken. Rundum glücklich und zufrieden wird an den Tischen über erlebtes und vergangenes diskutiert und das Kaminfeuer verströmt Lagerfeuer Romatik. Kaum ist das Nachtessen genüsslich vertilgt, wird das Tischtennis aufgestellt und los geht’s. Die Ballwechsel sind zwar hart umkämpft, aber das begleitende Lachen zeugt von enormem Spass am Spiel.

Auch für Claudia wird es Zeit aufzubrechen. Stöff überreicht ein letztes Mal Gottlieber Hüppen und verabschiedet Claudia mit Gebühr. Auch wir finden, dass Sie ganze Arbeit geleistet hat und zeigen unsere Dankbarkeit mit einem grossen Applaus.

Je später der Abend desto weniger Gesichter. Die Lacher werden weniger und bald kehrt Ruhe in das noch eben belebte Pfadiheim. Die Nacht ist ruhig nur gelegentlich sind Schritte auf den knarrenden Planken zu hören oder ein jähes Schnarchen hallt durch die Stille.

Sonntag 07:30. Tagwache für die Frühstücks-Mannschaft. Als die restlichen kurze Zeit später aufstehen, sind die Tische gedeckt und das Buffet bereit für den Ansturm. Schnell breitet sich gefrässige Stille aus, als sich alle für die bevorstehende See-Umrundung mit dem Velo stärken. Das Wetter hat sich wie vom Wetterdienst vorhergesagt beruhigt und so wird das Pfadiheim von motivierten Helfern gereinigt und jeder freut sich, sich in den Sattel schwingen zu können. Wirklich alle? Die einsame Jacke meldet sich nochmals, aber niemand will sich als Besitzer outen.

Also wieder in die Busse und ab an den Bielersee. Bald sind alle Bici’s abgeladen und ready to ride. Pete führt das Feld an und ich begleite Stöff beim „Besenwagen“. Zuerst quer durch Biel und dann direkt am See entlang der Route 5 folgend radelt die Bunte Schar beschwingt in den meteorologisch immer besser werdenden Tag hinein. Den See zu unseren rechten wechseln sich Dörfer und landschaftlich bezaubernde Abschnitte direkt am See ab. Wir pausieren auf halber Distanz in Erlach direkt am See, um kurze Zeit später alle wieder aufzubrechen. Schon bald radeln wir durch das malerische Dörfchen Twann, welches vor allem durch seine Weine bekannt geworden ist. Kurz darauf deutet Stöff hangaufwärts auf den Hof des Weinbauern, den er schon eine Woche vorher rekongosziert hat. „Da werden wir unser Mittagessen einnehmen“ schwärmt er mit leuchtenden Augen. Da wir bereits hungrig sind können wir es kaum erwarten endlich was zwischen die Zähne zu bekommen. Zum Glück müssen wir nicht mit den Velos den Berg erklimmen, sondern können bequem mit den Bussen die Höhenmeter zurück legen.

Auf dem Hügel eingetroffen begeben wir uns sofort zum Apéro in Form von Chasselas dem wohl bekanntesten Wein aus dieser Region. Theo Soland begrüsst uns ganz herzlich auf seinem Hof und erläutert uns kurz den Ablauf des Essens. Er weiss, dass wir hungrig sind und will uns nicht auf die Folter spannen.

Hhhmmm! Nebst Salat gibt es Safranreis und ein feines Steak vom Grill. Ist es unser Hunger oder ist das Essen wirklich so gut? Wir lassen es uns munden! Spätesten bei der zweiten Runde wird klar, das Essen ist köstlich! Auch die Weine sind super! Und so verwundert es auch nicht, dass nicht nur gegessen und getrunken, sondern auch Wein eingekauft wird.

Endlich treffen unsere zwei Ausreisser Andrina und Ramon ein. Nachdem sie die ausführliche Tour beendet und den Hügel mit Muskelkraft erklommen haben ist ihnen unser Applaus sicher, auch wenn wir kein Erbarmen mit ihnen haben. Denn: «wer nicht hören will, muss radeln.»

Wir geniessen die geniale Aussicht, welche uns gestern verwehrt wurde. Das Wetter trägt sein übriges dazu bei um eine relaxte Ferienstimmung aufkommen zu lassen. Glückseligkeit pur! Nur all zu schnell holt uns die Vernunft auf die Realität des Alltags zurück. Wir müssen aufbrechen! Schliesslich haben wir noch fast drei Stunden Fahrt vor uns. Langsam und mit viel Widerwillen bewegen wir uns Richtung Busse. Nicht ohne uns vorher herzlich bei Theo Soland und Crew für die Gastfreundschaft zu bedanken.

Noch ein letztes Mal meldet sich die einsame Jacke. Auch dieses Mal will niemand ihr Besitzer sein. Angie erklärt sich bereit ihr Kost und Logis zu gewähren bis der Besitzer sich ihrer erinnert. Dieser wird allerdings die Kosten dafür tragen müssen.

Ein letztes Mal durch Biel. Die Strecke können wir bald im Schlaf. Ab auf die Autobahn, in einen höheren Gang schalten und das Gas ganz durchtreten. Heimat wir kommen! Zu schnell fahren? Kaum möglich! Gewicht und eine Abriegelung bei 100 km/h tun ihr übriges dazu.

Im Bus wird es ruhig. Alle versuchen ein wenig Schlaf nachzuholen oder sich von den Anstrengungen zu erholen.

In Kradolf angekommen wollen alle nur das Eine: duschen und glücklich ins Bett fallen. Und so geht ein durch und durch gelungenes Trainings-Weekend zu Ende.


Bild 1 in Grossansicht
Bild 2 in Grossansicht


ThurgauThurgau / 11.09.2008 - 10:55:00