Weniger Strassenlampen in Eschenz?
Eschenz. Rund 20 Strassenlampen könnten laut einer Kontrolle der EW-Kommission während den Nachtstunden zusätzlich ausgeschaltet werden, um den Stromverbrauch zu reduzieren.
In der Schweiz macht die Strassenbeleuchtung etwa 1,5 Prozent des Gesamtstromverbrauches aus. Eine Studie der Energieagentur S.A.F.E (www.energieeffizienz.ch) zeigt grosse Unterschiede beim Stromverbrauch der Strassenbeleuchtung in verschiedenen Gemeinden. Die Studie schätzt, dass sich der Stromverbrauch durch den Einsatz von effizienteren Lampen und anderen Massnahmen bis zu 50 Prozent reduzieren lässt.
Aufgabe der Beleuchtung
Die Aufgaben der öffentlichen Beleuchtung haben sich mit der Zeit stark gewandelt. Waren früher fast ausschliesslich verkehrstechnische Anwendungen gefragt, so wurde in den vergangenen Jahren der vorbeugende Schutz vor Kriminalität immer wichtiger. Die Kriminalstatistik zeigt, dass helles Licht nicht nur ein wirksames Mittel gegen Einbruch ist, sondern auch vor Gewaltakten schützen kann. Bei Menschen wird das Gefühl persönlicher Sicherheit durch die Faktoren rechtzeitiges Erkennen von Personen und Hindernissen und der visuellen Orientierung beeinflusst. Eine gute Beleuchtung ermöglicht den Passanten auch nachts eine Gefahr frühzeitig wahrzunehmen und einer allfälligen Bedrohung auszuweichen.
Situation in Eschenz
Die EW-Kommission kontrollierte vor kurzem in der Nacht die Strassenbeleuchtung von Eschenz und verglich diese anschliessend mit den Regimes in Nachbargemeinden. Sie kam in ihrer Analyse übereinstimmend zum Schluss, dass entlang der Haupt- und Frauenfelderstrasse während den Nachtstunden rund 20 Lampen zusätzlich ausgeschaltet werden können, ohne deswegen die Sicherheit von Personen zu beeinträchtigen. Das Abschalten dieser Lampen hat neben allen anderen ökologischen Konsequenzen auch eine Reduktion des Stromverbrauches von rund 6’000 kWh zur Folge. Jährlich lassen sich dadurch rund 900 Franken einsparen.
Im Rahmen der Begutachtung wurde auch geprüft, ob es vertretbar ist, die Strassenlampen während der Nacht länger ausgeschaltet zu lassen. An der Ausschaltung nachts um 0.15 Uhr wird festgehalten. Hingegen wird es als vertretbar erachtet, am frühen Morgen die Einschaltung um eine Stunde auf 6 Uhr zu verschieben. An ganz neuralgischen Stellen werden die Lampen wie bis anhin die ganze Nacht hindurch eingeschaltet bleiben. Die aktuelle Regelung in Eschenz ist vergleichbar mit jener in Hüttwilen. Einen andern Kurs fährt dagegen die Nachbargemeinde Wagenhausen, welche es vorzieht, die Strassenlaternen in der Nacht gänzlich auszuschalten.
Lichtverschmutzung
Neben der Energieeffizienz muss auch eine möglichst geringe Lichtverschmutzung des Nachthimmels ein Ziel sein. Hauptquellen der Lichtverschmutzung sind Aussenbeleuchtungen, die gegen oben nicht abgeschirmt sind und somit den Himmel aufhellen. Ein grosser Teil davon sind Fassaden und Werbeobjekte, die von unten her angeleuchtet werden (anstatt von oben). Gemäss der Organisation Dark-Sky (www.darksky.ch) ist die Lichtverschmutzung in der Schweiz derart fortgeschritten, dass es keinen einzigen Quadratmeter mehr gibt, von dem aus man einen natürlich dunklen Himmel sehen könnte. Mit Ausnahme der öffentlichen Strassenbeleuchtung seien nahezu 90 Prozent der Aussenbeleuchtungen falsch konzipiert. Bei neuen Strassenlampen oder bei Sanierungen von bestehenden Beleuchtungen wird in Eschenz ebenfalls auf den Einsatz von Beleuchtungskörper mit möglichst kleiner Lichtemission in den Himmel geachtet.
Neben der gesetzlich verlangten Beleuchtung von Strassen aus verkehrstechnischer Sicht, sind auch die Bedürfnisse der Bevölkerung in Bezug auf die öffentliche Beleuchtung sehr verschieden. Wünschen sich die Einen nach 22 Uhr in absoluter Dunkelheit schlafen zu können, möchten die Anderen auch um 3 Uhr ihren Weg ohne Taschenlampe zu Fuss nach Hause finden.
Das EW Eschenz versucht bei der Erstellung und Sanierung der Strassenbeleuchtung neben den gesetzlichen Auflagen, das Bedürfnis nach Sicherheit sowie den Umweltschutz möglichst ausgewogen zu berücksichtigen.



























