Weniger Straftaten in Kanton und Stadt St. Gallen
SG. Die Kriminalität von Erwachsenen und Jugendlichen im Kanton St. Gallen hat im vergangen Jahr abgenommen.
Pro 1000 Einwohner verzeichnete die Stadt St. Gallen im letzten Jahr 88 Straftaten. 2006 lag die Kriminalbelastung in der Hauptstadt noch bei 103 Straftaten pro 1000 Einwohner. In absoluten Zahlen haben die Gesetzesverstösse in der Stadt um 5,5 Prozent auf 6291 abgenommen.
Auch im Rest des Kantons sank die Zahl der Verstösse gegen das Strafgesetzbuch gegenüber dem Vorjahr. Einzige Ausnahme ist die Region Linthgebiet-Toggenburg, wo die Polizei 3891 oder 7,7 Prozent mehr Delikte registrierte.
Im ganzen Kanton sank die Zahl der Verstösse gegen das Strafgesetzbuch um 5,9 Prozent. „Die Statistik ist durchwegs positiv, wenn man dies angesichts von Kriminaltität überhaupt so sagen darf“, sagte Fehr bei der Präsentation der Kriminalstatistik.
Merklich spürbar sei die Abnahme der Diebstähle um 11,3 Prozent. Diebstahl sei ein Massendelikt. Knapp 7000 der insgesamt knapp 24 000 Straftaten, die letztes Jahr im Kanton St. Gallen begangen wurden, waren Diebstähle. Unvermindert hoch ist laut der Polizei der Anteil der Velodiebstähle.
Familienfehde mit zwei Toten
Auch die Delikte gegen Leib und Leben sind 2008 zurückgegangen. Im ganzen Kanton gab es sechs Tötungsdekikte (Vorjahr:7). Das schwerwiegenste war eine Familienfehde unter Kosovaren in Wil, bei der am 3. Mai zwei Männer auf offener Strasse getötet wurden.
Fünf der sechs Tötunsdelikte sind geklärt. Noch offen ist der Tötungsversuch vom 9. April an einem 59-jährigen Mann in Uznach. Ein Unbekannter hatte dem Mann an dessen Wohnungstär eine Pistole über den Kopf geschlagen. Dabei löste sich ein Schuss und das Opfer erlitt eine Fleischwunde am Kopf.
Mehr Sachbeschädigungen
Während die Zahl der Einbrüche im ganzen Kanton gesunken ist, nahm sie in der Region Linthgebiet-Toggenburg um 5 Prozent zu. 36 Prozent aller Einbrüche betrafen Wohnungen. Der Rest entfällt auf Läden, Geschäftsräumlichkeiten oder Restaurants.
Sorge bereitet der Polizei die Zunahme von mutwilligen Sachbeschädigungen. Sie nahmen um 6,6 Prozent auf total 3217 Fälle zu. Der Löwenanteil waren Farbsprayereien und Graffitis. Am stärksten betroffen waren öffentliche Verkehrsmittel. «Oft hatten hier Jugendliche die Hand im Spiel», sagte Fehr.
Sinkende Jugendkriminalität
Den Jugendlichen stellte Fehr ein besseres Zeugnis aus, als im Vorjahr. Ihr Anteil an der Gesamtkriminalität lag bei 19,8 Prozent (Vorjahr: 21,1 Prozent). Insbesondere die Gewaltbereitschaft hat gemäss Statistik markant nachgelassen.
2007 begingen laut Fehr 289 Jugendliche eine Gewalttat. Letztes Jahr sank die Zahl auf 187 und liegt nun wieder auf dem Niveau von 2006. Der Kanton St. Gallen habe viel gegen die Jugendkriminalität unternommen und verfüge heute über gut vernetzte, interdisziplinäre Instrumente, sagte Fehr.



























