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«Welche Bildung braucht die Wirtschaft? »

Abtwil/SG. Die SP Kantonsrätin Anita Blöchliger Moritzi stellt der Regierung einige Fragen zum Unterstützungsbeitrag vom 1'000'000 Franken zugunsten der privaten «International School» in St.Gallen. Vergangene Woche hat Blöchliger Motitzi eine Einfache Anfrage eingereicht.

Die einfache Anfrage von SP Kantonsrätin Anita Blöchliger Moritzi, Abtwil im Wortlaut:

Der Kanton unterstützt die International School mit 1 Million, da stellt sich die Grundsatzfrage, ob die Förderung von Privatschulen mit Staatsgeldern echte Wirtschaftsförderung ist und wie sich das mit einem gut etablierten öffentlichen Bildungswesen verträgt. Das Geld wird schlicht an einem anderen Ort fehlen. Wo?

Die Attraktivität der Schweiz und des Kantons St.Gallen besteht gerade in einem guten öffentlichen Bildungswesen, in einem guten Gesundheitssystem und der öffentlichen Sicherheit. Diese Faktoren sind für Investoren interessant. Wer mit seiner Familie aus beruflichen Gründen in die Schweiz kommt, sucht sich, natürlich gute Ausbildungsmöglichkeiten für seine Kinder, doch wo steht geschrieben, dass dies im öffentlichen Schulwesen nicht möglich ist?.

Der Lehrplan der International School ist – ausser dass die Unterrichtssprache Englisch ist – auch auf die wichtigsten Bildungsinhalte konzentriert. Genau dies wird auch in der Volksschule vermittelt.

Wenn wir einen echten Mangel haben, dann den, dass wir keine vollständigen Tagesschulen anbieten. Doch mit genug finanziellen Mitteln, wäre es ein Leichtes, diese einzuführen. Eine Ökonomisierung der Bildungslandschaft, wie sie von Privatschulen vorangetrieben wird, schwächt dieses gute System. Hat unsere Regierung noch nicht mitbekommen, dass das neoliberale Denken nicht zielführend ist und uns eine Krise beschert hat? Wir brauchen Geld für die Bildung im öffentlichen Bildungswesen.

Die Einäugigkeit der Regierung ist ärgerlich und wirft die Frage auf, warum seit Jahren im Bereich Bildung, in der Volksschule und den Mittelschulen gespart wird. Lehrpersonen werden zu Mehrarbeit verpflichtet, flächendeckende sozialpädagogische Unterstützungen fehlen. Wenn die Schulklassen um die Hälfte verkleinert würden, könnten mehr Lehrpersonen pro Schulkind zuständig sein, was auch eine sehr sinnvolle Investition wäre.

Warum nicht dieses Geld einer staatlichen Schule zukommen lassen mit dem Leistungsauftrag, eine «internationale Klasse» zu bilden? Was meint unser Bildungschef dazu?

1. Welches Interesse hat die Regierung an einem Netz gut ausgebauter Privatschulen?
2. Wie ist die Haltung des Vorstehers des Bildungsdepartementes, wie will er die Stärkung der Volksschule vorantreiben?
3. Ist die Förderung von Privatschulen mit Staatsgeldern echte Wirtschaftsförderung?
4. Wie verträgt sich das mit einem gut etablierten öffentlichen Bildungswesen?
5. Das Geld wird schlicht an einem anderen Ort fehlen. Wo wird es weggespart?
6. Steht die Regierung zur Etablierung von Tagesschulen und flächendeckenden Früh- Förderungen für alle Kinder und ist bereit, auch diese mit grosszügigen Mitteln zu unterstützen?

St.GallenSt.Gallen / 25.05.2009 - 14:07:10