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«Weiss nicht, was mich geritten hat»

AR. Heute Morgen hatte sich ein Familienvater vor dem Kantonsgericht Ausserrhoden zu verantworten - unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter.

Bereits während der Untersuchung hatte der Familienvater zugegeben, seine damals achtjährige Tochter im Juni 2006 mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Auch vor Gericht gestand er die sexuellen Handlungen mit seiner Tochter.

Nochmals erzählen wollte er das Vorgefallene aber nicht. «Ich kann nicht darüber sprechen. Ich kann mir das Ganze nicht erklären und weiss nicht, was mich damals geritten hat», so der IV-Bezüger.

Tochter vergewaltigt?
Deutlicher wurde die Anwältin des missbrauchten Mädchen. Sie ging an Schranken auf sämtliche ekelerregenden Details ein. Auch versuchte sie das Gericht davon zu überzeugen, dass es nicht nur zu mehrfachen sexuellen Handlungen zwischen dem Vater und seiner Tochter, sondern auch zu einer Vergewaltigung gekommen sei. «Die Aussagen des Mädchens sind glaubhaft. Es gibt keinen Grund, warum sie ihren Vater etwas Falschem bezichtigen sollte. Alle anderen Aussagen stimmen sonst überein», so die Anwältin.

Der Vater selbst stritt eine Vergewaltigung – wobei im Falle von Blutsverwandschaft von Inzest gesprochen werden muss – vehement ab.

15’000 Genugtuung gefordert
Die Anwältin des Mädchens forderte für das Kind eine Genugtuungssumme von mindestens 15’000 Franken. «Das Opfer leidet heute noch. Es hat starke Ängste, schläft unruhig und muss sich psychologisch behandeln lassen», so die Anwältin.

Die Anklage war vor Gericht nicht anwesend. Aus der Überweisungsverfügung geht hervor, dass sie für den Angeklagten wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs, Inzest und eventuell Schändung eine bedingte Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren fordert.

Der Verteidiger des Angeklagten beantragte für seinen Mandanten eine Strafe von 360 Tagessätzen oder eine Gefängnisstrafe von maximal 15 Monaten – bedingt.

Urteil steht noch aus
Im Schlusswort entschuldigte sich der Vater für sein Verhalten: «Ich hoffe, meine Tochter kann trotz allem ein schönes und normales Leben führen.»

Das Urteil wird am Dienstag bekannt gegeben.


Der Familienvater ist seit 2002 von seiner Frau geschieden. Er sah seine beiden Kinder jeweils am Wochenende. Da er sich in einem psychisch labilen Zustand befindet und bereits zwei Mal versucht hat, sich das Leben zu nehmen, lebt er heute in einem Wohnheim. Der Mann leidet unter schweren depressiven Störungen und glaubt, in einem falschen Körper zu leben.


Ältere Artikel zu diesem Thema:
«Die eigene Tochter sexuell missbraucht» vom 20. August 2007

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 20.08.2007 - 17:07:00