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Weihnachtszeit gleich Streitzeit?

Die Weihnachtzeit sollte eigentlich von einer friedlichen und familiären Stimmung geprägt sein. Warum streiten gerade dann diverse Paare oder Familien?

Weihnachten: Eine friedvolle Zeit? Im Grunde wünscht sich jeder eine ruhige, angenehme Zeit, in der man mit der Familie, dem Partner und den Freunden durch gemeinsame Treffen und Unterhaltungen zusammenwächst. Das Verlangen nach einem gemütlichen Fest vor einer grünen Tanne und schönen Geschenken ist gross.

Mehrere Ursachen für Streitigkeiten
Doch warum ist es genau zu dieser eingentlich als friedlich geltenden Zeit oft der Fall, dass Streitereien, sei es innerhalb einer Paarbeziehung oder der Familie, entstehen und teilweise sogar eskalieren? Laut Willi Moesch, Mediensprecher der Kantonspolizei Ausserrhoden, liegt das Problem in der übermässigen Freizeit und dem erhöhten Alkoholkonsum. «Die Leute wissen teilweise mit ihrer Freizeit nichts anzufangen und kommen aus diesem Grund auf dumme Gedanken. Der Alkohol trägt noch den Rest dazu bei.»

Die Stiftung Opferhilfe für die Kantone St.Gallen, Ausserrhoden und Innerrhoden ist zuständig für Familien, Paare und so weiter, die miteinander Probleme haben. Laut Brigitte Huber, Leiterin der dortigen Beratungsstelle gewaltbetroffener Frauen, liegt die ganze Problematik an der Tatsache, dass gerade diese Jahreszeit sehr herausfordernd für die Beziehungsdynamik ist.

Die Hoffnungen, gemeinsam ein schönes Fest zu verbringen, sind gross. «Die gegenseitigen Erwartungen steigen zu Weihnachten enorm, was leichter wieder Enttäuschungen zur Folge haben kann», erklärt Huber. Banale Meinungsverschiedenheiten können aus diesem Grund zu wirklichen Eklats ausarten. Vor allem bei problembehafteten Beziehungen wirkt sich die Weihnachtszeit meist negativ aus.

Die Zeit danach
Im Januar besuchen einige Personen die Opferhilfe und sprechen von einem Ende ihrer Beziehung aufgrund der vergangenen Ereignisse. Die Ursache dafür kann sein, dass Weihnachten als letzte Chance angesehen wurde, eine Beziehung noch zu retten. Und wenn die Hoffnungen und Erwartungen wieder einmal nicht erfüllt worden sind, dann kann dies möglicherweise ein endgültiges Aus der Beziehung bedeuten. «Aussagen wie `Jetzt muss ich wirklich etwas ändern` oder `Ich kann nicht mehr` sind im Januar keine Seltenheit», so Huber weiter.

Vorbeugende Massnahmen
Natürlich besteht die Möglichkeit zu versuchen, diesen ausartenden Streitereien vorzubeugen. Huber erklärt, dass es in solchen Situationen wichtig ist, auch einmal «Stopp» zu sagen und sich vielleicht kurz zurückzuziehen beziehungsweise aus dem Weg zu gehen. So können möglicherweise grössere Auseinandersetzungen verhindert werden. «Entscheidend ist, in gröberen Streitsituationen eine Distanz zu schaffen. Vielleicht einmal kurz hinausgehen und abschalten», fügt Huber hinzu. «Wichtig ist aber auch, dass zuvor wieder ein Treffpunkt ausgemacht wird. Es hat keinen Sinn, wenn ein Partner das Haus verlässt und im nächsten Gasthaus seinen Frust wegtrinkt.»

Zusätzlich können laut Huber gemeinsame Gespräche über die Bedürfnisse, die die Weihnachtszeit betreffen, helfen. Es sollte schon vorher darüber Klarheit geschaffen werden, wie das eigentliche Fest ablaufen wird. «Dies kann entscheidend dazu beitragen, die Weihnachtszeit und den Heiligen Abend besinnlich und friedlich zu verbringen», so Huber abschliessend.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 20.12.2007 - 07:41:00