Was will Lehrerverband bewirken?
Leserbrief. Ein Leser kritisiert die offene Haltung eines Lehrers gegenüber den neuesten offenherzigen Kleidertrends.
In der Lehrerverbandszeitschrift will der Jurist und ehemalige Primarlehrer Peter Hofmann seine Kollegen belehren, dass der Schule kein Weisungsrecht über Kleidung, Schminke oder Haartracht zusteht. Ausnahmen seien nur möglich „für angepasste Kleidung im Turnen“ und in Bezug auf „Kleider mit rassistischen, nationalsozialistischen, sexistischen, menschenverachtenden und gewaltverherrlichenden Aussagen“.
Gänzlich verboten seien Weisungen an Schülerinnen und Schüler „nach Hause zu gehen, um sich umzuziehen“ sowie die Praxis, „locker gekleidete Mädchen und Knaben zu zwingen, ein XL-Shirt überzuziehen.“ Herr Hofmann nennt solche Weisungen einen pädagogischen Tiefflug und schreibt weiters, dass mit gesetzlichen Regelungen das Problem nicht behoben werden könnte. Man sollte den Jugendlichen das Bewusstsein schärfen.
Man muss sich allerdings fragen, wer hier einen pädagogischen Tiefflug macht. Denn jeder Pädagoge weiss, dass Hoffmanns Vorschlag, das Bewusstsein zu schärfen viel Zeit für lange Diskussionen braucht und meistens nichts bringt, wenn keine Möglichkeit besteht, Konsequenzen zu ziehen. Wer mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, weiss, dass es Regeln braucht. Erst wenn Regeln bestehen, kann man auch erziehen.
Wenn man gleichzeitig erfahren muss, dass in einigen Schulen gelehrt wird: „Du bist schwul, oh wie cool!“, muss man sich ernstlich fragen, was solche Lehrer an den öffentlichen Schulen bezwecken wollen. Ist da nicht eine bewusste Absicht dahinter, das ohnehin schon kranke Bildungssystem noch gänzlich zunichte zu machen oder fehlt den Betreffenden jegliche Klarsicht?
Können Eltern unter solchen Umständen noch verantworten, dass Pädagogen mit derartigen Ansichten ihre Kinder lehren und erziehen? Müssten die betroffenen Eltern nicht ihre Kinder aus der öffentlichen Schule herausnehmen, um sie in eine andere Schule zu senden?



























