Wärme aus heimischem Holz
Urnäsch. In der Gemeinde Urnäsch entstehen eine Holzschnitzel-Heizzentrale und ein Fernwärmenetz.
Im Zentrum von Urnäsch ist in den letzten Wochen an vielen Orten gebaggert, gegraben und wieder zugeschüttet worden. Grund dafür ist die Verlegung der Fernwärmeleitungen mit denen bereits in diesem Herbst gegen 70 Liegenschaften mit Wärme versorgt werden.
9000 Kubikmeter Schnitzel
Erstellt werden die Holzschnitzel-Heizzentrale und das Netz von der Wärmeverbund Urnäsch AG, die dafür gegen sechs Millionen Franken investiert. Der Schnitzelbedarf wird jährlich auf rund 9000 Kubikmeter geschätzt, etwa 5000 Kubikmeter davon stammen aus Urnäscher Wäldern, 2000 Kubikmeter aus nahen Sägereien und der Rest wird in der Umgebung zugekauft.
Mit den 9000 Kubikmetern Holzschnitzeln kann der theoretische Heizölbedarf von rund 300 Einfamilienhäusern abgedeckt werden. Das Fernwärmenetz wird im Endausbau rund drei Kilometer lang sein und verbindet die Heizzentrale mit dem engeren Dorfkern.
Weitere Anschlüsse möglich
In östlicher Richtung dehnt sich das Fernwärmenetz bis zum Reka-Feriendorf und in Richtung Westen bis ins Gebiet Restaurant Sonne aus. Separate Stränge führen zur Schulanlage Mettlen und zum Heim Columban.
Wirtschaftlichkeit vorausgesetzt sind später auch noch weitere Anschlüsse ans Netz möglich. Das in der Heizzentrale auf 75 bis 85 Grad erwärmte Wasser fliesst in einem geschlossen Kreislauf durchs Netz. In Wärmeübergabestationen mit Wärmetauscher in den angeschlossen Liegenschaften wird dem Wasser Wärme entzogen, die dann ganzjährig für die Warmwasseraufbereitung und in der kälteren Jahreszeit zum Heizen genutzt wird.
Energie ab September
In der Heizzentrale stehen zwei Holzschnitzel-Heizkessel mit einer Leistung von 1600 bzw. 600 Kilowatt. Dazu kommt noch ein Ölheizkessel mit einer Leistung von 1600 Kilowatt. In der neben der Heizzentrale entstehenden Holzschnitzelhalle können rund 1500 Kubikmeter Holzschnitzel gelagert werden, was während einer extremen Kälteperiode für die Wärmeversorgung während etwa drei Wochen ausreichen sollte.
Die Beschickung der Öfen mit Schnitzeln erfolgt vollautomatisch über einen Schubboden und zusätzliche Förderschnecken. Auf baulich-technischer Seite sind das Ingenieurbüro Schällibaum + Partner, Wattwil/Herisau, sowie die Hälg & Co. AG, Engineering, St.Gallen, für den Urnäscher Wärmeverbund verantwortlich.
Verläuft alles nach Plan, soll die Heizzentrale bereits im September Energie liefern. Um der Bevölkerung einen Einblick in das Funktionieren der ganzen Anlage zu ermöglichen soll nach der Inbetriebnahme ein «Tag der offenen Tür» durchgeführt werden.



























