
Waldstatts Zentrum soll sich entwickeln
Waldstatt. Die Parzelle «Leuewies» oberhalb des heutigen Gemeindehauses soll überbaut werden.
Dort könnten bald Einfamilienhauser, Räumlichkeiten für Dienstleistungsbetriebe sowie eine unterirdische Parkierungsanlage entstehen.
Letztes Jahr hat der Gemeinderat Waldstatt unter der Projektleitung von Dölf Biasotto, Urnäsch, eine Arbeitskommission eingesetzt, welche Bewegung in die Zentrumsplanung gebracht hat. In Zusammenarbeit mit der Kommission hat die Arbeitsgemeinschaft Keller.Hubacher Architekten, Herisau, und Atelier Bottlang, St.Gallen, eine ortsbauliche Planungsstudie erarbeitet.
Attraktiver Wohnraum fehlt
«Die Analyse hat ergeben, dass für Wohnraum aber auch für Dienstleistungen mit Zentrumsfunktionen ein Bedarf besteht», sagte Dölf Biasotto. Die Bausubstanz im Zentrum sei überaltert und Waldstatt brauche daher Erneuerung. Die Gemeinde liege im Agglomerationsraum St.Gallen und verfüge über eine gute Infrastruktur. Es habe sich gezeigt, dass insbesondere eine Mehrfamilienhauszone fehle. Die «Leuewies» sei ein ideales Gebiet, wo die Bedürfnisse für die Zentrumsentwicklung befriedigt werden könnten.
Die Südhanglage mit Sicht in den Alpstein sei zum Wohnen attraktiv. Die von Bruno Bottlang erläuterte Vorprojektstudie für die Überbauung Leuewies zeigt Möglichkeiten auf, wie die 6000 Quadratmeter grosse Liegenschaft verdichtet überbaut werden könnte: Einfamilienhauser, grössere Gebäude mit attraktiven Wohnungen und Räumlichkeiten für Dienstleistungsbetriebe sowie eine unterirdische Parkierungsanlage. Wichtig sei, dass sich die Überbauung gut einfüge und das Dorfbild aufwerte.
Dorfzentrum als Vision
Bruno Bottlang ging auf weitere Möglichkeiten für die Entwicklung des Ortszentrums von Waldstatt ein. Der Gemeinde Waldstatt fehle ein eigentliches Dorfzentrum, ein solches müsste im Gebiet Kirche/Schulhaus entstehen. Als Vision steht die Schliessung beziehungsweise Verlegung der Verbindungsstrasse zwischen den beiden Hauptachsen in Richtung Urnäsch bzw. Schönengrund im Vordergrund, dort könnte ein öffentlicher Raum mit Zentrumsfunktion entstehen, der das Dorf aufwerten würde.
Zum weiteren Vorgehen bei der Überbauung Leuewies sagte Projektleiter Dölf Biasotto, dass jetzt eine Wirtschaftlichkeitsanlayse gemacht werde, anschliessend folge die Suche nach Investoren und die Prüfung der Angebote. In einer dritten Phase müsse dann für das Gebiet ein Gestaltungsplan erarbeitet werden. Für Gemeindepräsident Hans-Peter Ramsauer die Realisierung der Überbauung Leuewies für die Entwicklung der Gemeinde sehr wichtig. Zur Vision Dorfzentrum sagte er, dass noch keinerlei Entscheide gefällt seien. Die Idee müsse aber sicher im Auge behalten werden.
Arbeitskommission Zentrumsentwicklung
Der Arbeitskommission Zentrumsentwicklung gehören die folgenden Mitglieder an: Gemeindepräsident Hans-Peter Ramsauer, die Gemeinderäte Walter Harzenetter und Jakob Scherrer sowie Ernst Bischofberger, Yves Bodenmann, Ruedi Frei, Andreas Gantenbein, Sergio Spadini und René Traber. Die Leitung der Kommission hat Dölf Biasotto, Biasotto AG, Projektentwicklung & Bauherrenberatung, Urnäsch. Die Zentrumsentwicklung wird im Rahmen des Projekts «Bauen und Wohnen» vom Kanton unterstützt. Dölf Biasotto betreut «Bauen und Wohnen» des Ausserrhoder Regierungsprogramms im Mandatsverhältnis und steht Gemeinden und Privaten beratend zur Seite.