Waldstatt senkt den Steuerfuss massiv
Waldstatt. Mit dem Budget 2009 und einem gesenkten Steuersatz von 4,5 auf 3,9 Einheiten vollzieht der Gemeinderat in der Steuerpolitik einen Strategiewechsel.
Die Ausserrhoder Gemeinde hat viel mehr zu bieten als einen Spitzenplatz in Sachen Steuerfuss. Er ist überzeugt, mit dieser massiven Steuersenkung die Gemeinde für Neuzuzüger noch attraktiver zu präsentieren. Mit dieser Vorwärtsstrategie – auch mit der Einzonung von neuem Bauland für Wohnbauten und Gewerbe – soll Waldstatt in einem gemässigten Tempo wachsen und so die im Leitbild formulierten Ziele erreichen.
Vorwärtsstrategie
Dem Entscheid, die Steuerbelastung in Waldstatt in rekordverdächtigem Ausmass zu senken, waren im Gemeinderat intensive Diskussionen über die zukünftige Gemeinde-Strategie vorausgegangen. Schliesslich entschied sich der Rat für eine Vorwärtsstrategie, die dank einem tiefen Steuersatz auf Bevölkerungswachstum setzt. Er hat Budget und Steuerfusssenkung zuhanden der Stimmberechtigten verabschiedet. Die beantragte Steuerfussreduktion um 0,6 Einheiten bringt Waldstatt im Kanton von den hinteren Rängen auf einen Spitzenplatz in Sachen Steuerfuss.
Die finanzielle Entlastung für die Steuerzahlenden wird rund 14 Prozent ausmachen. Das Budget 2009 der Gemeinde Waldstatt rechnet bei Ausgaben von 9,885 Mio. Franken mit einem Defizit von rund 350 000 Franken. Die Urnenabstimmung über das Budget 2009 und den zukünftigen Steuerfuss findet am letzten November-Wochenende 2008 statt.
Potential für Wachstum
Der Gemeinderat ist überzeugt, dass die Gemeinde über das Potenzial verfügt, um in den nächsten Jahren bevölkerungsmässig zu wachsen. Das Dorf verfügt über wunderschönes Wohnbauland mit Sicht in den Alpstein und geeignetes Gewerbebauland, hat eine gut ausgebaute Infrastruktur, eine qualitativ hochstehende Schule, ein aktives Vereinsleben und eine optimale verkehrstechnische Anbindung. Zuversichtlich stimmt die Behörden auch, dass zurzeit zwei grössere Wohnbauprojekte im Gespräch sind.
Zum einen wird eine Studie über die Nutzung von rund 6000 Quadratmetern Bauland (im Gemeindebesitz) oberhalb des Gemeindehauses erstellt. Hier ist die Realisierung von rund 30 Wohneinheiten möglich. Zum anderen machen sich in der Harschwendi West private Grundbesitzer ebenfalls Gedanken über die Erstellung von Wohnbauten. Die Gemeindebehörden wollen mit der beantragten Steuerfusssenkung diesen Vorhaben zusätzlichen Schwung geben und damit auch die Suche nach Investoren erleichtern.
Steuerausfall wird kompensiert
Aufgrund der Steuerfusssenkung rechnen die Waldstätter Behörden für das kommende Jahr mit 500 000 Franken weniger Steuereinnahmen. Die gemäss dem Finanzplan in den nächsten Jahren zu erwartenden Ausgabenüberschüsse von rund 350 000 Franken im Jahr werden aus dem Konto Vor- und Rückschläge finanziert, das zurzeit einen Bestand von einer Million Franken aufweist.
Um die finanziellen Auswirkungen der Steuerfusssenkung verkraftbar zu machen, strebt der Gemeinderat im Weiteren an, die Sparpolitik in allen Ressorts konsequent weiterzuführen und die Abschreibungsrate zu senken. Schliesslich soll das Finanzvermögen der Gemeinde aufgewertet, d. h. nach dem marktüblichen Wert verbucht werden. Der Gemeinderat ist überzeugt, dass die Steuerfusssenkung bereits in den Jahren 2011/12 erste «Früchte» tragen wird, wird doch dann mit Steuermehreinnahmen dank einem Anstieg der Wohnbevölkerung gerechnet.
Legende
Mit der Steuerfusssenkung soll Waldstatt als Wohn- und Arbeitsort attraktiver werden. Für die Bebauung von rund 6000 Quadratmetern Bauland westlich des Gemeindehauses (Bild) ist zurzeit eine Studie in Arbeit.



























