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«Wahnsinnig freundliches Volk»

Wolfhalden. Physiotherapeut Thomas Meier erlebte die Olympiade als Mitglied des Medicalteams, dort verantwortlich für die Biker, Bahnfahrer und Leichtathleten.

Er zeigte sich nach seiner Rückkehr beeindruckt von der Freundlichkeit der Landbevölkerung und von den enormen Dimensionen des ganzen Er zeigte sich nach seiner Rückkehr beeindruckt von der Freundlichkeit der Landbevölkerung und von den enormen Dimensionen des ganzen Landes.

Während der Eröffnungszeremonie befand sich Thomas Meier noch in der Luft. Sein Quartier war vorerst ein Sportzentrum auf dem Lande an der chinesischen Mauer gelegen, dass die Schweizer mit den Norwegern teilten, Meiers Aufgabe bestand darin, sich darum zu kümmern, dass beim Eintreffen der Athleten alle rund laufe.

Bei Ankunft wurden die Athleten nicht nur fit gehalten, es galt auch diverse Wunden zu heilen. So fuhr der Wolfhaldener bei Trainingsfahrten mit, um mögliche Schmerzen kontrollieren zu können. Infolge der feuchtwarmen Hitze führte der Ostschweizer verschiedenste Tests für Kühlungen durch. Schlussendlich wurden mit einem Mineralpräparat der Wasserhaushalt des Körpers beeinflusst und die Trikots mit einem kühlenden Präparat geduscht.

Sportbegeistert und sehr freundlich

Bei den Trainingsfahrten durchquerten die Biker das Land rund um das Trainingszentrum und wurden von der Bevölkerung äusserst freundlich aufgenommen, teilweise auch mit Früchten beschenkt, obwohl die Bauern selbst wenig Essen zur Verfügung hatten. Zudem waren die Schweizer, ob Athleten oder Betreuer ein ständiges Fotosujet. «Es war gut, dass wir uns in aller Ruhe auf dem Land vorbereiten konnten», ist Meier überzeugt. Der Umzug ins Olympiadorf war beinahe ein Kulturschock. Die meisten Athleten hatten dort ihre Wettkämpfe schon beendet, den Bikern standen sie noch bevor. Deshalb suchte Sauser auch ausserhalb des Dorfes die Ruhe in einem Hotel.

Unermessliche Dimensionen

«In Peking waren die Grössenverhältnisse beeindruckend. Das Essenszelt für 500 Sportler würde hier das ganze Mühltobel (ein Ortsteil von Wolfhalden) überspannen. Im Vergleich zur Verbotenen Stadt ist das Schloss Neuschwanstein ein kleines Einfamilienhäuschen. Auch der Platz des Friedens ist riesengross. Ich war froh, mein Velo mit zu haben, um die Trainingsfahren unserer Athleten mit zu verfolgen und anschliessend zurück zum Behandlungsraum zu kommen.

Die Bikestrecke konnte ich persönlich abfahren und hatte dabei bei einer Runde einen Flüssigkeitsverlust von rund zwei Litern. Eine wunderschöne Strecke wars, aber die klimatischen Bedingungen waren krass. Der Renntag der Biker war dann besonders brutal, weil sich bei dieser enormen Hitze kein Lüftchen regte. Dennoch errangen wir dort eine Medaille und Diplome, als Schweizer Delegation gar insgesamt sechs Medaillen, eine weitere kommt höchst wahrscheinlich noch hinzu und einige Diplome. Teilweise hatten wir Verletzungspech und einige Medaillen sowie Finalplätze haben wir äusserst knapp verpasst.»

Die Chinesen zeigten es vor

«Wir haben gut abgeschnitten!» ist Thomas Meier überzeugt und führt ins Feld, dass die Schweizer Athleten mit wenigen Ausnahmen einen Amateurstatus hätten, also neben dem Spitzensport noch arbeiten müssten wie dies in keinem anderen Nachbarstaat und schon gar nicht in China der Fall sei. «Wenn wir mehr Medaillen wollen, müssen wir sagen, dass sich der Staat das etwas kosten lassen muss.»

Dabei denkt Thomas Meier an die Sicherung des Lebensunterhalts der Sportler wie dies unsere Nachbarländer schon längst tun. Spitzensportler sind dort beim Militär oder bei der Polizei angestellt, können jedoch zu hundert Prozent Spitzensport betreiben und sich ganz und gar auf das sportliche Ziel zentrieren. «Die Chinesen haben es uns vorgemacht. Sie erklärten jeden Spitzensportler zum Staatsangestellten und nahmen ihm so den Druck, finanzielle für die Familie oder für sich sorgen zu müssen.»

Olympische Athleten vertreten das Land «Die Olympischen Spiele waren für mich durchwegs positiv mit einer Einschränkung, der Berichterstattung des Blicks. Es ist eine Frechheit, so über Athleten herzufallen. Für mich und für Athleten bedeutet die Olympiaqualifikation eine Ehre. Wir können unser Land vertreten. Unter den Athleten qualifizieren sich nur die Besten eines jeden Landes und sie alle geben ihr Bestes. Olympia hat eigene Gesetze. Nicht der Weltbeste wird unbedingt Olympiasieger. Es entscheidet die Tagesform. Mich würde es freuen, wenn der olympische Gedanke des Mitmachens wieder in den Vordergrund gerückt würde. Dann wäre schon die Teilnahme für die Öffentlichkeit eine Ehre, ein Diplom eine ausserordentliche Leistung und Medaillen eine absolute Spitzenleistung!»


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Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 29.08.2008 - 10:35:00