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Von Hämorrhoiden bis zu unkontrolliertem Stuhlabgang

Heiden/AR. Bei analen Beschwerden, Hämorrhoiden, aber auch Verstopfung, Juckreiz oder Ekzemen im Analbereich ist es wichtig, mit dem Hausarzt darüber offen zu sprechen, damit er die geeignete Behandlung einleiten kann.

Der öffentliche Arztvortrag des Spitals Heiden vom vergangenen Mittwoch zum Thema „Sitzen wie ein König“ oder anale Beschwerden im evangelisch-reformierten Kirchgemeindehaus interessierte eine grosse Zuhörerschaft. Eingangs begrüsste Othmar Kehl, Chefarzt Medizin am Spital Heiden die beiden Referenten Alain Gigon, Hausarzt in Heiden, sowie Federico Goti, Chefarzt Chirurgie am Spital Heiden. Er unterstrich, dass der Ansprechpartner für anale Beschwerden in erster Linie der Hausarzt sei. Im Spital finde der Hausarzt für invasive Eingriffe einen Partner und der Patient einen Spezialisten.

 Von Verstopfung und Hämorrhoiden
Hausarzt Alain Gigon zeigte auf, dass schon der französische «Sonnenkönig» unter einer schmerzhaften analen Fistel gelitten hatte und sich deshalb stehend und nicht sitzend porträtieren liess. Heute sind die häufigsten analen Beschwerden Verstopfung, Juckreiz, Ekzeme und Hämorrhoiden. Rund fünf Prozent der Patienten in einer Allgemeinpraxis leiden daran, davon 70 Prozent an Hämorrhoiden. Eine nicht bekannte Dunkelziffer verzichtet aus Schamgefühl oder Hemmungen auf deren Abklärung. Schade, denn es besteht eine grosse Heilungschance, sowohl auf dem konservativen Weg als auch bei nötigen chirurgischen Eingriffen. Wer an Juckreiz, Brennen, Knotenbildung, Blutabgang oder Blut am WC-Papier, Verstopfung und Durchfall oder unwillkürlichem Stuhlabgang leidet, sollte das mit seinem Hausarzt besprechen. Zur Diagnosestellung gehört das Befragen, tasten und je nach Befund die Endoskopie, Ultraschall oder CT- und MRI-Aufnahmen. Die Therapie ist breitgefächert und muss individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Bei Hämorrhoiden und Verstopfung sind eine ballaststoffreiche Ernährung, genügend Trinken und regelmässige Bewegung wichtig. Zur Behandlung ohne Operation können neben Salben, Zäpfchen, Tabletten auch kühlende Sitzbäder hilfreich sein. Wichtig ist aber auch, dass bei hartnäckigen Ekzemen der Rat des Arztes gesucht wird, denn es gibt den Analkrebs, der anfangs von einem Laien kaum von einem Analekzem unterschieden werden kann. Nachdem Alain Gigon von den vielfältigen Therapien, die in der Praxis möglich sind, gesprochen hatte, zeigte Chefarzt Federico Goti die verschiedenen Operationstechniken auf. Ohne Narkose und ambulant behandelt der Spezialist Hämorrhoiden mit Gummiligaturen. Bei hartnäckigen Fällen ist eine Operation unumgänglich. Hämorrhoiden werden entweder verödet, abgebunden oder weggeschnitten.

Analfissuren, -fisteln und –abszesse
Bei Analfissuren, Kleinstverletzungen, welche die Schleimhaut betreffen aber auch bis zum Schliessmuskel reichen können, wirkt bei akuten Fällen eine konservative Behandlung mit Stuhlregulation und spezifischen Salben. Chronische Fissuren werden chirurgisch und meist zusätzlich mit Botox behandelt. Analfisteln sind feine Gänge, die herausgeschnitten werden können. Entzündet sich eine Fistel, entsteht ein Abszess, der ausgeräumt werden muss. Eine unbehandelte Fistel kann zu Muskelschädigungen und damit zu Stuhlinkontinenz mit unkontrollierbarem Stuhlabgang führen. Auch hier kann chirurgisch geholfen werden. In der Erprobung befindet sich eine Methode, wo Silicon in den Muskel gespritzt wird. Nach den Vorträgen von Alain Gigon und Federico Goti konnte das Publikum Fragen stellen. Zum Schluss rief Federico Goti zu ballastreicher Nahrung, genügendem Trinken und einem gesunden Mass an Analhygiene auf. Er gab zu bedenken, dass Pflanzensalben wie Kamille Ekzeme hervorrufen könnten. Ebenfalls allergische Komponenten können Seifen, Waschmittel, farbiges WC Papier aber auch Recycling-WC-Papier beinhalten. Praktisch seinen Closomate, da das manchmal Verletzungen hervorrufende Reiben mit Papier wegfalle.


Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 02.07.2009 - 12:54:52