Viele Wünsche, aber kein klarer Trend
Bühler. Dass die Ortsplanung der Gemeinde Bühler revidiert werden muss, ist unbestritten.
Wie die Revision im Detail aussehen wird, ist auch nach der Sichtung der aus der Bevölkerung eingegangenen Stellungnahmen offen. «Viele Wünsche und Anregungen, aber ein klarer Trend ist kaum erkennbar», sagt Gemeinderat Roger Eggenberger, Präsident der Ortsplanungskommission.
Die geltende Ortsplanung der Gemeinde Bühler stammt aus dem Jahre 1994. Die Zeit ist darum gekommen, die Planungsinstrumente (Richtplanung, Zonenplan, Baureglement) den veränderten Bedingungen anzupassen und insbesondere auch den Feststellungen in der vorliegenden Karte der Naturgefahren Rechnung zu tragen. Die Ortsplanungsrevision hat keine grundsätzliche Neuorientierung zum Ziel, vielmehr geht es darum, die Strategie für die künftige bauliche Entwicklung von Bühler festzulegen. Auch sollen die Auswirkungen des neuen kantonalen Baugesetzes und der kantonalen Richtplanung auf die Ortsplanung geklärt und die notwendigen Anpassungen vorgenommen werden. Für die angelaufene Ortsplanungsrevision hat der Gemeinderat Bühler eine Kommission unter dem Präsidium von Gemeinderat Roger Eggenberger eingesetzt.
Eingaben aus der Bevölkerung
Um die Meinung der Bevölkerung über die bauliche Entwicklung der Gemeinde kennen zu lernen, ist ein entsprechender Fragenkatalog erarbeitet worden. Dieser ging Anfang Jahr an die politischen Organisationen und konnte auch von interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern ausgefüllt werden. Unter anderem wurde gefragt, wo mögliche Baugebiete für das Wohnen gesehen werden, was am bestehenden Zonenplan geändert und wo Boden für die Landwirtschaft aber auch für Gewerbe und Industrie freigehalten werden sollte. Das Interesse an der Umfrage «hielt sich im Rahmen», zieht Roger Eggenberger nach Ablauf der Eingabefrist Bilanz, seien doch nur knapp 20 Stellungnahmen eingegangen. Die Palette der Antworten und Anregungen sei jedoch sehr breit und gleiche einem Wunschkatalog. Eine klare Tendenz in Bezug auf die künftige Entwicklung von Bühler sei aber nicht zu erkennen.
Möglichst viel offen lassen?
Aufgefallen ist dem Präsidenten der Ortsplanungskommission hingegen, dass teilweise die Meinung vorherrscht, in den Planungsinstrumenten, vor allem auf Stufe Quartier, möglichst vieles offen zu lassen und demzufolge auch die Entwicklung nicht stark zu beschränken. Roger Eggenberger hat zwar durchaus Verständnis für diese Meinungsäusserungen, er weiss aber anderseits aus Erfahrung als Behördenmitglied, dass bei baulichen Veränderungen die direkt betroffenen Anstösser nicht selten froh sind um einschränkende Bestimmungen. In der Revision gehe es aber primär um die übergeordnete Steuerung und das Ermöglichen der baulichen Entwicklung sowie das Setzen der entsprechenden, planerisch wichtigen Leitplanken.
In verschiedenen Eingaben sei auch deutlich geworden, dass die Südhänge bevorzugt für Wohnbauten genutzt werden sollten. Eine gewisse Einigkeit bestehe schliesslich auch darüber, dass die Bauzonen im Talboden und in der Steig erweitert werden sollten. Kaum laut geworden ist hingegen der Wunsch nach einer Zone für Mehrfamilienhäuser. Gemeinderat Roger Eggenberger glaubt aber, dass Mehrfamilienhäuser im Sinn einer guten Durchmischung der Bevölkerung durchaus im Interesse der Gemeinde seien, «ich denke da vor allem auch an altersgerechte Wohnformen».
Wie geht es weiter?
Die Ortsplanungskommission hat die eingegangenen Fragebogen bereits ein erstes Mal gesichtet. In einer zweiten Runde wird es jetzt darum gehen, zu klären, welche Vorschläge weiterverfolgt werden sollen. Die Ortsplanungskommission ist froh um die Stellungnahmen aus der Bevölkerung und dankt für die verschiedenen Eingaben. Für Kommissionspräsident Roger Eggenberger ist es wichtig, bereits in dieser frühen Phase den Kontakt mit den Grundeigentümern zu suchen, «bringt es doch nichts, ein Gebiet einzuzonen, wenn der Eigentümer keinen Boden zur Bebauung freigeben will». Im kommenden Herbst ist dann eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant, an der die Ortsplanungskommission die von ihr favorisierte Stossrichtung der Planungsrevision umfassend erläutern und begründen wird.



























