«Viel zu schlechtes Sicherheitspersonal»
AR/AI. Zukünftig sollen alle Sicherheitsmitarbeiter die gleichen Anforderungsprofile haben. appenzell24.ch im Interview mit einem Experten.
Die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) untersuchen derzeit eine landesweite Vereinheitlichung von Anforderungsprofilen für Mitarbeiter von privaten Sicherheitsfirmen. Es soll nur Personal eingestellt werden dürfen, welches seriös ausgebildet ist und einen reinen Strafregisterauszug aufweist.
appenzell24.ch sprach mit Kuno Rudolf-von-Rohr, Inhaber der Sicherheitsfirma Ruvor Management AG, über diese Neuerung. Der ehemalige Kantonspolizist ist mit seinem Unternehmen auch stark im Appenzellerland vertreten, hat unter anderem Mandate bei den Appenzeller Bahnen oder der Raiffeiesenbank. Er weiss, dass das Sicherheitspersonal mit Image-Problemen zu kämpfen hat und ist demzufolge glücklich, dass in seiner Branche endlich etwas dagegen unternommen wird. Denn nur durch eine einheitliche Zulassungsbewilligung kann «das Spreu vom Weizen getrennt werden».
Was halten Sie von der Neuerung, dass zukünftig in allen Schweizer Kantonen einheitliche Regeln für Sicherheitsfirmen gelten?
Ich halte sehr viel von dieser Massnahme. Wir im Kanton St.Gallen arbeiten bereits nach diesen Vorgaben und haben schweizweit das stärkste und strengste Gesetz was die Zulassung mit Ausbildungsstandards betrifft. Als ehemaliger Kantonspolizist begrüsse ich diese schweizweite Einheit, denn nur so kann Seriöses von Unseriösem getrennt werden. Sicherheitsmitarbeiter sind weit mehr als nur Leute in Uniformen.
Wie stehen Sicherheitsmitarbeiter zu Privatpersonen und zur Polizei?
Die gesetzlichen Grundlagen halten fest, dass private Sicherheitsmitarbeiter kein Grad mehr Kompetenzen besitzen als eine normale Person. Daher muss ein Mitarbeiter seriös geschult werden in dem, was er darf und eben nicht. Festnahmen und Einvernahmen sind immer noch staatlichen Behörden vorbehalten. Denn die Sicherheitsbranche ist keine Konkurrenz zur Polizei, sondern eine wichtige Mithilfe.
Als Lehrer und Inhaber der Sicherheitsfirma Rover Management AG lege ich Wert auf eine intensive und gute Ausbildung.
Was wird sich mit einer allfälligen schweizweiten Neuerung ändern?
Für mich wird sich nichts ändern, da ich den Standard bereits erfülle. Ich hoffe aber, dass sich das ganze Feld ändern wird. Gutes soll von Schlechtem unterschieden werden. Leute, die etwas beherrschen und Grundkurse belegt haben, sollen in dieser Branche arbeiten dürfen. Dies wird dem Markt helfen und gut tun.
Ein Anwärter muss heutzutage in St.Gallen bereits mit einem Strafregisterauszug seine Verantwortlichkeit unter Beweis stellen können. Ausserdem wird er auch in Psychologie, Betriebswirtschaft und anderen Sachkompetenzen geschult.
Wird die Vereinheitlichung der Anforderungen das Image von Sicherheitsleuten aufbessern?
Eine landesweite Vereinheitlichung der Zulassung von Sicherheitsmitarbeitern in der Schweiz ist bitternötig. Heutzutage sind in dieser Branche Leute unterwegs, die ganz schlecht ausgebildet sind und nichts von unserem Fach verstehen. Im Zentrum sollen der Mensch, die Sicherheit und die gesetzlichen Grundlagen stehen.
Wie stufen Sie die Tendenz der zunehmenden Gewaltbereitschaft ein?
Leider erhöht sich die Gewaltbereitschaft zunehmend. Alkohol und Jugendausschreitungen sind für uns sowie für die Polizei ein schwerwiegendes Problem. Daher braucht unsere Branche vermehrt Personal, welches in Psychologie, Wirtschaft und im Umgang mit anderen Menschen geschult ist.
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– Einheitliche Regeln für Sicherheitsfirmen vom 16. November 2007



























